Devin Simonson: Vom Außenseiter aufs Podium – jetzt wartet Cleveland
Devin Simonson auf seiner ClubMX Yamaha. / Foto: Feld Entertainment
Es gibt diese Fahrer, über die lange kaum jemand spricht – bis sie plötzlich ganz vorne auftauchen. Devin Simonson ist aktuell genau so ein Fall. Kein gehypter Wunderknabe, kein Name mit Factory-Vorschusslorbeeren seit Jugendtagen. Stattdessen ein Fahrer, der sich über Jahre durchs Feld gearbeitet hat – und am vergangenen Wochenende in Nashville seinen bisher größten Moment erlebte.
Mit Rang drei stand Simonson erstmals in seiner Karriere auf dem 250SX-Podium. Und das Spannende daran: Es wirkt nicht wie ein einmaliger Ausreißer.
Kein leichter Weg nach oben
Der 24-Jährige aus North Carolina fährt seit 2021 im Profi-Bereich. Seine Laufbahn war bisher eher von Arbeit als von Glamour geprägt. Einsätze bei kleineren Teams, einzelne starke Resultate, viele Unsicherheiten. Einer dieser Fahrer, die Insider kennen, die große Öffentlichkeit aber kaum wahrnimmt.
Im US-Supercross ist genau das eine gefährliche Zone. Wer nicht konstant vorne fährt, rutscht schnell aus dem Fokus. Jedes Jahr drängen neue Talente nach.
Simonson blieb trotzdem dran.
ClubMX erkannte das Potenzial
Der Wendepunkt kam mit ClubMX Yamaha. Dort bekam Simonson die Möglichkeit, sich in einem professionellen Umfeld zu beweisen. Während andere Teams vielleicht nur auf Resultate geschaut hätten, sah ClubMX offenbar mehr: Geschwindigkeit, Arbeitseinstellung und Entwicklungspotenzial.
Ein Gaststart im Pro Motocross 2024 auf der 450er, bei dem er beim Ironman National Platz 15 holte, war intern wohl genug, um den nächsten Schritt einzuleiten. Danach folgte der Vertrag für Supercross.
2026 ist der Knoten geplatzt
Nach einer verletzungsbedingt schwierigen Phase 2025 hat Simonson in dieser Saison deutlich zugelegt. Er fährt nicht mehr nur um Top 10, sondern regelmäßig in Schlagdistanz zur Spitze. Sechster in Indianapolis, stark beim Showdown in St. Louis – und nun das Podium in Nashville.
Vor allem die Art und Weise fällt auf: Simonson wirkt fitter, stabiler und deutlich selbstbewusster. Früher fuhr er gute Rennen. Heute fährt er, als würde er erwarten, vorne mitzumischen.
Das ist oft der größte Schritt überhaupt.
Cleveland kommt genau zur richtigen Zeit
Und jetzt folgt direkt die nächste Chance. Bereits morgen steht mit dem Rennen in Cleveland die nächste Runde an – und Simonson reist mit dem Rückenwind seines ersten Podiums an. Genau solche Momente entscheiden Karrieren. Kann ein Fahrer den Durchbruch bestätigen? Oder fällt er nach dem emotionalen Highlight erst einmal zurück?
Bei Simonson spricht aktuell einiges dafür, dass Nashville kein Zufall war. Wenn der Start passt und er sich früh in der Spitzengruppe einsortiert, ist ein weiteres Podium absolut realistisch.
Vom Mitfahrer zum Namen, den man nennt
Noch vor wenigen Monaten war Simonson einer dieser Fahrer, die man in Vorschauen eher im erweiterten Kreis erwähnt hat. Jetzt gehört er plötzlich zu denen, die man auf dem Zettel haben muss. Und vielleicht ist genau das die beste Geschichte daran: Kein Schnellstart, kein Hype, keine Abkürzung – sondern ehrliche Entwicklung.
Cleveland wird zeigen, ob aus dem Überraschungsmann von Nashville jetzt ein dauerhafter Podiumskandidat wird.
