Indian Supercross: Deutsche Fahrer kämpfen um Startplätze
Die Indian Supercross Racing League startet das Bieterverfahren für die Saison 2026.. / Foto: ISRL
Die Indian Supercross Racing League (ISRL) bereitet ihre dritte Saison vor. Zwischen Dezember 2026 und Februar 2027 sollen drei Rennwochenenden stattfinden. Mit dabei sein könnten erneut mehrere deutsche Fahrer. Doch bevor sie in Indien ans Startgatter rollen können, müssen sie sich zunächst gegen zahlreiche internationale Konkurrenten durchsetzen.
Denn die ISRL funktioniert anders als die meisten etablierten Motocross- und Supercross-Meisterschaften. Die Fahrer melden sich für einen Auswahlpool an, aus dem die teilnehmenden Teams anschließend im Rahmen eines Auktionsverfahrens ihre Mannschaften zusammenstellen.
Eine Registrierung bedeutet deshalb noch lange keinen sicheren Startplatz.
Unter den zahlreichen Bewerbern befinden sich auch einige bekannte deutsche Namen. Besonders für Nico Koch, Maximilian Werner und Uli Stocker könnte ein Engagement in Indien eine interessante Gelegenheit sein, ihre sportlichen Pläne fortzusetzen.
Nico Koch: Nach dem WSX-Aus eine neue Gelegenheit?
Für Nico Koch kommt die dritte ISRL-Saison zu einem Zeitpunkt, an dem sich der internationale Supercross-Kalender gerade erheblich verändert.
Erst am 7. Oktober wurde bekannt, dass die FIM World Supercross Championship ihre Saison 2026 mit sofortiger Wirkung beendet. Nach nur einem ausgetragenen Rennen in Kanada ist Schluss. Für Fahrer, die auf zusätzliche internationale Supercross-Einsätze gesetzt hatten, fallen damit wichtige Startmöglichkeiten weg.
Koch dürfte sich deshalb über die Aussicht auf Rennen in Indien freuen. Der Deutsche gehört zum Fahrerpool der 250-ccm-Klasse und wird dort unter der Startnummer 12 geführt. Allerdings ist die Konkurrenz groß. Neben zahlreichen französischen, australischen und amerikanischen Fahrern haben sich auch weitere Europäer für die Auswahl registriert.
Ob Koch tatsächlich einen Platz in einem der Teams erhält, entscheidet sich erst im Auktionsverfahren.
Maximilian Werner hofft auf die Rückkehr
Auch Maximilian Werner möchte wieder in Indien antreten. Nach seiner langen Verletzungspause wäre eine Teilnahme an der dritten ISRL-Saison eine weitere Gelegenheit, Rennpraxis zu sammeln und sich international zu präsentieren.
Werner steht in der 250-ccm-Auswahl unter der Nummer 5. Damit gehört er zu den Fahrern, die von den Teams für einen Einsatz berücksichtigt werden können. Sein Wunsch nach einer Rückkehr allein reicht allerdings nicht aus. Wie alle anderen registrierten Fahrer muss er darauf hoffen, dass eines der Teams bei der Zusammenstellung seines Kaders auf ihn setzt.
Gerade nach einer längeren Verletzungspause wäre ein Start in Indien sportlich interessant. Die Serie bietet internationale Konkurrenz und ein Rennformat, das sich deutlich von klassischen europäischen Motocross-Veranstaltungen unterscheidet.
Uli Stocker arbeitet am Comeback
Für Uli Stocker hätte eine mögliche Teilnahme eine noch persönlichere Bedeutung. Nach seiner schweren Handverletzung arbeitet der Deutsche daran, wieder an das Startgatter zurückzukehren. Die Indian Supercross Racing League könnte dafür eine passende Gelegenheit bieten.
Stocker wird im Auswahlpool der 450-ccm-Klasse unter der Nummer 1 geführt.
Dass er sich für die dritte Saison registriert hat, zeigt zumindest, dass er eine Rückkehr in den Rennsport anstrebt. Ob es tatsächlich zu einem Start kommt, hängt neben seiner sportlichen Vorbereitung auch vom Ausgang der Fahrerauswahl ab.
Stocker wäre damit einer von mehreren deutschen Piloten, für die die ISRL mehr als nur ein zusätzlicher Termin im Rennkalender sein könnte.
