Stark Future Gründer Anton Wass beantwortet Community-Fragen
Stark Future Firmengründer Anton Wass stellte sich den Fragen der Community
Elektromotorräder sind im Offroad-Sport längst mehr als nur ein Experiment. Spätestens seit der Einführung der Stark Varg wird in der Motocross- und Enduro-Szene intensiver denn je über die Zukunft des Sports diskutiert.
In einer aktuellen Fragerunde stellte sich Stark-Future-Gründer Anton Wass den Fragen der Community – und sprach offen über Reichweite, Batterietechnologie, Software-Updates und mögliche neue Motorradkonzepte. Einige seiner Aussagen geben dabei einen spannenden Einblick in die strategische Richtung des Unternehmens.
Reichweite hängt stark vom Einsatz ab
Ein Thema, das immer wieder zur Sprache kommt, ist die Reichweite von Elektro-Offroadbikes. Wass betonte dabei, dass diese stark vom Einsatzbereich abhängt.
Gerade im extrem technischen Gelände könne ein Elektromotorrad erstaunlich lange durchhalten. In Hard-Enduro-Situationen mit niedrigen Geschwindigkeiten seien mehrere Stunden Fahrzeit möglich – teilweise sogar über sechs Stunden.
Im klassischen Enduroeinsatz sieht das Bild etwas anders aus. Dort liege die typische Nutzungsdauer eher bei ein bis zwei Stunden, während auf schnellen Hardpack-Strecken Reichweiten von bis zu etwa 100 Kilometern möglich seien.
Für Wass ist klar, dass sich diese Werte langfristig weiter verbessern werden – allerdings nicht durch einen einzigen großen Technologiesprung. Die Entwicklung werde eher schrittweise erfolgen.
Solid-State-Batterien noch Zukunftsmusik
Auch bei der Batterietechnologie dämpfte Wass überzogene Erwartungen. Zwar werde intensiv an neuen Konzepten gearbeitet, doch besonders die häufig erwähnten Solid-State-Batterien seien derzeit noch keine unmittelbare Lösung.
Die Technologie verspreche zwar theoretisch eine höhere Energiedichte, doch aktuell übertreffe sie bestehende Lithium-Systeme weder deutlich bei der Leistung noch bei der Haltbarkeit. Wirklich marktreife Lösungen könnten nach Einschätzung von Wass noch fünf bis zehn Jahre entfernt sein.
Akkuwechsel in unter einer Minute
Praktischer ist dagegen eine andere Frage, die viele Fahrer beschäftigt: der Batteriewechsel im Rennbetrieb.
Hier konnte Wass eine klare Aussage treffen. Ein Wechsel des Akkus sei grundsätzlich möglich und könne in weniger als einer Minute erfolgen. Parallel arbeite Stark daran, dass Fahrer künftig den Batteriezustand direkt über die App überwachen können.
Neue Ladegeräte in Entwicklung
Auch beim Thema Laden arbeitet Stark an neuen Lösungen. Neben einem größeren 6,6-kW-Ladegerät entwickelt das Unternehmen derzeit ein kompakteres 3,3-kW-Ladegerät, das sogar transportabel sein soll. Die ersten Auslieferungen dieses Systems werden laut Wass im zweiten Quartal erwartet.
„Die wirkliche Revolution wird die Elektronik sein“
Für die Zukunft des Offroad-Sports sieht Wass die größte Entwicklung allerdings nicht ausschließlich im elektrischen Antrieb selbst. „Die wirkliche Revolution wird die Elektronik sein“, erklärte er in der Fragerunde.
Ein Beispiel dafür ist Traktionskontrolle, die laut Wass bereits intensiv getestet wird. Besonders bei schwierigen Bedingungen wie Schlamm könne diese Technologie einen großen Unterschied machen.
Auch elektronisch gesteuerte Fahrwerke könnten künftig eine Rolle spielen. Digitale Suspension-Systeme könnten langfristig zu den größten Innovationen im Motocross-Bereich gehören.
Neue Funktionen über Software-Updates
Software spielt bei Stark ohnehin eine zentrale Rolle. Ein großes Update für die MX-App befindet sich derzeit in der Testphase.
Laut Wass soll das Update deutlich mehr Funktionen bringen – darunter Navigation, neue Leistungskennlinien sowie weitere Möglichkeiten zur Individualisierung des Motorrads. Die Veröffentlichung könnte innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate erfolgen.
Neue Modelle bereits in Planung
Während sich Stark aktuell vor allem auf Offroad-Motorräder konzentriert, arbeitet das Unternehmen bereits an weiteren Fahrzeugkonzepten. Geplant sind unter anderem Adventure-Modelle mit größerem Sitz, Windschild und Gepäckoptionen sowie mögliche Straßenmotorräder.
Darüber hinaus bestätigte Anton Wass, dass es bereits einen Prototypen eines Stark-Go-Karts gibt – ein Projekt, das bisher allerdings noch nicht öffentlich präsentiert wurde.
AMA Supercross als mögliches Ziel
Besonders spannend für die Motocross-Szene ist eine mögliche Teilnahme an großen Rennserien. Wass erklärte, dass Stark bereits Gespräche mit der AMA führt und sich vorstellen könne, in Zukunft auch im AMA Supercross anzutreten.
Diese Serie ist derzeit eine der letzten großen Meisterschaften, in denen Elektromotorräder noch nicht zugelassen sind.
Konkurrenz im Elektro-Segment wächst
Auch zur wachsenden Konkurrenz im Bereich elektrischer Offroad-Bikes äußerte sich Wass gelassen. Mehr Hersteller im Markt seien grundsätzlich positiv für die Entwicklung des Sports. Neue Projekte seien durchaus interessant – auch wenn einige davon seiner Meinung nach noch in einer frühen Entwicklungsphase stecken.
Eine Szene im Wandel
Die Fragerunde mit Anton Wass zeigt vor allem eines: Die Entwicklung elektrischer Offroad-Motorräder steht noch lange nicht still. Neben Leistung und Reichweite rücken zunehmend Themen wie Software, Elektronik und neue Fahrzeugkonzept ein den Mittelpunkt.
Und wenn es nach Wass geht, könnte der nächste große Schritt vielleicht schon bald auf einer Supercross-Strecke stattfinden.
