FIM Enduro Vintage Trophy: USA übernehmen zum Auftakt die Führung

Billy Burns bei der 2026 FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau

Billy Burns bei der 2026 FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau. / Foto: Future7Media

Nach der Eröffnungsfeier im Zentrum von Zschopau ging es für die 450 Teilnehmer der FIM Enduro Vintage Trophy am Mittwoch erstmals gegen die Uhr. Noch hielt sich die zehnte Ausgabe der Veranstaltung mit dem traditionellen Acceleration Test zurück. Den besten Start erwischten die USA, während Gastgeber und Titelverteidiger Deutschland direkt dahinter lauert.

Bevor am Donnerstag die deutlich anspruchsvolleren Etappen rund um Zschopau beginnen, stand zunächst der kurze Beschleunigungstest auf dem Programm. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Fahrer und teilweise mehr als 40 Jahre alte Motorräder in den kommenden Tagen erwartet.

In der Vintage Veterans Trophy lieferten Fred Hoess auf Husqvarna, Billy Burns auf Can-Am und Terry Cunningham auf Husqvarna eine geschlossene Mannschaftsleistung ab. Alle drei US-Amerikaner schafften es unter die zwölf schnellsten Fahrer des Tages und brachten ihr Team damit an die Spitze.

Deutschland liegt nach dem ersten Kräftemessen auf Rang zwei.

Von Zitzewitz setzt die Bestzeit

Ganz geschlagen geben musste sich der Titelverteidiger allerdings nicht. Bert von Zitzewitz war auf seiner Maico der schnellste Fahrer des gesamten Acceleration Tests und sorgte damit zumindest in der Einzelwertung für eine deutsche Bestzeit.

Der Rückstand in der Mannschaftswertung dürfte ohnehin noch wenig darüber aussagen, wie sich die kommenden Tage entwickeln. Der kurze Beschleunigungstest verlangt den alten Maschinen schließlich etwas völlig anderes ab als das Gelände, das ab Donnerstag wartet.

Hinter den USA und Deutschland beendete Österreich den Auftakt auf Rang drei. Vier Sekunden fehlen auf die deutsche Mannschaft, gleichzeitig beträgt der Vorsprung auf Spanien lediglich eine Sekunde.

Auch dahinter geht es eng zu. Frankreich liegt auf Position fünf, doch die Niederlande und Italien folgen mit jeweils weniger als einer Sekunde Abstand. Die Schweiz, Großbritannien und die Slowakei komplettieren die ersten zehn der Vintage Veterans Trophy.

Für den Franzosen François Borsotto ist Zschopau ohnehin mehr als nur der Austragungsort einer weiteren Vintage Trophy. Er bestreitet die Veranstaltung bereits zum sechsten Mal und kennt die Geschichte der Region.

„Mit Zschopau verbinden sich viele besondere Erinnerungen im Endurosport“, sagt Borsotto. „Früher sind wir hier bereits in der Europameisterschaft gefahren.“

Für ihn gehört die Stadt gemeinsam mit Orten wie Bergamo zu den großen Namen des klassischen Endurosports.

„Zschopau wird von vielen als Mekka des Enduros angesehen. Das wird mit Sicherheit eine sehr schöne Vintage Trophy.“

Maico auch im Silver Vase vorne

Auch in der Vintage Silver Vase gab es am ersten Tag eine deutsche Bestzeit. Oliver Schulz brachte seine Maico GS 440 von 1980 an die Spitze der Wertung.

Der Österreicher Emanuel Strolz folgte auf seiner Husqvarna auf Rang zwei, Rüdiger Bachmann belegte mit seiner SWM Position drei.

In der Vintage Club Team-Wertung setzte sich Thomas Baumann auf KTM an die Spitze. Die Vintage Individual-Wertung führt nach dem ersten Tag der Spanier Francesc Puey auf Suzuki an.

Damit ist der vergleichsweise kurze Auftakt erledigt. Ab Donnerstag bekommt die Enduro Vintage Trophy deutlich mehr von dem Charakter, für den Zschopau bekannt ist.

Jetzt beginnt das eigentliche Enduro

Auf die Fahrer warten zwei Runden über eine jeweils 40 Kilometer lange Schleife durch das Gelände rund um Zschopau. Pro Runde stehen zwei Cross Tests und ein Enduro Test auf dem Programm.

Spätestens dort wird aus dem Beschleunigungsduell ein echter Test für Mensch und alte Technik.

Gerade für die Vintage Veterans Trophy dürfte das interessant werden. Die USA haben zwar die erste Führung übernommen, doch Deutschland startet als Titelverteidiger auf heimischem Boden und hat mit von Zitzewitz bereits den schnellsten Fahrer des Auftakts in seinen Reihen.

Der Acceleration Test hat die erste Reihenfolge geliefert. Was sie wert ist, zeigt sich allerdings erst jetzt – wenn die alten Enduros dorthin müssen, wo Zschopau seinen Ruf bekommen hat: ins Gelände.