Auch Paul Haberland und Paul Bloy stehen auf der Liste
Die deutsche Beteiligung am Auswahlverfahren beschränkt sich allerdings nicht auf Koch, Werner und Stocker. In der 450-ccm-Kategorie findet sich mit Paul Haberland ein weiterer bekannter Name. Er wird auf der Liste unter der Nummer 2 geführt.
Auch in der 250-ccm-Klasse gibt es zusätzliche deutsche Bewerber. Neben Koch und Werner steht dort Paul Bloy, der unter der Nummer 38 geführt wird.
Damit sind auf den veröffentlichten Listen insgesamt fünf deutsche Fahrer vertreten. Eine Garantie auf einen Startplatz hat allerdings keiner von ihnen. Das Teilnehmerfeld ist international breit aufgestellt, und die Teams können aus zahlreichen Bewerbern wählen.
Mehr als 40 Fahrer allein in der 250er-Klasse
Ein Blick auf die veröffentlichten Fahrerlisten zeigt, wie groß die Konkurrenz tatsächlich ist. Allein im 250-ccm-Pool sind 49 Fahrer aufgeführt. In der 450-ccm-Kategorie stehen weitere 37 Namen. Die Bewerber kommen unter anderem aus Frankreich, Australien, den USA, Italien, Spanien, der Schweiz, Schweden und Südafrika.
In der 250er-Klasse finden sich beispielsweise der Österreicher Marcel Stauffer, der Schweizer Luca Diserens sowie zahlreiche französische Supercross-Spezialisten.
Auch in der 450er-Kategorie ist das Feld mit Fahrern wie Jordi Tixier, Anthony Bourdon, Thomas Ramette und Greg Aranda international erfahren besetzt. Für die deutschen Bewerber wird es deshalb keineswegs einfach, sich einen der begehrten Plätze zu sichern.
Das Auktionsverfahren ist ein wesentlicher Bestandteil des ISRL-Konzepts. Die Teams stellen ihre Fahrer nicht ausschließlich über klassische Vertragsverhandlungen zusammen, sondern wählen aus dem registrierten Pool.
Erst danach steht fest, welche Fahrer tatsächlich bei den Rennen antreten werden.
Drei Rennwochenenden zwischen Dezember und Februar
Die dritte Saison der Indian Supercross Racing League soll sich über drei Veranstaltungen erstrecken. Den Auftakt bildet das Wochenende vom 19. und 20. Dezember 2026. Anschließend folgen zwei weitere Veranstaltungen am 23. und 24. Januar sowie am 6. und 7. Februar 2027.
Die Austragungsorte sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. An jedem Rennwochenende sind zwei Veranstaltungstage vorgesehen, an denen Trainings, Qualifikationsläufe und Hauptrennen stattfinden.
Neben den internationalen Fahrern sollen auch indische Nachwuchstalente stärker eingebunden werden. Mit der neuen Indian-Futures-Kategorie möchte die Liga die Entwicklung einheimischer Fahrer fördern. Zusätzlich sollen die bereits bekannten Fan Parks wieder Teil der Veranstaltungen werden.
Über 55.000 Zuschauer in der zweiten Saison
Dass Supercross in Indien auf Interesse stößt, zeigen die Zuschauerzahlen der vergangenen Saison. Nach Angaben der Veranstalter verfolgten mehr als 55.000 Menschen die drei Rennveranstaltungen der zweiten ISRL-Saison vor Ort.
Für die Verantwortlichen ist das ein Argument, die Meisterschaft weiter auszubauen.
Während die World Supercross Championship derzeit um ihre Zukunft kämpft, verfolgt die indische Rennserie damit einen anderen Ansatz: drei Rennwochenenden, ein auf den heimischen Markt zugeschnittenes Veranstaltungskonzept und internationale Fahrer, die gemeinsam mit indischen Talenten antreten.
Ob sich daraus langfristig eine wirtschaftlich erfolgreiche Meisterschaft entwickelt, muss sich zeigen. Die dritte Saison soll jedenfalls den nächsten Schritt bringen.
Für die deutschen Fahrer geht es zunächst um etwas wesentlich Konkreteres.
Nico Koch, Maximilian Werner, Uli Stocker, Paul Haberland und Paul Bloy stehen auf den Listen. Ob sie im Dezember tatsächlich in Indien am Startgatter stehen, entscheidet sich erst, wenn die Teams ihre Auswahl getroffen haben.
