Farres bestätigt Form – zweites Podium unter schwierigen Bedingungen

Guillem Farres holt sich beim MXGP der Schweiz Gesamtrang 2

Guillem Farres holt sich beim MXGP der Schweiz Gesamtrang 2

Der MXGP der Schweiz in Frauenfeld war kein Ort für einfache Punkte. Die Strecke forderte Fahrer und Material gleichermaßen – und genau in diesem Umfeld zeigte Guillem Farres, warum er in dieser Saison zu den Top-Piloten im Feld gehört.

Mit seinem zweiten Podium der Saison bestätigt der Spanier nicht nur seine aktuelle Form, sondern auch eine Entwicklung, die sich bereits seit Saisonbeginn abzeichnet. Farres ist nicht mehr nur schnell – er ist berechenbar schnell. Und genau das macht aktuell den Unterschied.

Reaktion auf Andalusien

Der Weg nach Frauenfeld war dabei alles andere als geradlinig. Noch eine Woche zuvor in Andalusien lief nicht alles nach Plan. Farres machte keinen Hehl daraus, wie sehr ihn das beschäftigt hat. „Ich war ziemlich angefressen nach Andalusien“, gab er offen zu. „Aber solche Dinge passieren in unserem Sport.“

Die Antwort folgte in der Schweiz. Kein überdrehtes Risiko, kein blinder Angriff – sondern ein strukturiertes Wochenende, das Schritt für Schritt aufgebaut wurde.

Fehler, die nicht mehr alles zerstören

Auch in Frauenfeld lief nicht alles perfekt. Bereits im Qualifying leistete sich Guillem Farres einen Fehler und musste sich mit Platz sieben zufriedengeben. Eine Ausgangslage, die auf dieser Strecke schnell zum Problem werden kann. Doch genau hier zeigt sich die Veränderung. „Gestern habe ich im Qualifying einen Fehler gemacht und bin nur Siebter geworden“, erklärte er. „Aber heute war ein besserer Tag.“

Was früher möglicherweise das gesamte Wochenende gekostet hätte, bleibt diesmal kontrollierbar. Farres verliert nicht mehr den Faden, sondern arbeitet sich zurück.

Rennen drehen statt abhaken

Auch im ersten Lauf lief nicht alles glatt. Wieder ein Rückschlag, wieder eine Situation, die das Wochenende hätte kippen lassen können. Doch statt einzubrechen, reagierte Farres. „Ich war ein bisschen genervt von dem, was im ersten Lauf passiert ist“, sagte er. „Aber wir haben es im zweiten Lauf gedreht.“

Genau dieser zweite Lauf wurde zum Schlüssel. Starker Rhythmus, klare Linienwahl, keine unnötigen Fehler – und plötzlich war Farres wieder dort, wo er hingehört: vorne.

Konstanz als neue Stärke

Was sich durchzieht, ist die Konstanz. Während andere Fahrer zwischen Top-Leistung und Rückschlägen pendeln, liefert Farres regelmäßig ab. Auf die Frage, was sich im Vergleich zum Vorjahr verändert hat, findet er eine klare Antwort: „Wir haben das Bike verbessert und auch unsere Herangehensweise an die Saison verändert.“

Doch es geht um mehr als nur Technik. „Ich habe das Gefühl, dass ich insgesamt reifer geworden bin – auch abseits der Strecke.“ Ein Satz, der viel erklärt. Denn genau diese Reife ist es, die ihn aktuell stabil im Spitzenfeld hält.

Ein Podium mit Aussage

Das zweite Podium der Saison ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis eines Fahrers, der gelernt hat, mit schwierigen Situationen umzugehen – und sie für sich zu nutzen.

Gerade in Frauenfeld, wo Fehler sofort bestraft werden, ist das entscheidend. Farres hat genau das verstanden.

Blick nach vorne

Trotz des Erfolgs richtet sich der Blick bereits auf das nächste Rennen. Die Reise geht weiter nach Sardinien – eine Strecke, die für Farres Neuland ist. „Ich freue mich darauf“, sagt er. „Ich bin dort noch nie gefahren, aber ich denke, wir sind dieses Jahr konkurrenzfähig.“

Nach einem Wochenende wie in der Schweiz wirkt das nicht wie eine Floskel – sondern wie eine realistische Einschätzung.

Mehr als nur ein Podium

Guillem Farres hat in Frauenfeld nicht einfach nur Punkte gesammelt. Er hat gezeigt, dass er sich im Feld etabliert hat. Dass er nicht mehr nur mitfährt, sondern regelmäßig vorne auftaucht.

Und vor allem: Dass er gelernt hat, wie man ein Wochenende liest. Genau das könnte im weiteren Saisonverlauf entscheidend werden.