MXGP of France – Eine Frage der Sicherheit

Start der MX2 beim. MXGP von Frankreich 2022, Ernée / Foto: SevenOnePictures

Beim MXGP von Frankreich kam es nach heftigen Regenfällen zu einem Eklat in der MXGP Klasse. Die Top-Piloten der Werksteams, unter anderem Tim Gajser, Jorge Prado und Jeremy Seewer weigerten sich das Qualifying Race zu fahren. Grund dafür war laut Seewer der Zustand der Startgeraden und der ersten Kurve.

Die Frage die sich nun stellt ist, war diese Entscheidung im Namen der Sicherheit gerechtfertigt oder handelten die Piloten überzogen. Der Regen der das Rennen der EMX125 mit voller Wucht traf, ging auch so schnell wie er gekommen war und so konnte die MX2 Klasse gänzlich ohne Wasser von oben ihr Qualirace austragen.

Dennoch kam es hier in der besagten Kurve zu einem Sturz, was aber auch in vielen anderen Rennen ganz ohne das Zutun von Wasser geschehen ist. Sicherlich hat die rutschige Bahn und das darauf befindliche Wasser ihren Teil dazu beigetragen. Aber ob 40 Piloten die gemeinsam auf eine 90-Grad Kurve zu rasen, diese immer heile verlassen (egal ob trocken oder nass) mag bezweifelt werden.

Die Entscheidung das Rennen nicht zu fahren kann man auch als Schlag ins Gesicht der kleineren Klassen sehen, die die Piloten der MXGP Klasse zum Teil immer noch als Vorbilder sehen. Gerade die EMX125 Piloten, die immer unter widrigen Bedingungen die Strecke für die hochbezahlten GP Piloten trocken fahren müssen, dürften die Entscheidung wohl am wenigsten verstehen.

Auch das Rennen der MX2 Klasse wurde bis auf den Startcrash, den alle Piloten glimpflich überstanden haben, ohne große Probleme zu Ende gefahren.

Valentin Guillod brachte es auf den Punkt

„Es hätte mich gestört, nicht zu fahren. Aber aus RESPEKT vor den Fans, die 35-45 Stunden pro Woche arbeiten, die ihre Ersparnisse einsetzen, um die besten Fahrer der Welt sehen zu können, mussten wir fahren. Ich bin enttäuscht, dass die Werksfahrer, die 500.000 im Jahr verdienen und nicht für ihre Teile bezahlen, das vergessen haben!“

Der ebenfalls an den Start gegangene Maxime Renaux war sich seiner Schuld gegenüber den Fans bewusst.: „Wir sind hier um den Fans eine Show zu bieten und wir als Profis / Factory-Rider werden dafür bezahlt um dies zu tun“

Viele von den deutschen Fans können sich noch an den ADAC MX Masters Lauf Bielstein im Jahr 2021 erinnern, wo es auch zu einem „Streik“ der Piloten kam. Auch hier hatten heftige Regenfälle die Strecke in eine Seenlandschaft verwandelt. Nach heftigen Diskussionen mit der Rennleitung entschied man sich eine Sightinglap zu fahren. Nach dieser standen dann doch die meisten Piloten am Gatter und waren im Endeffekt froh über diese Entscheidung.

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