Malcolm Stewart: Paris-Start geplatzt

Malcolm Stewart gewann 2025 den Titel beim Supercross Paris

Malcolm Stewart gewann 2025 den Titel beim Supercross Paris. / Foto: SX Paris

Malcolm Stewart wird seinen Titel als „King of Paris“ nicht verteidigen. Der Amerikaner fehlt beim Supercross Paris am 21. und 22. November 2026 in der Paris La Défense Arena. Dabei hatten die Veranstalter seine Rückkehr bereits angekündigt und sogar in Aussicht gestellt, dass Stewart in Frankreich erstmals mit seinem neuen Motorrad für die Saison 2027 antreten würde.

Ausgerechnet dieser geplante Teamwechsel scheint nun der Grund dafür zu sein, dass der Titelverteidiger zu Hause bleiben muss.

Stewart gilt seit Monaten als künftiger Fahrer des Monster Energy Kawasaki-Werksteams. Eine offizielle Bestätigung steht zwar weiterhin aus, dennoch wird sein Wechsel zu den Grünen aber längst als offenes Geheimnis gehandelt.

Dass Kawasaki einem Start in Paris zunächst nicht grundsätzlich abgeneigt gewesen sein soll, macht die Absage umso ärgerlicher. Offenbar kamen mehrere Faktoren zusammen, die einen Einsatz am Ende unmöglich machten.

Aus dem Überraschungsgast wurde der König von Paris

Für Stewart dürfte der Ausfall besonders bitter sein. Schließlich hatte er beim Supercross Paris 2025 einen seiner größten Erfolge gefeiert.

Damals rückte er erst kurzfristig ins Starterfeld und entwickelte sich anschließend zum dominierenden Fahrer des Wochenendes. Vier der sechs Rennen entschied Stewart für sich und sicherte sich bei der 42. Ausgabe der Veranstaltung den Titel „King of Paris“.

Für die Organisatoren stand deshalb früh fest, dass der Amerikaner 2026 zurückkehren sollte. In ihrer ursprünglichen Ankündigung betonten sie nicht nur Stewarts Begeisterung für die französische Hauptstadt und die Atmosphäre in der La Défense Arena. Sie versprachen den Fans auch einen Auftritt in seinen neuen Teamfarben, auf jener 450er, mit der er 2027 in den USA antreten soll.

Daraus wird nun nichts.

Kawasaki-Wechsel verhindert die Titelverteidigung

Hinter Stewarts bevorstehendem Wechsel steckt die Neuordnung des amerikanischen Motocross-Fahrerlagers. Rockstar Energy Husqvarna wird sein bisheriges Rennprogramm einstellen, weshalb sich die Fahrer nach neuen Teams umsehen mussten.

RJ Hampshire wurde bereits bei Red Bull Ducati Troy Lee Designs bestätigt. Ryder DiFrancesco und Daxton Bennick werden mit Red Bull KTM in Verbindung gebracht. Für Stewart führt der Weg aller Voraussicht nach zu Monster Energy Kawasaki.

Allerdings ist Kawasaki USA nicht unbedingt dafür bekannt, seine Werksfahrer regelmäßig zu internationalen Einladungsrennen zu schicken. Auch beim Motocross of Nations war das amerikanische Werksteam in der Vergangenheit nicht immer bereit, Fahrer und Material zur Verfügung zu stellen.

Im Fall von Stewart soll es zunächst dennoch Überlegungen gegeben haben, eine Ausnahme zu machen. Ein Auftritt mit der Startnummer 1 auf der neuen Kawasaki wäre schließlich auch aus Sicht des Herstellers eine interessante Gelegenheit gewesen, sich vor europäischem Publikum zu präsentieren.

Doch offenbar scheiterte die Planung nicht allein an der grundsätzlichen Bereitschaft des Teams.

Wie inzwischen bekannt wurde, gibt es auch logistische Schwierigkeiten bei der rechtzeitigen Bereitstellung von Stewarts neuer Rennmaschine. Gerade bei einem bevorstehenden Teamwechsel, bei dem Fahrer und Mannschaft möglichst viel Testzeit benötigen, ist ein zusätzlicher Überseeeinsatz nicht unbedingt einfach unterzubringen.

Dass Stewart deshalb tatsächlich nicht in Paris antreten wird, hat Veranstalter Eric Peronnard inzwischen bestätigt.

Wer ersetzt Malcolm Stewart?

Die Organisatoren arbeiten bereits daran, die entstandene Lücke im Starterfeld zu schließen.

Als möglicher Ersatz wird Jordon Smith gehandelt. Der Amerikaner könnte gemeinsam mit seinem neuen Triumph-Teamkollegen Aaron Plessinger nach Frankreich reisen. Eine Bestätigung dafür gibt es bislang allerdings nicht.

Auch ohne Stewart ist das Starterfeld prominent besetzt. Ken Roczen, Jo Shimoda und Tom Vialle gehören ebenso zu den angekündigten Fahrern wie die belgischen Brüder Lucas und Sacha Coenen.

Gerade hinter Lucas Coenen steht allerdings noch ein Fragezeichen. Der Belgier befindet sich nach seiner Verletzung weiterhin in der Genesungsphase. Ob er rechtzeitig für das Supercross Paris wieder einsatzbereit sein wird, bleibt abzuwarten.

Für die Veranstalter ist Stewarts Absage dennoch ein Rückschlag. Schließlich hatten sie den amtierenden Titelverteidiger nicht nur als einen der größten Namen im Starterfeld präsentiert, sondern zugleich seinen ersten Auftritt auf dem neuen Motorrad angekündigt.

2025 kam Malcolm Stewart als kurzfristiger Ersatzfahrer nach Paris und reiste als König wieder ab. Ein Jahr später muss die Veranstaltung nun selbst kurzfristig Ersatz für ihren Titelverteidiger finden.