Febvre spricht über fehlendes Vertrauen in seine Kawasaki

Ob Romain Febvre hier über seine Kawasaki grübelt?

Ob Romain Febvre hier über seine Kawasaki grübelt? / Foto: Pascal Haudiquert

Im Motocross entscheidet oft nicht nur die reine Geschwindigkeit über Sieg oder Niederlage. Viel entscheidender ist das Gefühl für das Motorrad. Genau dieses Thema sorgt aktuell wieder für Diskussionen im Fahrerlager. Nun hat sich auch Romain Febvre zu Wort gemeldet – und seine Aussagen dürften die Debatte rund um die Kawasaki KX450 weiter anheizen.

Der Franzose machte deutlich, dass seine Geschwindigkeit grundsätzlich stimmt – das Vertrauen in sein Motorrad aktuell aber noch nicht vollständig vorhanden ist.

„Meine Geschwindigkeit ist eigentlich ziemlich gut“, erklärte Febvre. „Aber im Moment fehlt mir noch etwas Vertrauen in das Bike. Deshalb kann ich nicht so pushen, wie ich es gerne würde und muss etwas vorsichtiger fahren.“

Speed ist da – das Gefühl noch nicht

Solche Aussagen sind im Motocross nicht ungewöhnlich, aber sie sind immer ein Hinweis darauf, dass Fahrer und Motorrad noch nicht vollständig harmonieren.

Gerade in der MXGP, wo Strecken im Laufe eines Wochenendes immer rauer und technisch anspruchsvoller werden, entscheidet oft das Vertrauen ins Bike darüber, ob ein Fahrer am Limit fahren kann – oder ein paar entscheidende Zehntel pro Runde verliert.

Febvre selbst macht keinen Hehl daraus, dass genau dieser Punkt aktuell noch fehlt. Die Geschwindigkeit stimmt, doch das Gefühl für das Motorrad ist noch nicht auf dem Niveau, das er benötigt, um wirklich alles aus sich herauszuholen.

Ein Thema, das bei Kawasaki nicht neu ist

Interessant wird die Situation, wenn man einen Blick auf die jüngere Vergangenheit wirft. Denn Febvre ist nicht der erste Fahrer, der über Schwierigkeiten mit dem Gefühl auf einer Kawasaki spricht.

Bereits Jorge Prado hatte während seiner Kawasaki-Saison 2025 mehrfach betont, dass ihm auf dem Bike teilweise das nötige Vertrauen fehle. Und auch Chase Sexton, der seit 2026 ebenfalls auf Kawasaki unterwegs ist, ließ zuletzt durchblicken, dass er und sein Team aktuell noch mit Abstimmungsfragen kämpfen.

Damit rückt ein Thema erneut in den Fokus, das im Paddock immer wieder diskutiert wird: Wie sensibel reagieren moderne 450er-Bikes auf Setup-Veränderungen – und wie lange dauert es, bis Fahrer und Motorrad perfekt zusammenfinden?

Prototyp gegen Serienbasis

Trotz der ähnlichen Aussagen gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied. Das Motorrad von Febvre im Kawasaki Racing Team MXGP ist ein reiner Werksprototyp. In der MXGP haben Hersteller deutlich mehr Freiheit, Rahmen, Motorcharakteristik oder Fahrwerksgeometrie weiterzuentwickeln.

Das bedeutet: Die Ingenieure können während der Saison gezielt auf Fahrerfeedback reagieren und neue Lösungen testen. Die Motorräder in den amerikanischen Serien sind dagegen deutlich näher an den Serienmodellen aufgebaut – was Anpassungen schwieriger macht.

Entwicklungsarbeit gehört zum Spiel

Für Febvre und Kawasaki ist die aktuelle Situation deshalb kein ungewöhnlicher Zustand, sondern Teil des normalen Entwicklungsprozesses. Im Werksteam wird kontinuierlich an neuen Einstellungen und technischen Lösungen gearbeitet. Fahrerfeedback ist dabei einer der wichtigsten Bausteine.

Eines scheint jedenfalls klar: Die Geschwindigkeit des Franzosen ist vorhanden. Sobald Vertrauen und Setup perfekt zusammenpassen, dürfte Romain Febvre wieder genau dort auftauchen, wo er hingehört – ganz nach vorne.