Ducati kämpft in den USA und der MXGP mit denselben Baustellen
Die Ducati von MXGP Pilot Calvin Vlaanderen
Die Ducati Desmo450 MX ist erst zwei Jahre im harten Renneinsatz – und entsprechend läuft die Weiterentwicklung auf Hochtouren. Interessant dabei: Die Fahrer in den Europa und nun auch den USA kommen offenbar zu denselben Erkenntnissen.
Nach dem AMA Pro Motocross in RedBud sprach Justin Barcia über die Arbeit am Motorrad und bestätigte, dass sich seine Rückmeldungen mit denen der Ducati-Piloten in der MXGP weitgehend decken.
Kaum eine Session ohne Änderungen
Für Barcia stand in RedBud nicht nur das Rennen im Mittelpunkt. Das Wochenende war gleichzeitig ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung der Ducati.
Zwischen den Trainings und vor dem ersten Wertungslauf wurde mehrfach am Motorrad gearbeitet. Verschiedene Set-ups sollten helfen, das Fahrverhalten weiter zu verbessern. Erst vor dem zweiten Lauf blieb das Motorrad unverändert, weil sich das Team mit der gefundenen Abstimmung zufrieden zeigte.
Trotz der vielen Änderungen zog Barcia ein positives Fazit. Nach zwei Wochen Pause fühlte sich sein Rücken wieder gut an, auch die Starts funktionierten nach seiner Einschätzung ausgezeichnet.
Eine Baustelle gelöst, die nächste gefunden
Ganz am Ziel ist Ducati aber noch nicht. Barcia erklärte, dass das Team zuletzt deutliche Fortschritte am Heck erzielt habe. Gleichzeitig habe sich dadurch das Verhalten der Front verändert, sodass nun dort weiter nach Lösungen gesucht werde. Viel Spielraum gibt es dabei allerdings nicht. Innerhalb des Reglements in den USA bleiben vor allem Änderungen am Fahrwerk, um das Motorrad weiter abzustimmen.
Für Barcia gehört das zum Entwicklungsprozess eines neuen Motorrads dazu.
Europa und Amerika sprechen dieselbe Sprache
Besonders spannend war jedoch eine andere Aussage. Nach Angaben des Amerikaners beschreiben die Fahrer auf beiden Kontinenten nahezu dieselben Eigenschaften der Ducati. Damit bestätigen sich die Eindrücke, die zuletzt auch aus der MXGP zu hören waren.
Ein Unterschied bleibt allerdings: Während in Europa viele Hartbodenstrecken auf dem Kalender stehen, sind diese Bedingungen in der amerikanischen Outdoor-Serie eher die Ausnahme.
Genau dort fühlt sich die Ducati nach Einschätzung Barcias besonders wohl.
Unterschiedliche Fahrer, gleiche Richtung
Natürlich fährt jeder Pilot etwas anders. Barcia selbst bezeichnet seinen Fahrstil als besonders aggressiv. Er bremst spät, beschleunigt früh und verlangt dem Motorrad entsprechend viel ab. Trotzdem glaubt er, dass alle Ducati-Fahrer im Kern über dieselben Themen sprechen. Genau das könnte für die Ingenieure in Borgo Panigale ein entscheidender Vorteil sein.
Wenn Rückmeldungen aus der AMA Pro Motocross Championship und der MXGP unabhängig voneinander in dieselbe Richtung gehen, lässt sich deutlich gezielter an Verbesserungen arbeiten.
Fortschritte sind bereits sichtbar
Dass Ducati auf dem richtigen Weg sein könnte, lässt sich inzwischen auch auf dem Track erkennen.
Antonio Cairoli bewertet den neuen Ducati-Rahmen intern als deutlich besser als die bisherige Version. Genau dieser Eindruck spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider. Seit Einführung des neuen Chassis beim MXGP von Italien in Montevarchi ist Calvin Vlaanderen Schritt für Schritt näher an die Spitzengruppe herangerückt. Zwar fehlt noch das letzte Stück bis ganz nach vorne, doch der Aufwärtstrend ist deutlich zu erkennen.
Damit passen die sportlichen Ergebnisse erstaunlich gut zu den Aussagen aus den USA. Während Barcia und sein Team weiter intensiv an der Abstimmung arbeiten, scheint Ducati mit dem neuen Rahmen bereits einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht zu haben.
Entwicklung geht Schritt für Schritt weiter
Dass bei einem komplett neuen Motorrad nicht vom ersten Rennen an alles perfekt funktioniert, überrascht kaum. Ducati befindet sich auch im zweiten Jahr in der Entwicklungsphase und sammelt an jedem Rennwochenende neue Daten. Die Aussagen von Justin Barcia zeigen aber auch, dass die Zusammenarbeit zwischen den Projekten in Europa und den USA funktioniert. Die Fahrer liefern ein ähnliches Bild – unabhängig davon, auf welchem Kontinent sie unterwegs sind.
Für Ducati dürfte genau das derzeit wichtiger sein als jedes einzelne Rennergebnis. Denn wenn alle Beteiligten dieselben Baustellen erkennen, steigen auch die Chancen, sie in den kommenden Monaten dauerhaft zu beseitigen.
