Courtney Duncan startet auf der Stark Varg beim Gotland Grand National
Courtney Duncan hier beim Media Event des MXGP in Australien, startet nun auf einer Stark Varg beim Gotland Grand National
Vier WMX-Weltmeistertitel hat Courtney Duncan bereits gewonnen. Am kommenden Wochenende wartet auf die Neuseeländerin allerdings eine Herausforderung, die mit ihren bisherigen Einsätzen in der Motocross-Weltmeisterschaft nur wenig gemeinsam hat. Beim Gotland Grand National 2026 wird Duncan erstmals für Stark Future in der Elite-Klasse antreten und dabei eine elektrisch angetriebene Stark Varg pilotieren.
Das traditionsreiche Offroad-Rennen findet am 23. und 24. Oktober auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland statt. Neben Duncan gehören EnduroGP-Pilot David Herbreteau, Stark-Future-CEO Anton Wass und Anna Palander von Swecon zum Aufgebot des Herstellers.
Für die vierfache Weltmeisterin bedeutet der Start einen Ausflug in eine Disziplin, in der nicht allein die Geschwindigkeit über eine schnelle Runde entscheidet. Ausdauer, Streckenkenntnis und eine vernünftige Renneinteilung sind mindestens genauso wichtig.
Gotland ist kein gewöhnliches Motocross-Rennen
Das Gotland Grand National gehört seit seiner ersten Austragung 1984 zu den bekanntesten Offroad-Veranstaltungen Europas. Jedes Jahr zieht das Rennen mehrere Tausend Teilnehmer nach Schweden, die sich auf einer rund 25 Kilometer langen Runde durch Wälder, über Wurzeln, Steine und tief ausgefahrene Passagen kämpfen.
Besonders schwierig wird es, wenn Regen den Untergrund aufweicht. Dann verwandeln sich einzelne Streckenabschnitte in tiefe Schlammlöcher, während auf freigelegten Wurzeln und Steinen kaum noch Traktion vorhanden ist. Hinzu kommt, dass sich die Strecke mit jeder gefahrenen Runde verändert.
Für Duncan dürfte vor allem die Renndistanz ungewohnt sein. Während sie aus der WMX vergleichsweise kurze, intensive Läufe kennt, muss sie auf Gotland über mehrere Stunden einen möglichst gleichmäßigen Rhythmus finden. Wer zu Beginn zu viel Kraft investiert, kann später erhebliche Schwierigkeiten bekommen.
Auch der Verkehr auf der Strecke spielt eine Rolle. Bei einem derart großen Starterfeld gehören langsamere Fahrer und Überrundungen zum Rennalltag. Gerade in engen Waldpassagen kann es schwierig werden, einen Weg vorbei zu finden, ohne dabei unnötig Kraft oder Zeit zu verlieren.
Ihre Motocross-Erfahrung dürfte Duncan dennoch helfen. Schließlich kennt sie das Fahren auf tief ausgefahrenen Strecken und weiß, wie man auch unter schwierigen Bedingungen schnell unterwegs ist. Allerdings muss sie diese Fähigkeiten nun über eine deutlich längere Distanz abrufen.
Die Stark Varg bringt eine zusätzliche Herausforderung
Neben der ungewohnten Rennstrecke wird auch das Motorrad eine wichtige Rolle spielen. Duncan tritt mit einer elektrisch angetriebenen Stark Varg an, deren Leistungsentfaltung sich elektronisch an die jeweiligen Bedingungen anpassen lässt.
Gerade auf rutschigem Untergrund könnte das von Vorteil sein. Das unmittelbar verfügbare Drehmoment eines Elektromotors verlangt allerdings einen entsprechend kontrollierten Umgang mit dem Gasgriff, wenn das Hinterrad nicht permanent durchdrehen soll.
Noch wichtiger dürfte das Energiemanagement werden. Tiefer Boden, zahlreiche Beschleunigungsvorgänge und schwierige Passagen können den Stromverbrauch erhöhen. Die Fahrer müssen deshalb nicht nur ihr eigenes Tempo einteilen, sondern auch die verfügbare Batteriekapazität im Blick behalten.
Wie gut das funktioniert, hängt neben der Fahrweise auch von den Streckenbedingungen ab. Eine trockene, gut fahrbare Runde stellt schließlich andere Anforderungen als mehrere Kilometer durch tiefen Schlamm.
Stark Future mit Erfahrung aus dem Vorjahr
Ganz neu ist das Gotland Grand National für Stark Future nicht. Bereits 2025 war der Hersteller gemeinsam mit Swecon bei der Veranstaltung vertreten.
David Herbreteau belegte damals bei seinem Endurodebüt den elften Platz in der Elite-Klasse. Der Franzose absolvierte vier Runden in knapp vier Stunden und musste währenddessen dreimal die Batterie wechseln.
Gerade diese Stopps können bei einem Langstreckenrennen entscheidend sein. Während Motorräder mit Verbrennungsmotor vergleichsweise schnell betankt werden können, benötigt die Stark Varg einen Batteriewechsel. Entsprechend wichtig sind eingespielte Abläufe, um möglichst wenig Zeit zu verlieren.
Auch Anton Wass kennt die Veranstaltung bereits. Der CEO von Stark Future wird 2026 zum dritten Mal selbst an der Startlinie stehen. Mit Anna Palander komplettiert eine weitere Fahrerin das Aufgebot, die gemeinsam mit Swecon antritt.
Für Courtney Duncan wird es dagegen die erste Teilnahme in der Elite-Klasse mit Stark Future. Ihre vier Weltmeistertitel dürften ihr auf schnellen Streckenabschnitten helfen, doch das Gotland Grand National verlangt deutlich mehr als reine Motocross-Geschwindigkeit.
Vor allem die Kombination aus langen Waldpassagen, zunehmend schwieriger werdendem Untergrund und den notwendigen Batteriewechseln macht ihren Einsatz interessant. Wie gut sich Duncan auf diese Bedingungen einstellen kann, wird sich am kommenden Wochenende zeigen.
