Schmicker Racing kehrt zurück: „Wir wollen wieder ein starkes Team aufbauen“
Das Schmicker Silve Racing Team der Saison 2026. / Foto: Amanda Tuukkanen
Nach einem Jahr ohne offiziellen Renneinsatz taucht ein bekannter Name wieder im Umfeld der ADAC MX Masters auf: Schmicker Racing – doch diesmal mit einem kleinen Zusatz – Schmicker Silve Racing. Das Team aus Gardelegen plant für 2026 die Rückkehr ins Fahrerlager – mit neuem Konzept, internationaler Zusammenarbeit und einem klar definierten Fahreraufgebot.
Teamchef Marko Schmicker hat die Pause genutzt, um Strukturen zu überdenken und ein neues Projekt aufzubauen. Mit Silve Racing steht nun ein strategischer Partner an seiner Seite, während gleichzeitig ein bewusst kompakteres Team für die kommende Saison geplant ist.
Ein Jahr Pause – aber kein Stillstand
Ganz verschwunden war Schmicker Racing in der Saison 2025 allerdings nicht. Auch ohne Rennbetrieb blieb die Basis in Gardelegen aktiv. „2025 haben wir offiziell nicht an Rennen teilgenommen, aber ganz weg waren wir nie“, erklärt Schmicker. „Im Hintergrund waren wir weiterhin aktiv. Unsere Werkstatt in Gardelegen lief weiter und auch die Wohnungen für Fahrer waren ständig belegt.“
Die Pause hatte mehrere Gründe. „Sie war vor allem eine Konsequenz aus mehreren Faktoren – der Krise bei KTM sowie gesundheitlichen Problemen im Team. Deshalb haben wir uns bewusst eine Auszeit genommen.“
Trainingsbasis als zentraler Baustein
Das neue Konzept baut stark auf den Möglichkeiten am Standort Gardelegen auf. Gerade für internationale Fahrer soll die Anlage ein wichtiger Bestandteil des Projekts werden. „Wir kehren mit einem bewusst ausgewählten Fahreraufgebot zurück“, sagt Schmicker. „Die Fahrer sollen genau zu unserem Konzept passen und auch die Möglichkeiten unseres Standorts in Gardelegen nutzen.“
Vor allem für Fahrer aus dem Norden Europas spielt das eine Rolle. „Gerade für Fahrer aus Skandinavien ist es im Winter schwierig zu trainieren. Bei uns gibt es viele gute Strecken, die auch bei schlechtem Wetter fahrbar sind. Dazu kommen Wohnungen, Werkstatt und Fitnessmöglichkeiten – alles auf einem Gelände.“
Neuer Name im Team: Silve Racing
Mit Silve Racing taucht im Teamnamen ein neuer Partner auf. Dahinter steckt der Finne Petteri Silvennoinen, der im Motocross-Fahrerlager kein Unbekannter ist. „Silve Racing steht für Petteri Silvennoinen“, erklärt Schmicker. „Er hat über viele Jahre ein erfolgreiches KTM-Team geführt und bringt viel Erfahrung aus dem internationalen Motocross mit.“
Seine Rolle im neuen Projekt geht über die eines klassischen Sponsors hinaus. „Petteri ist für uns ein strategischer Partner. Seine Stärke liegt vor allem im operativen Bereich und in der täglichen Organisation des Teams.“
Sechs Fahrer für drei Klassen
Sportlich plant Schmicker Racing für die Saison 2026 mit einem sechsköpfigen Aufgebot, das sich über mehrere Klassen der ADAC MX Masters Serie verteilt.
Im Junior Cup 85 sollen Patricks Cirulis und Martins Cirulis an den Start gehen. Im Youngster Cup sind Nico Stenberg und Saku Mansikkamäki vorgesehen. In der Masters-Klasse plant das Team mit Harri Kullas und Jere Haavisto.
Weniger Fahrer – mehr Fokus
Im Vergleich zu früheren Jahren setzt Schmicker bewusst auf eine schlankere Struktur. „Mir geht es mittlerweile mehr um Qualität als um die Anzahl der Fahrer“, erklärt er. „Früher hatten wir größere Teams, heute sehe ich das anders. Weniger Fahrer, dafür ein klarer Fokus auf Qualität – das ist der Ansatz.“
Eine starke Serie trotz schwieriger Zeiten
Auch die Entwicklung der ADAC MX Masters verfolgt Schmicker weiterhin aufmerksam. „In meinen Augen ist die Serie sehr stark geworden“, sagt er. „Die letzten Jahre waren für viele schwierig – Inflation, wirtschaftliche Unsicherheiten und politische Krisen haben auch den Motorsport beeinflusst. Trotzdem haben sich die Klassen sehr gut entwickelt.“
Ein Vorteil der Serie liege auch in ihrer Struktur. „Die Entfernungen sind relativ kurz, dadurch bleiben die Kosten für viele Teams noch einigermaßen tragbar.“
Kosten bleiben ein großes Thema
Trotzdem spürt auch Schmicker Racing den steigenden finanziellen Druck im Motocross. „Die Kosten steigen überall“, sagt Schmicker offen. „Deshalb haben wir unser Projekt bewusst etwas schlanker aufgebaut.“
Neustart mit langfristigem Ziel
Die Rückkehr von Schmicker Racing soll dabei nicht nur ein kurzfristiges Projekt sein. „Das ist definitiv nicht nur für eine Saison gedacht“, betont Schmicker. „Petteri und ich wollen ein kontinuierliches Team aufbauen.“
Das Ziel ist klar formuliert. „Wir wollen langfristig arbeiten und gute nationale und internationale Ergebnisse einfahren.“
Mit der Rückkehr von Schmicker Silve Racing bekommt das Fahrerlager der ADAC MX Masters damit wieder ein bekanntes Team zurück – diesmal mit neuer Struktur, internationaler Zusammenarbeit und einer klaren Vision für die kommenden Jahre.
