Tom Koch verlässt Muri mit fast 4000 Euro
Tom Koch holte bei der Schweizer Meisterschaft in Muri den Gesamtsieg in der MX1 Klasse
Während viele ADAC-MX-Masters Piloten das freie Wochenende zur Regeneration oder für Training nutzten, entschied sich Tom Koch, nicht für einen Start bei einer Landesmeisterschaft, sondern für das Rennen zur Schweizer Meisterschaft in Muri. Mit den Platzierungen 2-1 sicherte sich der KTM-Pilot den Gesamtsieg vor Arnaud Tonus und Yuri Quarti.
Dabei wartete in der Schweiz keineswegs ein kleines Regionalrennen. Über 160 Fahrer, internationale Beteiligung, hohe Temperaturen und mehr als 20.000 Schweizer Franken Preisgeld sorgten für ein stark besetztes Rennwochenende.
Ungewohnte Bedingungen auf dem Wiesenparcours
Für Koch begann der Tag allerdings zunächst eher verhalten. Der Deutsche war zum ersten Mal auf der Strecke in Muri unterwegs und musste sich erst an die besonderen Bedingungen gewöhnen.
Vor allem der klassische Wiesenparcours stellte eine Umstellung dar. Während der Kurs am Morgen noch vergleichsweise frisch wirkte, veränderte sich die Strecke im Verlauf des Tages immer stärker. Durch Bewässerung und tiefe Spuren wurde das Überholen zunehmend schwieriger.
Gerade im ersten Lauf kostete Koch ein kleiner Fehler in der Anfangsphase mehrere Positionen. Anschließend hing er lange hinter anderen Fahrern fest und verlor wertvolle Zeit bei der Aufholjagd.
Trotzdem arbeitete sich der Deutsche immer weiter nach vorne und zeigte bereits dort die höchste Geschwindigkeit im Feld.
Zweiter Lauf bringt die Entscheidung
Im zweiten Rennen ließ Koch anschließend keine Zweifel mehr aufkommen. Mit dem Holeshot kontrollierte er das Geschehen früh und nutzte die freie Strecke, um direkt einige entscheidende Sekunden Vorsprung herauszufahren. Danach verwaltete der Sarholz-KTM-Pilot das Rennen kontrolliert bis ins Ziel.
Besonders auffällig: Koch wirkte mit zunehmender Renndauer deutlich lockerer und fahrerisch freier als zuletzt in den vergangenen Wochen. Und das dürfte für ihn fast wichtiger gewesen sein als der eigentliche Tagessieg.
Schweizer Meisterschaft schlägt ADAC MX Masters deutlich
Interessant wurde das Wochenende allerdings nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Denn Koch machte selbst keinen Hehl daraus, dass das ausgeschüttete Preisgeld ein entscheidender Grund für den Start in der Schweiz gewesen sei. Und genau dort zeigt sich aktuell ein bemerkenswerter Unterschied zwischen den beiden Rennserien.
Für seinen Gesamtsieg in Muri kassierte Koch umgerechnet rund 3950 Euro Preisgeld – und das bei lediglich zwei Wertungsläufen. Zum Vergleich: Beim ADAC MX Masters hätten Platz 2 und 1, wie Koch sie in Muri einfuhr, dem Deutschen aktuell lediglich 1500 Euro eingebracht. Der Unterschied fällt damit extrem deutlich aus.
Gerade für viele professionelle Fahrer wird das zunehmend ein Thema. Reisekosten, Material, Mechaniker, Trainingsaufwand und die komplette Saisonfinanzierung verschlingen enorme Summen. Entsprechend attraktiver werden Veranstaltungen, die mit hohen Preisgeldern gezielt starke Fahrer anlocken.
Und genau das funktionierte in Muri sichtbar.
Rennen statt Training
Für Koch war der Schweiz-Ausflug deshalb gleich mehrfach sinnvoll. Neben dem finanziellen Aspekt bekam der Deutsche wertvolle Rennpraxis unter Wettkampfbedingungen – etwas, das selbst intensives Training kaum ersetzen kann. Gleichzeitig zeigte der Auftritt, dass sich sein Fahrgefühl zuletzt offenbar wieder deutlich verbessert hat.
Nach schwierigen Wochen wirkte Koch erstmals wieder deutlich näher an jener Lockerheit und Geschwindigkeit, die ihn eigentlich auszeichnen.
