Hunter Lawrence feiert ersten 450SX-Sieg in Arlington
Hunter Lawrence gewinnt endlich sein erstes 450SX Main Event. / Foto: Feld Entertainment
Der Moment war überfällig. Seit Saisonbeginn fuhr Hunter Lawrence konstant vorne mit, stand mehrfach auf dem Podium – doch der erste Sieg in der 450SX-Klasse ließ auf sich warten. Bis Arlington.
Beim siebten Lauf der AMA Supercross Championship im AT&T Stadium platzte der Knoten. Lawrence gewann erstmals ein Rennen der Premier Class im Supercross – und setzte damit ein deutliches Zeichen im Titelkampf.
Der Schlüssel: endlich ein guter Start
Dass Lawrence die Pace besitzt, um Rennen zu gewinnen, war in den ersten Wochen der Saison längst sichtbar. Vier zweite Plätze in sechs Rennen sprechen eine klare Sprache. Doch in einer Klasse mit Fahrern wie Ken Roczen, Cooper Webb und Eli Tomac entscheidet oft ein Detail – der Start.
Genau dort lag diesmal der Unterschied. „Eigentlich habe ich nichts grundlegend anders gemacht“, erklärte Lawrence nach dem Rennen. „Der wichtigste Punkt war der Start. In dieser Klasse ist es extrem schwer, nach einem schlechten Start noch um den Sieg zu kämpfen.“
Diesmal kam der Australier sauber durch die erste Kurve und sortierte sich sofort in den Top fünf ein – eine völlig andere Ausgangslage als in einigen Rennen zuvor.
Ein Rennen wie ein Schachspiel
An der Spitze entwickelte sich schnell ein Vierkampf. Roczen führte zunächst das Feld an, dahinter lauerten Webb und Lawrence. Wenig später arbeitete sich auch Tomac nach vorne. Über mehrere Runden hinweg belauerte Lawrence den Deutschen, suchte nach einer Lücke, ohne dabei unnötige Risiken einzugehen.
„Das war wie ein Schachspiel“, sagte Lawrence über das Duell mit Roczen. „Er machte einen kleinen Fehler, ich versuchte es – aber dann hatte er wieder die Innenlinie für die nächste Kurve.“
Geduld wurde zum entscheidenden Faktor. Erst im letzten Renndrittel gelang schließlich der entscheidende Angriff.
Hochspannung im Vierkampf
Als Lawrence die Führung übernahm, war das Rennen längst noch nicht entschieden. Webb und Tomac lagen direkt dahinter, während Roczen weiterhin in Schlagdistanz blieb. Ein Fehler hätte sofort mehrere Positionen kosten können.
„Du spielst gleichzeitig Verteidigung und Angriff“, beschrieb Lawrence die Situation. „Wenn du den Pass setzt und dabei einen Fehler machst, bist du sofort wieder eine Position los.“
Genau diese Situationen seien es aber, die für ihn den Reiz des Sports ausmachen. „Das sind diese Momente mit maximalem Druck. Und genau das liebe ich. Es macht einfach Spaß.“
Tomac setzt zum Angriff an
Kurz nachdem Lawrence Roczen überholt hatte, schob sich auch Tomac nach vorne. Der Amerikaner arbeitete sich auf Platz zwei und setzte in den letzten Minuten alles daran, den Australier noch einmal unter Druck zu setzen.
Doch Lawrence blieb ruhig. Auf der letzten Runde ging es nur noch darum, keine Fehler zu machen. „Ich habe mir einfach gesagt: Noch eine Runde. Triff deine Linien, mach nichts Dummes und bring das Ding ins Ziel.“
Genau das tat er. Mit 2,8 Sekunden Vorsprung fuhr Hunter Lawrence über die Ziellinie – und holte sich seinen ersten Sieg in der 450SX-Klasse. Ausgerechnet in Arlington, wo er bereits 2021 seinen ersten Erfolg in der 250SX-Klasse gefeiert hatte.
Ein Sieg – aber keine Kursänderung
Trotz des emotionalen Moments blieb Hunter Lawrence nach dem Rennen erstaunlich nüchtern. Für ihn ändert der Sieg wenig an der Strategie für die kommenden Wochen. „Eigentlich nicht viel“, erklärte er mit Blick auf die Meisterschaft. „Ich gehe jedes Rennen gleich an und das hat bisher gut funktioniert. Also mache ich einfach genauso weiter.“
Der erste Sieg ist damit abgehakt. Der Titelkampf dagegen hat gerade erst eine neue Dynamik bekommen.
