Camden McLellan: „Ich bin motivierter, hungriger und selbstbewusster als früher“
Camden McLellan (rechts) mit Teamkollge Guillem Farres auf dem Podium in Argentinien. / Foto: Ray Archer
Der MXGP of Argentina entwickelte sich für Triumph Factory Racing zu einem der überraschendsten Momente des Saisonauftakts. Mit Guillem Farres auf Rang zwei und Camden McLellan auf Platz drei stand beim ersten Grand Prix der Saison gleich ein Doppelpodium für das britische Projekt zu Buche. Besonders McLellan zeigte dabei eine starke Leistung: Nach einem Sturz im ersten Lauf kämpfte sich der Südafrikaner zurück und fuhr im zweiten Rennen bis auf Rang zwei nach vorne.
Im Anschluss an den Grand Prix sprach McLellan über seine Wintervorbereitung, die besondere Dynamik im Triumph-Team und warum ihm die anspruchsvolle Strecke in Bariloche letztlich sogar entgegenkam.
Camden, du warst heute das gesamte Rennen über im Spitzenfeld unterwegs und hast einige starke Überholmanöver gezeigt – unter anderem gegen Liam Everts. Wie hast du dich vor den Rennen gefühlt?
„Ich würde sagen, ich war selbstbewusst und gleichzeitig entspannt. Genau so möchte man sich vor einem Rennen fühlen. Das kommt vor allem von einem wirklich guten Winter. Wir haben hart gearbeitet, aber gleichzeitig versucht, die Atmosphäre locker zu halten und Spaß an dem zu haben, was wir tun.“
Der Südafrikaner erklärte, dass ihm die Vorbereitung über den Winter zusätzliches Selbstvertrauen gegeben habe. Besonders die Zeit abseits der Rennstrecke habe dabei geholfen.
„Ich hatte auch etwas Zeit, um nach Hause zu fahren und meine Familie zu sehen. Als wir danach wieder ins Training eingestiegen sind, hatte ich das Gefühl, dass bei mir mental etwas Klick gemacht hat. Ich bin motivierter, hungriger und selbstbewusster als früher. In der Vergangenheit hat mir dieses Selbstvertrauen manchmal gefehlt.“
Für Triumph war es das erste Doppelpodium in der MX2-Weltmeisterschaft. Was bedeutet dieses Ergebnis für euch als Team?
„Als ich gesehen habe, dass Guillem auch ins Parc Fermé kommt, war das ein richtig cooles Gefühl. Ein Doppelpodium für das Team ist etwas Besonderes.“
McLellan betonte dabei vor allem die Bedeutung des Ergebnisses für das gesamte Team hinter den Kulissen. „Die Mechaniker und das ganze Team haben unglaublich viele Stunden Arbeit investiert. Deshalb bedeutet dieses Ergebnis für alle im Team sehr viel.“
Auch die Beziehung zu seinem Teamkollegen spielte eine Rolle. „Guillem und ich stehen uns sehr nahe und arbeiten hart zusammen. Es ist cool, gemeinsam auf dem Podium zu stehen – auch wenn ich natürlich lieber vor ihm gewesen wäre“, sagte McLellan mit einem Lächeln.
Die Strecke in Bariloche war neu im Kalender und hatte sehr spezielle Bodenbedingungen. Wie hast du den Track erlebt?
„Das Layout der Strecke ist wirklich gut. Der Boden hier ist allerdings extrem pulvrig. Ich kann mir kaum vorstellen, wie viele Wassertrucks sie gebraucht haben, um die Strecke fahrbar zu halten.“ Trotz der schwierigen Bedingungen lobte McLellan die Arbeit der Streckencrew. „Sie haben einen wirklich guten Job gemacht, besonders weil sie die Strecke von Samstag auf Sonntag rough gelassen haben. Das hat für gutes Racing gesorgt.“
Der Triumph-Pilot erklärte zudem, dass ihm genau diese Bedingungen entgegenkamen. „Auf einer 250er habe ich manchmal einen kleinen Nachteil, weil ich ein paar Kilo schwerer bin als einige andere Fahrer. Wenn die Strecke aber rough wird, gleicht sich das ein Stück weit aus.“
Wie hast du insgesamt das Event in Argentinien erlebt?
„Jedes Mal, wenn ich nach Argentinien komme, ist es ein großartiges Event. Die Fans sorgen immer für eine tolle Atmosphäre.“ Auch die Strecke und die Organisation lobte der Südafrikaner. „Bariloche ist ein großartiger Ort und auch Córdoba im letzten Jahr war ein tolles Rennen. Die Strecken hier sind eigentlich immer sehr gut. Argentinien gehört definitiv zu den besseren Grand Prix im Kalender.“
Ein Saisonstart mit Signalwirkung
Mit Rang drei beim Saisonauftakt und dem historischen Doppelpodium für Triumph ist Camden McLellan einer der positiven Überraschungen des ersten Grand Prix der Saison. Besonders auffällig: Der Südafrikaner wirkt nicht nur physisch stark, sondern auch mental gefestigt – ein Faktor, der im engen MX2-Feld häufig über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Sollte McLellan diese Mischung aus Selbstvertrauen, Konstanz und Geschwindigkeit über die kommenden Rennen hinweg bestätigen können, dürfte Triumph Factory Racing in dieser Saison deutlich häufiger auf dem Podium zu sehen sein.
