Yamaha setzt ein Ausrufezeichen – und meint es ernst

Das Yamaha Werksteam der MXGP Sasion 2026 Die Reisulis Brüder, Maxime Renaux und Tim Gajser

Das Yamaha Werksteam der MXGP Sasion 2026 Die Reisulis Brüder, Maxime Renaux und Tim Gajser.

Die Winterruhe ist offiziell vorbei. Mit dem Blick Richtung Saisonstart der FIM Motocross-Weltmeisterschaft 2026 schiebt Monster Energy Yamaha nicht nur neues Material, sondern auch eine klare Ansage nach. Neues Design, neue Struktur, neue Ambitionen – und vor allem: ein Line-up, das keine Fragen offenlassen soll.

Schon optisch zeigt Yamaha, dass 2026 kein Jahr des Abwartens wird. Die bekannte Camouflage bleibt, wird aber durch markante weiße Akzente ergänzt. Moderner, aggressiver, aufgeräumter. Genau so, wie sich auch die sportliche Ausrichtung liest.

MXGP: Zwei Namen, ein Ziel

In der Königsklasse fährt Yamaha 2026 bewusst zweigleisig – aber fokussiert. Statt Breite setzt man auf Klasse. Und die heißt Maxime Renaux und Neuzugang Tim Gajser.

Für Maxime Renaux ist es bereits die fünfte Saison auf der YZ450FM. Nach Jahren mit Rückschlägen, Verletzungen und verpassten Chancen wirkt der Franzose so entschlossen wie selten zuvor. Seine Zahlen sprechen ohnehin für sich: Rennsiege, Podien, Grand-Prix-Erfolge – und ein MX2-Weltmeistertitel im Gepäck. Was bislang fehlt, ist die große 450er-Krone. 2026 soll genau das Jahr werden, in dem aus Speed endlich Konstanz wird.

An seiner Seite steht ein Name, der allein schon Gewicht hat: Tim Gajser. Fünffacher Weltmeister, Titelsammler, Dauerreferenz. Mit 29 Jahren ist Gajser alles andere als am Ende – eher mitten in seiner vielleicht reifsten Phase. Der Wechsel zu Yamaha ist mehr als ein Tapetenwechsel. Es ist der Start eines neuen Kapitels mit einer klaren Mission: noch einmal ganz nach oben.

Erfahrung trifft auf Hunger. Genau diese Mischung macht Yamahas MXGP-Aufstellung 2026 so gefährlich.

MX2: Brüder, Balance und ein Neuanfang

Auch in der MX2-Klasse verfolgt Yamaha einen klaren Zwei-Mann-Ansatz – diesmal mit einem spannenden Twist. Statt klassischem Rookie/Leader-Modell setzt man auf familiäre Dynamik: Karlis und Janis Reisulis.

Der ältere Karlis Reisulis bringt Erfahrung und Stabilität mit. Eine komplette MX2-Saison liegt hinter ihm, das Ziel für 2026 ist klar formuliert: regelmäßig in die Top Fünf, Podien angreifen, Präsenz zeigen.

Sein jüngerer Bruder Janis Reisulis kommt mit Rückenwind. Der EMX250-Titel 2025 hat nicht nur Selbstvertrauen gebracht, sondern auch Erwartungen geweckt. Frisch, schnell, furchtlos – genau diese Energie soll dem Team neuen Schwung geben.

Yamaha setzt bewusst auf das Zusammenspiel zweier Charaktere, die sich blind kennen. Risiko? Vielleicht. Aber auch enormes Potenzial.

Erste Standortbestimmung steht an

Lange dauert es nicht mehr bis zu den ersten echten Antworten. Schon Anfang Februar geht es bei den Internazionali d’Italia zur Sache. Gajser und die Reisulis-Brüder stehen dort erstmals gemeinsam im Yamaha-Trikot am Start, während Renaux seinen Saisonauftakt etwas später plant – unter anderem beim Hawkstone International.

Der große Prüfstein folgt dann im März in Argentinien. Neue Strecke, neue Saison, neue Ausgangslage.