Paul „Pablo“ Bloy gewährt uns Einblicke in seine Zukunft

Paul Bloy gab unserem Redakteur Robin einen Einblick in seine Zukunft.

Paul Bloy gab unserem Redakteur Robin einen Einblick in seine Zukunft.

Anfang Februar, das Supercross in Dortmund ist längst vorbei und normalerweise ebben die SX-News aus deutscher Sicht zu dieser Zeit etwas ab, wenn es nicht gerade um Kenny geht. Zuletzt hielt Nique Thury uns noch auf dem Laufenden, es gibt aber noch einen weiteren Grund dranzubleiben: Paul „Pablo“ Bloy!

Der 20–jährige Paul Bloy noch-KTM Pilot aus dem schwäbischen Biberach mag nicht jedem ein Begriff sein, daher haben wir uns einfach mal mit dem vierfachen deutschen Vize-Jugendmeister unterhalten. Dabei kamen nicht nur die Pläne für Februar auf den Tisch, die der eigentliche Grund für unser Gespräch waren.

Supercrosser aller Klassen

Paul hat gerade erst seine heimische Supercross Saison in der SX-2 Klasse mit den Veranstaltungen Stuttgart und Dortmund hinter sich, gehört aber genau genommen zu den erfahrensten all unserer deutschen Starter. Wie kaum ein anderer hat der mittlerweile 1,89 Meter große Blondschopf nahezu alle Klassen von 50, 65 und 85 Kubik bis hin zur SX-2 in den deutschen Hallen erlebt, nur eine Kategorie fehlt: „In der 125er-Klasse, die es mal in Dortmund gab, bin ich nie gefahren“, bedauert Paul als 2-Takt-Liebhaber. „Begonnen hat es 2010 mit der 50er in Stuttgart, dann war ich mit der 65er und auch dreimal mit der 85er dabei“, resümiert er.

Nach Platz zehn in der SX-Cup-Wertung 2022/23 wurde es dieses Jahr Gesamtplatz sechs. Grund genug, den Flow mitzunehmen und mit seinem Unterstützer Maurice Becker von S-Tech noch das SX im niederländischen Goes mitzunehmen, von dem er noch immer beeindruckt erzählt: „Das war echt verrückt. Zwischen den Rennen legt da ein DJ auf, nur so ein Zeug wie bei New Kids“. Offenbar steht da der Spaß im Vordergrund, was Paul sicherlich zugutekommt. Dies spiegelt auch sein Instagram-Post mit den Ergebnissen wieder, wo offenbar auch ein spezieller Sieg eingefahren wurde…

Paul Bloy gegen die Briten

Während des Aufenthalts in Goes reifte dann eine weitere Entscheidung, die nun verkündet wurde: „Ich werde die letzten beiden Rennen zur britischen Arenacross Tour in Birmingham und London fahren. Mein Team S-Tech, mit dem ich in Goes am Start war, arbeitet mit dem englischen Fahrwerksspezialisten von K-Tech zusammen, da ist der Kontakt entstanden. Jetzt werde ich schon am nächsten Wochenende das erste Mal auf einer 350er KTM in England am Start stehen. Gefahren bin ich das Motorrad beim SX noch nie, man hat mir nur gesagt, dass es eigentlich ist wie eine 250er, nur mit etwas mehr Power, die man beim Supercross gut nutzen kann.“ 

So richtig habe er sich bisher nicht mit der britischen Szene auseinandergesetzt, gibt er zu: „Ich wusste nicht, dass zunächst nur Briten starten durften.“ Dies wurde aber zwischenzeitlich aufgehoben, da mittlerweile leider einige der Top-Fahrer von der Insel verletzt sind. Zuletzt gewann zum Beispiel Harri Kullas und neben Paul steht für das kommende Wochenende auch Cedric Soubeyras am Gatter. 

„Für Aberdeen in Schottland hatte man mir auch letzte Woche schon einen Startplatz angeboten, da sich Dylan Woodcock verletzt hatte. Der Anruf kam am Montagabend, und am Donnerstag hätte ich dort hinfliegen müssen. So flexibel kann ich als Auszubildender leider nicht sein, auch wenn ich gern dort gewesen wäre.“

„Noch bis zum Sommer mache ich meine Ausbildung als Erzieher und bin an meine Heimat gebunden, daher freue ich mich über die Möglichkeit, zusätzliche SX-Rennen in England fahren zu können.“ Fragt man nach seinem des Öfteren ausgesprochenen Traum, schon bald auch mal in den USA fahren zu wollen, rudert Paul ganz bodenständig zurück: „Vielleicht kann ich nach meiner Ausbildung auch bei den Supercross Rennen in Frankreich, Deutschland und England Fuß fassen und dann schauen wir mal, vielleicht passt auch Indien dazu“, scherzt er.

Just for Fun mit neuem Team.

Während des Gesprächs kommt immer wieder ganz sympathisch zum Vorschein, dass Motocross & Supercross im Hause Bloy zwar einen hohen Stellenwert hat und der Mann mit der #252 sich auch Outdoor nicht verstecken muss, dennoch geht der Spaß nie verloren: „Zum Rennen nach Birmingham fliege ich allein mit Maurice. Zum Finale in London am 24. Februar wollen aber auch meine Eltern und ein paar Kumpels mit. Immerhin werde ich am Tag darauf 21 Jahre alt.

Ebendieser Fokus spielte zuletzt auch beim Teamwechsel eine große Rolle, wie wir erfahren haben. 

„Nach drei Jahren bei Kosak werde ich nach den Supercross Rennen keine KTM mehr fahren. Bei Kosak hat alles gepasst, der Grund für den Wechsel ist ein Zweitakter. Eine 250er 2-Takt Fantic vom Motocenter Hegau. Ich wollte schon länger eine 2-Takter fahren, da hat mir die Fantic einfach mehr zugesagt als die KTM. Ich dachte mir, Motorräder, die man ankicken muss, kann man gut fahren. Der Kontakt kam durch Elias Stapel zustande, der in Zukunft auch mein Teammate ist.“ 

Wenn alle Stricke reißen sollten, bestünde auch noch die Option wieder auf einen 4-Takter zu wechseln, ansonsten ist es aber geplant, dieses Jahr bei der DM250 und bei ausgesuchten ADAC-MX-Masters-Veranstaltungen an den Start zu gehen. „Die DM möchte ich durchfahren, bei den Masters, aber nur bei den Hartboden-Rennen. Sand macht mir einfach keinen Spaß. Da nutze ich die Zeit lieber zum Supercross trainieren.“ Aufgrund seines Alters darf er die 250er 2-Takt Fantic sogar noch im Youngster Cup bewegen und tritt damit in die Fußstapfen von Maximilian Spieß, der in dieser Konstellation sogar einige Siege einfuhr.

Verfolgt Paul Bloy im Livestream!

Die nun am kommenden Samstag sowie am 24. Februar anstehenden Arenacross Events in Großbritannien könnt ihr im Livestream unter https://www.arenacross-tv1.vhx.tv/products verfolgen.

Der Stream kostet knapp 12,- Euro pro Veranstaltung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert