Zweiter Fahrer weg: Was ist los beim Team Honda Maddii ABF Italia?
Niccolò Mannini und Maddii Honda Racing gehen ab sofort getrennte Wege
Im europäischen Motocross-Nachwuchs gehört das Team Honda Maddii ABF Italia seit Jahren zu den etablierten Adressen. Umso auffälliger wirkt derzeit die Entwicklung rund um die italienische Mannschaft. Innerhalb weniger Wochen hat das Team zwei Fahrer verloren – zuletzt trennten sich die Wege von Niccolò Mannini und dem Team.
Trennung „im gegenseitigen Einvernehmen“
In einer kurzen Mitteilung bestätigte das Team das Ende der Zusammenarbeit mit dem jungen Italiener. Man habe sich im gegenseitigen Einvernehmen dazu entschieden, künftig getrennte Wege zu gehen, da die jeweiligen sportlichen Programme für den weiteren Saisonverlauf nicht mehr vollständig kompatibel seien.
Konkrete Details nennt das Statement nicht. Das Team bedankt sich bei Mannini für sein Engagement und wünscht ihm für seine weitere Karriere alles Gute.
Gerade diese knappe Erklärung sorgt jedoch für Gesprächsstoff im Fahrerlager.
Geplantes EMX250-Debüt fällt ins Wasser
Die Trennung kommt überraschend, denn Niccolò Mannini galt als eines der interessanteren Nachwuchstalente Italiens. In der Saison 2025 belegte er Platz vier in der Gesamtwertung der EMX125-Europameisterschaft und gehörte damit zu den konstantesten Fahrern der Klasse.
Für 2026 war der nächste Schritt geplant: der Aufstieg in die EMX250. Dort sollte Mannini mit dem Team Honda Maddii ABF Italia am kommenden Wochenende beim Grand Prix in Almonte sein Debüt geben und sich in der nächsthöheren Kategorie etablieren.
Schon der zweite Fahrerabgang
Besonders bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenhang. Mannini ist bereits der zweite Fahrer, der das Team innerhalb kurzer Zeit verlassen hat.
Zuvor hatte sich das Team bereits von Marc-Antoine Rossi getrennt. Offiziell geschah dies aus gesundheitlichen Gründen. Rossi kämpfte zuletzt immer wieder mit körperlichen Problemen, weshalb man sich entschied, die Zusammenarbeit zu beenden. Dieser wurde ersetzt durch den Franzosen Maxime Grau.
Auch wenn dieser erste Abschied nachvollziehbar erklärt wurde, sorgt nun der zweite Abgang innerhalb weniger Wochen für zusätzliche Aufmerksamkeit.
Ungewöhnliche Entwicklung für ein Nachwuchsteam
Das Team Maddii gilt seit Jahren als wichtige Plattform für junge Fahrer in Europa. Gerade in den Klassen EMX125 und EMX250 hat die Mannschaft regelmäßig Talente entwickelt, die später in der Weltmeisterschaft Fuß fassen.
Umso ungewöhnlicher ist die aktuelle Situation. Zwei Fahrerabgänge innerhalb kurzer Zeit sind im Nachwuchsbereich zwar nicht völlig ungewöhnlich, doch sie werfen zwangsläufig Fragen zur sportlichen Planung auf.
Offene Fragen im Fahrerlager
Offiziell spricht das Team lediglich von unterschiedlichen sportlichen Programmen im Fall Mannini. Hinter solchen Formulierungen können im Motorsport jedoch viele Faktoren stehen: unterschiedliche Erwartungen, organisatorische Veränderungen oder auch Anpassungen innerhalb der Teamstruktur.
Konkrete Hinweise darauf gibt es bislang nicht. Fest steht jedoch: Die personellen Veränderungen beim Team Honda Maddii ABF Italia bleiben im Fahrerlager nicht unbemerkt.
Wie geht es weiter?
Für Niccolò Mannini dürfte sich nun die Frage nach einem neuen Team stellen. Nach seinem starken vierten Platz in der EMX125-Gesamtwertung 2025 besitzt der Italiener weiterhin ein interessantes Profil für Teams in der EMX250.
Gleichzeitig bleibt spannend, wie sich die Situation beim Team Maddii weiterentwickelt – und ob die beiden Abgänge lediglich Zufall sind oder Teil einer größeren Veränderung innerhalb der Mannschaft.
Denn eines steht fest: Zwei Fahrertrennungen innerhalb weniger Wochen sind im europäischen Motocross alles andere als alltäglich.
