KTM Plastik 2023 – Aftermarket guckt in die Röhre

KTM Plastik 2023

KTM Plastik 2023 / Foto: KTM

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Mit der Einführung der 2023er MX-Modelle von KTM und Husqvarna wird sich wohl für Kunden etwas ändern, denn KTM macht es der Zubehör-Industrie schwer. KTM Plastik der 2023 SX/SX-F Modelle, sowie die Plastiks der Husqvarna FC Modelle 2023 wurden mit einem so genannten „Gebrauchsmuster“ geschützt.

Wer sich ein neues Bike zulegt, bestellt sich oftmals auch neue Plastik-Teile dazu und verschönert sein Moped mit einem individuellen Dekor. In der Regel kommen hier neue Kunststoffteile aus der Zubehör-Industrie zum Einsatz, doch dies ändert sich mit den neuen SX-Modellen von KTM und FC-Modellen von Husqvarna.

Guckt die Zubehör-Industrie in die Röhre?

So haben wir eher zufällig erfahren, dass die Zubehör-Industrie für besagte Modelle keine KTM Plastik-Kits anbieten kann und haben nachgeforscht. Bei den gängigen Herstellern, wie zum Beispiel Polisport, Acerbis oder Racetech, werden derzeit keine Kits der 2023er Bikes angeboten.

Nun könnte man denken, dass auf Grund von Lieferengpässen oder der Neuheit der Modelle die Hersteller noch nicht so weit sind, jedoch scheint es anders zu sein. So haben wir von unseren Quellen die Info bekommen, dass die Österreicher auf bestimmte Teile in bestimmten Ländern ein Gebrauchsmusterschutz (Patent) angemeldet haben. Diese Form des Patents dient dem Schutz von mehr oder weniger „kleinen Erfindungen“ und gewährt dem Inhaber ein ausschließliches Recht.

Bei einem kurzen Check bei der WIPO – World Intellectual Property Organization – findet man schnell Patente, die dazu passen könnten. Dies führt dazu, dass ein Großteil der Zubehör-Industrie die Produkte stand heute nicht anbietet. Das bedeutet, dass die 2023 KTM und Husqvarna Kunststoffteile nur direkt von KTM und Husqvarna Händlern bezogen werden können.

Warum blockiert KTM die Zubehör-Industrie?

Doch zu welchem Zweck entschied sich KTM zu diesem Schritt und warum nicht schon früher? Der erste Grund, der einem einfällt ist natürlich Gewinne zu erziehlen. Aus der Offroad-Branche bietet die KTM-Gruppe wohl den größten Zubehör-Katalog überhaupt an. Bestimmte Teile bekommt man ausschließlich über KTM bzw. Husqvarna.

Die Plastik-Teile exklusiv anzubieten und die Zubehör-Industrie auszuschließen ist der nächste logische Schritt. Neben den zu erwartetenden Gewinnen könnte ein weiterer Grund sein, dass man die eigenen Händler stärkt. Denn möchte ein Kunde die Plastiks kaufen, muss er dies zwangsläufig über einen Händler tun. Bleibt zu hoffen, dass diese „Monopol“-Stellung nicht ausgenutzt wird.

Text: Martin Anderson
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