Über 20 Prozent weniger Starter: Die Starterliste des Spanien-GP wirft Fragen

Der Track des MXGP von Spanien in Almonte

Der Track des MXGP von Spanien in Almonte

Noch bevor in Almonte das erste Motorrad gestartet ist, sorgt bereits ein Blick auf die im Umlauf befindlichen Entry-Lists für Gesprächsstoff. Die aktuellen Starterlisten zeigen einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Grand Prix in Castilla-La-Manche im Vorjahr. Verglichen mit dem Spanien-Grand-Prix 2025 stehen derzeit über 20 Prozent weniger Fahrer auf der Liste.

Noch handelt es sich offiziell um „Provisional Entries“, also vorläufige Nennungen. Erfahrungsgemäß können bis zum Rennwochenende noch einzelne Fahrer hinzukommen. Doch selbst wenn sich das Feld noch leicht vergrößert, bleibt der Unterschied zum Vorjahr bemerkenswert.

Ein Rückgang von über 20 Prozent

Beim Spanien-GP 2025 in Castilla La Mancha waren insgesamt 155 Fahrer in den Klassen MXGP, MX2, EMX250 und EMX125 gemeldet. Für den Grand Prix 2026 in Almonte stehen aktuell 120 Fahrer auf der Entry-List. Damit fehlen derzeit 35 Starter, was einem Rückgang von rund 22,6 Prozent entspricht.

Das ist keine kleine Schwankung mehr, sondern ein deutlich sichtbarer Unterschied am Startgatter.

Der Zeitpunkt macht den Rückgang besonders auffällig

Der Blick auf den Kalender macht die Situation noch interessanter. Almonte ist das erste MXGP-Rennen der Saison auf europäischem Boden. Traditionell gelten genau diese Rennen als besonders attraktiv für Fahrer und Teams. Die Reisewege sind kürzer, die Transportkosten deutlich geringer und viele Privatfahrer nutzen die europäischen Grands Prix als Einstieg in die Saison.

Gerade deshalb hätte man in Spanien eigentlich mit einem größeren Feld rechnen können. Stattdessen zeigt sich aktuell das Gegenteil.

Auffällig: In Argentinien wurden die WM-Klassen noch aufgefüllt

Ein weiterer Punkt fällt bei einem andere Vergleich auf. Beim Saisonauftakt in Argentinien waren die Startfelder in den WM-Klassen teilweise mit lokalen Fahrern ergänzt worden. Solche Wildcard-Starter sind bei Übersee-Grands-Prix nicht ungewöhnlich und sorgen häufig dafür, dass die Startgatter zumindest optisch besser gefüllt sind.

In Almonte hingegen fehlen solche zusätzlichen lokalen Starter bislang komplett. Weder in der MXGP noch in der MX2 sind aktuell nationale Fahrer als Ergänzung gemeldet, ausgenommen von Fahrern wie Oriol Oliver oder Ruben Fernandez die generell in der Weltmeisterschaft aktiv sind. Dadurch wirken die Startfelder derzeit deutlich kompakter als noch beim Saisonauftakt.

Besonders die Nachwuchsklassen verlieren Starter

Während sich die Starterzahlen in den beiden WM-Klassen nur moderat verändern, fällt der Rückgang besonders in den EMX-Kategorien auf. In der EMX250-Klasse stehen derzeit vier Fahrer weniger auf der Liste als im Vorjahr. Das Feld bleibt damit relativ stabil, auch wenn der Trend leicht nach unten zeigt.

Deutlich drastischer ist die Situation jedoch in der EMX125. Dort sinkt die Zahl der gemeldeten Fahrer von 55 auf aktuell nur noch 29. Damit fehlt fast die Hälfte des Feldes. Gerade diese Klasse gilt eigentlich als wichtigste Plattform für junge Talente im europäischen Motocross. Wenn ausgerechnet dort die Starterzahlen so stark zurückgehen, fällt das im Fahrerlager zwangsläufig auf.

Vorläufige Nennungen – aber ein klarer Trend

Natürlich muss berücksichtigt werden, dass die aktuellen Listen nur vorläufige Nennungen („Provisional Entries“) darstellen. Kurzfristige Meldungen sind bis kurz vor dem Rennwochenende möglich.

Doch selbst wenn noch einige Fahrer hinzukommen sollten, bleibt der Unterschied zum Vorjahr erheblich. Ein Rückgang von über 20 Prozent lässt sich nicht allein durch kurzfristige Nachmeldungen erklären.

Mehr als nur eine statistische Randnotiz

Der Spanien-GP in Almonte markiert den Beginn der europäischen Phase der Weltmeisterschaft – normalerweise ein Zeitpunkt, an dem die Startgatter besonders gut gefüllt sind.

Dass ausgerechnet hier mehr als ein Fünftel der Fahrer fehlt, dürfte deshalb im Fahrerlager genau beobachtet werden.

Ob es sich nur um eine Momentaufnahme handelt oder um ein erstes Zeichen für eine breitere Entwicklung im internationalen Motocross, wird sich vermutlich erst im Verlauf der Saison zeigen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Entry-List von Almonte liefert ein Thema, das über das Rennwochenende hinaus diskutiert werden dürfte.