Van de Moosdijk vor Titelverteidigung: Stabilität statt Veränderung
Roan Van de Moosdijk geht 2026 als Titelverteidiger im ADAC MX Masters an den Start. / Foto: ADAC
Zehn Jahre nach Glenn Coldenhoff hat Roan van de Moosdijk den ADAC MX Masters Titel zurück in die Niederlande geholt. Für das Kosak Racing Team war es gleichzeitig der erste Fahrertitel in der Königsklasse. Die Ausgangslage für 2026 ist damit eindeutig: Van de Moosdijk geht als Titelverteidiger in die Saison – allerdings ohne große Veränderungen im Hintergrund.
Vorbereitung ohne Umbruch
Die Vorbereitung verlief bewusst unspektakulär. Van de Moosdijk hat sich entschieden, den Weg aus dem Vorjahr nahezu unverändert fortzusetzen. Das betrifft sowohl das Trainingskonzept als auch das Material. Die längere Offseason kam ihm dabei entgegen, da der Saisonstart später angesetzt ist als gewohnt.
Diese zusätzliche Zeit wurde genutzt, um mehr Einheiten auf dem Motorrad zu absolvieren und gezielt Rennpraxis zu sammeln. Vorbereitungsrennen in den Niederlanden sowie ein Einsatz in Deutschland dienten dazu, früh wieder in den Rhythmus zu kommen. Der Fokus lag darauf, sich schrittweise an das Wettkampftempo heranzutasten.
Technik bleibt konstant
Auch technisch bleibt vieles beim Alten. Am Motorrad wurde kaum etwas verändert, das Setup aus der Meistersaison bildet weiterhin die Grundlage. Van de Moosdijk fühlte sich von Beginn an wohl auf dem aktuellen KTM-Modell, größere Anpassungen waren nicht notwendig.
Die Zusammenarbeit mit Trainer Marc de Reuver bleibt bestehen, ebenso die technische Basis mit WP im Fahrwerksbereich. Statt Umstellungen geht es darum, das bestehende Paket weiter zu verfeinern und im Detail zu verbessern.
Team als entscheidender Faktor
Ein zentraler Punkt bleibt das Umfeld im Kosak Racing Team. Seit seinem Einstieg während der Saison 2024 hat sich van de Moosdijk schnell integriert. Der Titelgewinn im vergangenen Jahr war das Ergebnis dieser Entwicklung.
Das Team arbeitet in einer kompakten Struktur mit kurzen Wegen. Entscheidungen können schnell getroffen werden, Anpassungen am Motorrad lassen sich ohne großen Aufwand umsetzen. Gleichzeitig bekommt der Fahrer das Vertrauen, eigene Ideen einzubringen und Dinge auszuprobieren.
Fokus auf Sand und Fahrzeit
Die Vorbereitung war klar auf die Streckencharakteristik der kommenden Saison ausgerichtet. Viele Rennen werden auf sandigem Untergrund ausgetragen, entsprechend wurde ein Großteil der Trainingszeit im Sand verbracht.
Für van de Moosdijk ist das kein Nachteil, sondern eine Stärke. Ziel war es, möglichst viele Stunden auf dem Bike zu sammeln und die Belastung unter realistischen Bedingungen aufzubauen. Weniger Theorie, mehr Fahrzeit.
Neue Rolle als Titelverteidiger
Zum ersten Mal in seiner Profikarriere steht van de Moosdijk vor der Aufgabe, einen Titel zu verteidigen. Die Situation ist neu, der Ansatz bleibt gleich.
Er konzentriert sich darauf, wieder konstant vorne mitzufahren, ohne das Thema Titelverteidigung unnötig aufzublähen. Aussagen darüber, dass eine Titelverteidigung schwieriger sei als ein Titelgewinn, spielen für die tägliche Arbeit keine Rolle.
Klarer Fokus auf das ADAC MX Masters
Die Prioritäten im Rennkalender sind eindeutig gesetzt. Das ADAC MX Masters bleibt die Hauptserie. Ergänzend sind einzelne Einsätze in der Motocross-Weltmeisterschaft geplant, jedoch in geringerem Umfang als im Vorjahr.
Dazu kommen vereinzelte Starts in den Dutch Masters. Insgesamt ist der Kalender fokussierter, was sich positiv auf die Konstanz über die Saison hinweg auswirken kann.
Konkurrenz bleibt dicht
Das Masters-Feld bleibt stark besetzt. Namen wie Max Nagl, Maximilian Spies, Marcel Stauffer, Noah Ludwig oder Tom Koch stehen weiterhin für ein hohes Niveau.
Gerade Nagl bleibt ein wichtiger Referenzpunkt im Feld. Seine Erfahrung und Konstanz machen ihn über die gesamte Saison hinweg zu einem Faktor. Der Titelgewinn aus dem Vorjahr bringt van de Moosdijk keinen Vorsprung – die Karten werden neu gemischt.
