Simon Längenfelders Saison endet ohne Finale
Simon Laengenfelder verpasst den MXGP of Australia 2026. / Foto: Ralph Marzahn
2026 sollte für Simon Längenfelder das Jahr der Titelverteidigung werden. Dieses Ziel hat der 22-Jährige verpasst – und nun endet seine Saison auch noch ohne einen letzten Start beim MXGP of Australia.
Der Bayer erkrankte während der beiden Grand Prix in Shanghai und Darwin. Gemeinsam mit seinem Team entschied er deshalb, beim Saisonfinale in Australien nicht mehr ans Gatter zu rollen. Seine Saison endet damit nach 18 Grands Prix, 36 Wertungsläufen und 768 Punkten vorzeitig.
Das ist ein bitterer Abschluss eines Jahres, das zunächst genau in die gewünschte Richtung lief.
Ein Auftakt nach Maß
Mit den Ergebnissen 1-1, 3-3, 1-3 und 2-1 beendete Längenfelder die ersten acht Läufe ausnahmslos unter den ersten drei. Vier seiner insgesamt fünf Laufsiege holte er während dieser ersten vier Veranstaltungen. Sein durchschnittliches Ergebnis in dieser Phase lag bei Platz 1,9.
Mehr konnte man von einem Titelverteidiger zu Saisonbeginn kaum erwarten. Längenfelder war schnell, vermied größere Fehler und ließ nur wenige Punkte liegen. Insgesamt durfte er bei fünf Grands Prix mit DAS Red Plate des WM-Führenden antreten.
Danach veränderte sich das Bild. Ergebnisse wie Platz zehn, sieben, acht, 19 oder zwölf tauchten zwischen weiteren starken Läufen auf. Längenfelder verschwand deshalb nicht aus der Spitzengruppe, doch aus dem dominanten Saisonstart entwickelte sich keine dauerhafte Siegesserie.
Und genau dort ging die Titelverteidigung verloren. Nicht durch einen einzelnen entscheidenden Moment, sondern über mehrere Wochenenden, an denen aus vorhandenem Tempo nicht genügend Siege und GP-Podien wurden.
Vier Pole Positions und 79 Führungsrunden
An der reinen Geschwindigkeit fehlte es Längenfelder nicht. Viermal stellte er seine KTM auf die Pole Position. Über die Saison führte er das MX2-Feld insgesamt 79 Runden lang an. Diese Zahlen zeigen, dass er regelmäßig das Tempo hatte, um Rennen von vorn zu kontrollieren.
Die Pole Positions und Führungsrunden zeigen aber auch den Unterschied zwischen Geschwindigkeit und einem kompletten Grand-Prix-Wochenende. Der beste Startplatz und einige Runden an der Spitze schaffen eine gute Ausgangslage, bringen allein jedoch noch keinen Gesamtsieg. Dafür müssen beide Wertungsläufe zusammenpassen.
Längenfelder gewann fünf einzelne Läufe. Daraus wurden drei Grand-Prix-Siege. Insgesamt stand er achtmal auf dem GP-Podium.
In den einzelnen Rennen fuhr er 21-mal unter die ersten drei. Zehn dritte Plätze waren dabei sein häufigstes Ergebnis, hinzu kamen sechs zweite Plätze und die fünf Laufsiege.
Diese Zahlen müssen sauber voneinander getrennt werden. 21 Top-3-Laufergebnisse sind nicht gleichbedeutend mit 21 Podiumsbesuchen. Entscheidend für die Tageswertung ist die Kombination aus beiden Rennen – und die ging nicht an jedem Wochenende so auf, wie es für eine erfolgreiche Titelverteidigung notwendig gewesen wäre.
Trotzdem zeigen die Ergebnisse, wie konstant Längenfelder unterwegs war. In 26 Läufen belegte er mindestens Rang fünf, 33-mal kam er unter die ersten zehn. Nur zwei seiner 35 Zielankünfte lagen außerhalb der Top 10. Sein durchschnittliches Resultat bei beendeten Rennen betrug Platz 4,4.
Das Problem war also nicht, dass seine Saison regelmäßig komplett aus dem Ruder lief. Ihm fehlten vielmehr jene Wochenenden, an denen aus Pole Position, Führungsrunden und vorhandenem Tempo zwei Ergebnisse wurden, die für einen weiteren GP-Sieg reichten.
Der einzige Nuller kam in Loket
Von seinen 36 Rennen beendete Längenfelder 35. Der einzige Nuller kam in Loket. Nach Platz fünf im ersten Lauf stürzte er im zweiten Rennen und konnte nicht weiterfahren. Dieser Ausfall kostete Punkte, war aber nicht allein dafür verantwortlich, dass die Titelverteidigung ausblieb. Dafür war die Saison zu lang und die Zahl der weniger starken Einzelergebnisse zu groß.
Bemerkenswert war seine Reaktion. Beim folgenden Grand Prix fuhr Längenfelder mit den Plätzen zwei und drei sofort wieder zweimal unter die ersten drei. Der Sturz setzte keine längere Negativserie in Gang. Auch später blieb er in Reichweite der Spitzengruppe. Nach den Ergebnissen 5-5 und 7-6 meldete er sich mit einem Laufsieg und Platz drei noch einmal zurück. In Shanghai folgten die Plätze zwei und acht.
Schnell und konstant – aber ohne zweiten Titel
Fünf Laufsiege, drei Grand-Prix-Siege, acht Podiumsbesuche, vier Pole Positions und 79 Führungsrunden sind die Zahlen einer starken Saison. Fünf Grands Prix mit das Red Plate zeigen zudem, dass Längenfelder zeitweise selbst die Richtung in der Weltmeisterschaft vorgab.
Für die Titelverteidigung reichte es trotzdem nicht. Dafür wurden aus seinem vorhandenen Speed zu selten komplette Wochenenden, an denen beide Läufe zusammenpassten.
Darwin hätte daran nichts mehr geändert, dem Jahr aber zumindest einen sportlichen Schlusspunkt gegeben. Dazu kommt es nicht. Längenfelders Saison endet krankheitsbedingt abseits der Strecke – ohne Titelverteidigung und ohne den letzten Grand Prix.
