Chase Brennan fährt diese Suzuki 15 Jahre später aufs WM-Podium
Chase Brennan fuhr auf der Suzuki RM85 auf das Podium der JWC 2026. / Foto: Kai Brake
Eine Suzuki RM85 auf dem Podium einer Motocross-Weltmeisterschaft – das sieht man heute nur noch selten. Während KTM, Husqvarna, GASGAS, Yamaha und Honda auch den internationalen Nachwuchssport dominieren, sind Suzukis in den großen Starterfeldern längst zur Ausnahme geworden.
Genau deshalb sorgte der 14-jährige Chase Brennan bei der FIM Junior Motocross Weltmeisterschaft im tschechischen Jinín für besondere Aufmerksamkeit. Der US-Amerikaner fuhr mit einer Suzuki RM85 auf den dritten Gesamtrang der 85ccm-Klasse – und das auf einem Motorrad, das bereits vor 15 Jahren WM-Geschichte geschrieben hatte.
Eine Suzuki mit Geschichte
Die RM85, die Brennan in Jinín bewegte, ist alles andere als ein gewöhnliches Motorrad. Bereits bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2011 im italienischen Cingoli kam sie zum Einsatz. Damals saß der spätere US-Profi Michael Mosiman auf ihr und erreichte mit der Suzuki den achten Gesamtrang.
Nun kehrte das Bike, komplett neu aufgebaut, auf die Weltbühne zurück – und stand diesmal sogar auf dem Podium.
Nur ein Tag Eingewöhnung
Für Brennan war die Herausforderung größer, als es auf den ersten Blick aussah. Das italienische Bonamigo Team hatte die Suzuki eigens für den WM-Einsatz vorbereitet. Anders als sein gewohntes Motorrad fühlte sie sich jedoch komplett anders an.
Viel Zeit zum Umgewöhnen blieb allerdings nicht.
Gerade einmal einen Trainingstag hatte Brennan auf der RM85, bevor es nach Jinín ging. Gemeinsam mit dem Team arbeitete er an Fahrwerk und Abstimmung, bis sich das Motorrad so anfühlte, wie er es brauchte. „Wir mussten einiges verändern, weil das Motorrad völlig anders war als meines zu Hause.“ Am Ende sprach der Amerikaner von einer echten „Rakete“.
Falscher Verdacht im Qualifying
Schon im Qualifying wartete die nächste Überraschung. Während des Rennens war Brennan überzeugt, mit einem platten Hinterreifen unterwegs zu sein. Er nahm deshalb Tempo heraus und wollte kein unnötiges Risiko eingehen. Nach dem Lauf stellte sich jedoch heraus, dass gar kein Plattfuß vorlag. Das ungewohnte Fahrgefühl kam lediglich vom Mousse-Einsatz.
Trotzdem reichte es noch zu Rang fünf unter 92 Fahrern.
Vom Ende des Feldes bis aufs Podium
Auch der erste Wertungslauf begann alles andere als ideal. Direkt nach dem Start geriet Brennan hinter eine Gruppe gestürzter Fahrer und fiel bis auf Rang 37 zurück. Was danach folgte, war eine der stärksten Aufholjagden des gesamten Wochenendes. Bis ins Ziel arbeitete sich der Amerikaner noch auf Platz sechs nach vorne und legte damit den Grundstein für die spätere Bronzemedaille.
Im zweiten Lauf bestätigte er seine starke Form und machte den dritten Gesamtrang perfekt. „Ich bin stolz, mein Land vertreten zu haben. Mit besseren Starts hätte ich sogar um den Sieg kämpfen können.“ Umso bemerkenswerter ist diese Leistung, wenn man das Material betrachtet auf dem Brennan unterwegs war. Denn bereits als Mosiman das Bike 2011 zur Verfügung gestellt bekam, war die Suzuki alles andere als taufrisch. Informationen nach erblickte sie schon 2006 das Licht der Welt.
Ein Motorrad, das wieder Geschichte schreibt
Für Brennan ist die WM-Bronzemedaille der bislang größte Erfolg seiner Karriere. Gleichzeitig hat auch die Suzuki RM85 ein weiteres Kapitel ihrer Geschichte geschrieben. 15 Jahre nach dem Einsatz von Michael Mosiman in Cingoli stand dieselbe Maschine wieder bei einer Junioren-Weltmeisterschaft am Start – und diesmal sogar auf dem Podium.
In einer Zeit, in der Suzuki in den Nachwuchsklassen nur noch selten vertreten ist, macht genau das diese Geschichte so besonders.
