Jorge Prado: Schnellster Mann im Training – und dann das Aus
Jorge Prado musste nach einem Sturz das Main Event des Seattle Supercross auslassen. Align Media
Der Abend in Seattle begann für Jorge Prado eigentlich ideal. Der vierfache Weltmeister stellte seine Klasse im Qualifying erneut unter Beweis und markierte mit einer 50,600-Sekunden-Runde die schnellste Zeit des Tages – bereits zum zweiten Mal in Folge. Dabei distanzierte er sogar Teamkollege Eli Tomac deutlich.
Geschwindigkeit und Rhythmus stimmten. Trotz eines Sturzes im zweiten Qualifying-Durchgang blieb Prado an der Spitze des Zeitentableaus. Genau das machte das spätere Aus besonders schmerzhaft.
Der Sturz und die erste Entwarnung
Im zweiten Qualifying kam es zu einem Zwischenfall. Prado stürzte und hielt sich unmittelbar danach die Schulter. Im Fahrerlager war sofort klar, dass dieser Moment entscheidend sein könnte. Er begab sich ins Medical Center und wurde untersucht. Zunächst gab es Entwarnung: Aus medizinischer Sicht schien einem Start nichts im Wege zu stehen.
Prado stellte sich für sein Heat-Rennen an das Gatter. Doch direkt nach der ersten Kurve rollte er aus dem Rennen und steuerte an den Streckenrand. Wenig später bestätigte die NBC-Übertragung offiziell: Prado ist für den restlichen Abend raus.
Keine Strategie, sondern Schmerz
Nach Angaben des Teams war der Rückzug keineswegs taktischer Natur. Vielmehr machte sich deutliches Unwohlsein in der Schulter bemerkbar – jener Schulter, in der sich noch immer Metallimplantate aus einer früheren Verletzung befinden.
Auch wenn er nach dem Sturz zunächst grünes Licht erhalten hatte, zeigte sich im Rennbetrieb schnell, dass die Belastung zu groß war. Ein Weitermachen hätte ein unnötiges Risiko bedeutet. Damit wird Prado erneut früh in der Supercross-Saison durch Schulterprobleme ausgebremst.
Tempo vorhanden – Punkte fehlen
Der Zeitpunkt ist bitter. Prado war stark in die Saison gestartet und hatte in den vergangenen Wochen sichtbar an Stabilität gewonnen. Zwei Qualifying-Bestzeiten in Folge – selbst nach dem Sturz in Seattle – unterstreichen seine aktuelle Form.
Doch Punkte werden erst im Main Event vergeben. Anstatt um ein Spitzenresultat zu kämpfen, musste er den Rest des Abends von außen verfolgen. Besonders frustrierend: Die Geschwindigkeit war da.
Wie geht es weiter?
Nun stehen weitere medizinische Untersuchungen an. Eine genaue Diagnose liegt noch nicht vor, ebenso wenig eine konkrete Aussage zur Ausfallzeit. Die Hoffnung im Team ist, dass es sich lediglich um eine kurzfristige Reaktion handelt und keine längere Pause notwendig wird.
Seattle hat gezeigt, dass Prado aktuell zu den schnellsten Fahrern im Feld gehört. Entscheidend wird nun sein, wie schnell er vollständig beschwerdefrei zurückkehren kann.
