Gehen der MXGP die Fahrer aus?

Fahrermangel in der MXGP

Fahrermangel in der MXGP / Foto: SevenOnePictures

Zum wiederholten Male musste nun ein Team der Öffentlichkeit mitteilen auch weiterhin auf einen seiner Stammfahrer verzichten zu müssen. So teilte Kawasaki und Romain Febvre mit, dass es eine unbestimmte Zeit dauern wird um wieder am Renngeschehen teilnehmen zu können.

Sowohl Febvre als auch das Kawasaki Racing Team MXGP hatten hohe Erwartungen für diese Saison, aber der MXGP-Vizeweltmeister von 2021 muss sich noch einige Wochen gedulden, bevor er seine Rennaktivitäten wieder aufnehmen kann.

„Es ist natürlich frustrierend, aber es gibt keine andere Möglichkeit als eine weitere Operation nächste Woche. Sie werden mein Bein öffnen, die Knochen reinigen und ein Knochentransplantat machen, indem sie etwas Knochen aus meiner Hüfte entnehmen. Ich habe meinem Chirurgen bereits gesagt, dass ich, wenn es nötig ist, eine Platte oder was auch immer einsetzen möchte, um eine optimale Genesung zu gewährleisten.“

„Niemand kann sagen, wie lange es dauern wird, bis ich mich erholt habe, aber wenn sie mein Bein öffnen, werden sie mir sicher mehr Details geben können. Mein Ziel bleibt das gleiche: hart zu arbeiten und so schnell wie möglich wieder Rennen zu fahren. Das Team stand von Anfang an voll hinter mir und ich kann es kaum erwarten, mit ihnen auf die Rennstrecke zu gehen.“

Das Team hat vom ersten Tag an hinter Romain gestanden

Der Teammanager des Kawasaki Racing Team MXGP, Antti Pyrhönen kennt die Situation von Romain aus eigener Erfahrung: „Wir wussten, dass es sich um eine schwere Beinverletzung handelt und wir haben alles getan, um sie gut zu heilen, aber es braucht noch mehr Behandlung, in diesem Fall eine Operation und mehr Zeit. Ich selbst hatte während meiner Rennkarriere eine ähnliche Beinverletzung, daher weiß ich aus erster Hand, was Romain durchmacht. Das Wichtigste ist, dass sein Bein bei seiner Rückkehr zu 100 % wiederhergestellt ist. Es wird vollständig heilen, aber das braucht Zeit. Das Team hat vom ersten Tag an hinter Romain gestanden und wird dies auch weiterhin tun. Wir freuen uns darauf, gemeinsam daran zu arbeiten, dass er wieder an der Spitze des Feldes steht, wenn er gesund ist.“

Das der Druck dadurch beim neuen Kawasaki Werksteam groß ist spürt man beim Teamkollegen von Febvre, Ben Watson, deutlich. Der Brite tut sich auf der Kawasaki sichtlich schwer und findet sich immer wieder im Mittelfeld der MXGP Klasse. Das kann auf keinen Fall im Interesse von Kawasaki liegen.

KTM Pilot Jeffrey Herlings kuriert schon länger seine sich in der Vorsaison zugezogene Verletzung aus und denkt scheinbar über einen Wechsel in die USA nach? Also stellt sich die Frage, warum sucht man sich keinen Ersatz für die verletzten Piloten?

Neue Werksfahrer für Kawasaki und KTM?

Im RedBull KTM Team wird bisher nach einem unglücklichen Einsatz von Mathys Boisrame im vergangenen Jahr, auf einen Ersatzfahrer für den verletzten Jeffrey Herlings verzichtet. Der momentan 10-Platzierte Thomas Kjer Olsen könnte aber wohl auf Grund der Markenzugehöhrigkeit schnell in das KTM Werksteam wechseln. Doch auch den Dänen plagt gerade eine Verletzung und musste auf einen Start beim MXGP of Portugal verzichten.

Kawasaki könnte auf Jed Beaton zurückgreifen, um den Druck von Ben Watson zu nehmen. Der Australier beeindruckte beim Auftakt in Matterley Basin mit den Plätzen 5 und 7. Auch wenn er immer wieder mit Höhen und Tiefen zu kämpfen hat, steht der F&H Pilot in der Meisterschaft momentan vor dem derzeitigen Kawasaki Werksfahrer Ben Watson, auf Platz 12 und wäre eine Option für Kawasaki.

Generell muss man aber feststellen, dass sich die Alternativen für die Werksteams leider nicht wie Sand am Meer finden. Von daher müssen wir uns wohl daran gewöhnen, dass diese auf die notwendigen Fahrer für gefüllte Startgatter verzichten werden.

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