EnduroGP Spanien: Garcia dominiert und Sydow meldet sich zurück
Jeremy Sydow feierte beim EnduroGP in Spanien sein Comeback. / Foto: Future7Media
Der EnduroGP Oliana hat geliefert. Schwierige Bedingungen, volle Zuschauerränge und ein Wochenende, das sportlich ziemlich klar in eine Richtung ging. Josep Garcia nutzt sein Heimspiel und macht genau das, was man von einem Titelverteidiger erwartet – er gewinnt. Zweimal. Und zwar nicht irgendwie, sondern mit einer Souveränität, die aktuell kaum jemand matchen kann.
Während vorne alles nach Kontrolle aussah, spielte sich aus deutscher Sicht eine andere, nicht weniger interessante Geschichte etwas weiter dahinter ab.
Garcia fährt sein Wochenende einfach durch
Schon im Super Test am Freitag setzte Garcia den ersten Marker. Schnellste Zeit, knapp eine Sekunde Vorsprung – ein Statement vor heimischem Publikum, aber noch kein Selbstläufer.
Am Samstag wurde es dann deutlich anspruchsvoller. Regen in der Nacht hatte die Strecke komplett verändert, die Bedingungen waren rutschig und schwer zu lesen – vor allem für die ersten Fahrer auf der Strecke. Garcia gehörte genau zu dieser Gruppe.
Die erste Runde lief noch nicht rund, der Rhythmus fehlte, die Zeiten waren nicht da, wo sie sein sollten. Aber genau hier zeigt sich, warum er aktuell das Maß der Dinge ist. Runde für Runde kam er besser rein, wurde konstanter und nutzte die Fehler der Konkurrenz. Auf der vorletzten Prüfung übernahm er die Führung – und zog danach davon.
Am Ende standen 45 Sekunden Vorsprung auf der Uhr. Dazu der Sieg in der E1-Klasse. Ein Rennen, das nicht von Anfang an kontrolliert war, aber genau im richtigen Moment entschieden wurde.
Am Sonntag machte Garcia dann kurzen Prozess. Frühe Führung, saubere Linien, konstantes Tempo – und vor allem keine Fehler. Das Ergebnis: zweiter Gesamtsieg, diesmal mit rund 40 Sekunden Vorsprung, und erneut Platz eins in der E1.
Vier Siege in vier Fahrtagen der E1-Klasse – der Saisonstart ist nahezu perfekt.
Sydow: Erst kurz raus, dann sauber reingefunden
Aus deutscher Sicht richteten sich die Blicke klar auf Jeremy Sydow. Neues Kapitel als Triumph-Werksfahrer, dazu ein verspäteter EnduroGP-Einstieg nach der verpassten Auftaktrunde – die Ausgangslage war alles andere als gewöhnlich.
Der Auftakt in den Super Test? Eher spektakulär als geplant. Ein Abflug, der schnell die Runde machte, aber sportlich natürlich nicht das widerspiegelt, worum es an so einem Wochenende eigentlich geht. Entscheidend war, wie er darauf reagiert – und genau da wurde es interessant.
Sydow ließ sich davon nicht aus der Spur bringen und fand am ersten Fahrtag direkt in seinen Rhythmus. Platz fünf in der E1-Klasse ist in dieser Situation mehr als nur ein solides Ergebnis, vor allem wenn man bedenkt, dass es für ihn darum ging, überhaupt wieder in den Rennmodus zu kommen.
Am zweiten Tag ging es in eine ähnliche Richtung weiter. Platz sechs, erneut konstant, erneut ohne große Ausschläge. Kein spektakulärer Sprung nach vorne, aber genau die Art von Wochenende, die man nach einer Zwangspause braucht.
Denn am Ende war es genau das: ein Einstieg unter realen Bedingungen, ohne große Vorbereitung im Rennkontext.
Kein Feuerwerk – aber ein Auftritt, der zeigt, dass die Basis stimmt.
Ein Wochenende mit klarer Richtung
Nach zwei Runden ist die Ausgangslage eindeutig. Josep Garcia führt die Gesamtwertung und hat sich in der E1-Klasse bereits ein ordentliches Polster aufgebaut.
Oliana war kein Wochenende der großen Überraschungen. Es war eher eines, das Dinge bestätigt hat. Wer aktuell den Ton angibt – und wer sich Schritt für Schritt in die Saison reinarbeitet.
Die nächste Antwort kommt beim EnduroGP in Finnland. Und die dürfte wieder ganz anders aussehen.
