Billy Bolt – perfekter Abend bei SuperEnduro-Premiere in Serbien

Billy Bolt bleibt auch bei der fünften Runde der SuperEnduro WM 2026 in Belgrad ungeschlagen

Billy Bolt bleibt auch bei der fünften Runde der SuperEnduro WM 2026 in Belgrad ungeschlagen. / Foto: HQV

Die fünfte Runde der FIM SuperEnduro World Championship markierte eine Premiere im Kalender. Zum ersten Mal gastierte die Serie in der serbischen Hauptstadt Belgrade – und die Belgrade Arena lieferte sofort das, was SuperEnduro ausmacht: volle Tribünen, eine technisch anspruchsvolle Strecke und Rennen, in denen ständig etwas passiert.

Die große Hallenfläche erlaubte ein deutlich flüssigeres Layout als bei einigen der vorherigen Events. Mehr Geschwindigkeit, mehr Linienoptionen, mehr Möglichkeiten zum Überholen. Gleichzeitig blieb der Boden über den gesamten Abend griffig – ungewöhnlich für Hallenrennen, da die Strecke kaum neu präpariert wurde. Für die Fahrer bedeutete das: Wer Rhythmus fand, konnte attackieren.

Und einer fand ihn wieder einmal schneller als alle anderen: Billy Bolt.

SuperPole: Bolt setzt die Messlatte

Schon im SuperPole-Shootout wurde klar, in welche Richtung der Abend gehen könnte. Manuel Lettenbichler eröffnete die Session und setzte eine erste Referenzrunde. Auch die Stark-Piloten Toby Martyn und Eddie Karlsson präsentierten sich stark und lagen zeitlich dicht beieinander.

Dann kam Mitch Brightmore – schnell unterwegs, bis ein Sturz im letzten Sandabschnitt die mögliche Bestzeit zerstörte. Jonny Walker legte anschließend eine saubere Runde hin und übernahm zunächst die Spitze. Doch Bolt startete als letzter Fahrer. Und genau dann, wenn es zählt, liefert der Brite zuverlässig ab. Mit einer 34-Sekunden-Runde unterbot er Walkers Zeit deutlich und holte sich seine fünfte SuperPole der Saison.

Bolt kommt von hinten

Der erste Lauf begann mit einem Holeshot von Mitch Brightmore. Bolt hingegen erwischte keinen idealen Start und fand sich zunächst im Mittelfeld wieder. Doch wie so oft im SuperEnduro entscheidet sich vieles auf den Hindernissen. Während andere Zeit verloren, arbeitete sich Bolt Runde für Runde nach vorne und übernahm noch im ersten Umlauf die Führung.

Hinter ihm entwickelte sich ein intensiver Kampf zwischen Brightmore, Walker, Martyn und Karlsson.

Als Bolt kurz vor Schluss auf den rutschigen Baumstämmen zu Boden ging, schlossen die Verfolger plötzlich wieder auf. Die letzten beiden Runden wurden zu einem engen Fünfkampf – doch Bolt brachte den Sieg vor Brightmore und Walker ins Ziel.

Reverse-Start: Drama beim Überrunden

Der zweite Lauf brachte noch mehr Chaos. Zunächst führten Alfredo Gomez und Dominik Olszowy, doch die Favoriten arbeiteten sich schnell durch das Feld. Walker übernahm zwischenzeitlich sogar die Spitze, während Bolt ebenfalls immer näher kam.

Schließlich kam es zum direkten Duell zwischen Walker und Bolt um den Sieg. Die Entscheidung fiel jedoch beim Überrunden. Diogo Vieira bemerkte Walker hinter sich zu spät – eine Kollision war die Folge. Walker ging zu Boden und verletzte sich dabei an der Hand. Bolt blieb verschont und fuhr anschließend ungefährdet zum nächsten Laufsieg.

Karlsson nutzte die Situation und wurde Zweiter, während Martyn Rang drei für das Stark-Team sicherte.

Bolt vollendet den perfekten Abend

Der dritte Lauf begann mit einem Holeshot von Martyn, bevor Karlsson die Führung übernahm. Bolt hatte erneut Probleme am Start und wurde zusätzlich in eine Kollision in der ersten Kurve verwickelt. Doch das Muster des Abends blieb gleich: Hindernis für Hindernis arbeitete sich der Brite nach vorne.

Wenige Minuten vor Rennende übernahm Billy Bolt die Führung und brachte auch den dritten Lauf souverän ins Ziel.

Der Husqvarna-Pilot blieb anschließend entspannt: „Es war ein perfekter Abend mit maximalen Punkten. Die Starts waren nicht besonders gut, aber genau das hat die Rennen interessant gemacht.“ Gerade die Duelle hätten ihm sogar gefallen: „Meine Geschwindigkeit war stark und ich konnte ruhig bleiben, die richtigen Momente abwarten und die Rennen gut managen.“ Mit Blick auf die Meisterschaft fasste Bolt den Abend nüchtern zusammen: „Mit 63 Punkten nach Hause zu gehen und die Führung weiter auszubauen, ist genau das, was wir wollten.“

Schwieriger Abend für Jonny Walker

Für Jonny Walker verlief der Abend deutlich komplizierter. Mit den Einzelergebnissen 3-5-5 belegte der Triumph-Pilot am Ende Rang fünf der Tageswertung. Besonders bitter war der Zwischenfall im zweiten Rennen, der ihn aus dem Kampf um den Sieg riss.

Walker erklärte anschließend: „Die Geschwindigkeit war definitiv da. Besonders im zweiten Rennen war ich mitten im Kampf um den Sieg.“ Der Sturz beim Überrunden kostete ihn jedoch entscheidend Zeit. „Leider bin ich dabei gestürzt und habe mir die Hand verletzt. Das hat das letzte Rennen ziemlich schwierig gemacht.“

Trotzdem bleibt Walker weiterhin Zweiter der Gesamtwertung.

Newcastle könnte zur Titelbühne werden

Während in der Junior-Klasse alles wieder offen ist, bleibt die Situation in der Gesamtwertung der Prestige-Kategorie eindeutig. Billy Bolt führt die Meisterschaft inzwischen mit 85 Punkten Vorsprung an.

Der nächste Lauf findet in Newcastle upon Tyne statt – und dort könnte der Brite vor heimischem Publikum bereits den nächsten Weltmeistertitel perfekt machen.

Aktuell wirkt es jedenfalls so, als würde in dieser Saison nicht wirklich jemand Bolt stoppen können.