KTM und Husqvarna bestimmen die MX2 – doch wie lange noch?

MX2 Podium des MXGP of Argentina 2026 in Bariloche

MX2 Podium des MXGP of Argentina 2026 in Bariloche. / Foto: Ray Archer

Der Saisonauftakt der MX2-Weltmeisterschaft 2026 in Argentinien hat einmal mehr gezeigt, wer aktuell den Ton angibt. Simon Längenfelder gewann den Grand Prix in Bariloche mit einem souveränen 1-1-Ergebnis – und setzte damit die Erfolgsserie von KTM fort.

Ein Ergebnis, das längst kein Zufall mehr ist. Wer sich die Siegerlisten der letzten Jahre anschaut, erkennt schnell: In der MX2 führen derzeit kaum Wege an KTM und Husqvarna vorbei. Doch während diese beiden Marken regelmäßig um Siege kämpfen, warten andere Hersteller teilweise seit vielen Jahren auf einen weiteren Grand-Prix-Erfolg.

Yamaha: letzter Sieg liegt über zwei Jahre zurück

Bei Yamaha datiert der letzte MX2-Gesamtsieg auf den Grand Prix von Maggiora 2023. Damals gewann Jago Geerts mit den Platzierungen 2 und 1 die Gesamtwertung.

Seitdem gelangen den blauen Motorrädern zwar immer wieder Podestplätze – doch der ganz große Wurf blieb bislang aus.

Allerdings wächst im Yamaha-Programm bereits die nächste Generation heran. Vor allem die lettischen Brüder Kārlis Reišulis und Jānis Reišulis gelten als zwei der spannendsten Talente im aktuellen Nachwuchsfeld.

Honda wartet seit 2018

Noch deutlich länger dauert die Durststrecke bei Honda. Der letzte MX2-Gesamtsieg der Marke liegt inzwischen fast acht Jahre zurück. Im Juli 2018 gewann Calvin Vlaanderen beim Grand Prix von Pangkal Pinang in Indonesien mit den Ergebnissen 3 und 1.

Seither blieb Honda der ganz große Erfolg in der MX2-Klasse verwehrt. Doch auch hier richtet sich der Blick bereits auf die nächste Generation – etwa auf den jungen Italiener Valerio Lata, der als eines der vielversprechendsten Talente im Honda-Programm gilt.

Kawasaki seit fast einem Jahrzehnt sieglos

Am längsten ist die Serie bei Kawasaki. Der letzte MX2-Gesamtsieg der Marke datiert aus dem Jahr 2016, als Dylan Ferrandis den Grand Prix von Loket in Tschechien mit zwei Laufsiegen gewann.

Damit wartet Kawasaki inzwischen seit fast zehn Jahren auf einen weiteren Erfolg in der Nachwuchs-Weltmeisterschaft.

Ein Fahrer, der diese Serie in Zukunft beenden könnte, ist Mathis Valin. Der junge Franzose gilt als eines der größten Talente seiner Generation und wird im Kawasaki-Lager als langfristiger Hoffnungsträger gesehen.

Triumph: der neue Herausforderer

Während einige Hersteller seit Jahren auf einen Sieg warten, versucht eine andere Marke gerade erst, sich an der Spitze zu etablieren: Triumph.

Die britische Marke ist noch relativ neu im Grand-Prix-Motocross – doch der Saisonauftakt in Argentinien zeigte bereits, welches Potenzial im Projekt steckt. Mit Camden McLellan und Guillem Farrés standen gleich beide Triumph-Piloten beim ersten Grand Prix der Saison auf dem Podium.

Den Sieg von Simon Längenfelder konnten sie zwar nicht verhindern, doch die Botschaft war klar: Triumph hat Fahrer und Paket, um künftig um Grand-Prix-Siege zu kämpfen.

Suzuki: lange weg – vielleicht bald zurück?

Auch Suzuki taucht noch in den MX2-Siegerlisten auf. Der letzte Triumph liegt allerdings bereits mehrere Jahre zurück. Im August 2017 gewann Jeremy Seewer beim Grand Prix von Uddevalla in Schweden mit den Ergebnissen 2 und 2die Gesamtwertung.

Seitdem ist Suzuki jedoch praktisch aus dem Grand-Prix-Motocross verschwunden. Werksteams gibt es nicht mehr, und nur vereinzelt tauchen noch Privatfahrer mit Suzuki-Motorrädern im Fahrerlager auf.

Allerdings halten sich im Fahrerlager hartnäckige Gerüchte über einen möglichen Wiedereinstieg zur Saison 2027. Demnach könnte Suzuki zunächst eine Rückkehr in der MXGP-Klasse prüfen. Ob man dann auch wieder ein Programm in der MX2 aufbauen würde, bleibt allerdings offen.

GasGas: Sieg aus einer anderen Zeit

Auch GasGas taucht noch in der Statistik auf. Der letzte MX2-Gesamtsieg gelang Simon Längenfelder im August 2023 in Uddevalla mit den Ergebnissen 1 und 2.

Doch die Situation hat sich inzwischen verändert. GasGas hat sich aus dem Grand-Prix-Werkseinsatz zurückgezogen und wird heute nur noch von wenigen Privatfahrern eingesetzt. Ohne ein offizielles Werksteam sind weitere Siege derzeit kaum realistisch.

Eine Serie mit Ablaufdatum?

Die aktuelle Statistik zeigt deutlich: KTM und Husqvarna bestimmen derzeit das Geschehen in der MX2-Klasse. Doch der Motocross-Sport hat immer wieder gezeigt, wie schnell sich Kräfteverhältnisse verschieben können. Neue Talente, technische Entwicklungen und ambitionierte Projekte wie das von Triumph könnten die Dynamik der Klasse verändern.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob diese Serie irgendwann endet. Sondern welcher Hersteller als nächstes den ersten Schritt macht und KTM sowie Husqvarna wieder vom obersten Podest verdrängt.