Joey Savatgy zurück im Werksteam: Ducati verpflichtet erfahrenen 450er-Piloten

Joey Savatgy auf der TLD Ducati

Joey Savatgy auf der TLD Ducati. / Foto: Align Media

Joey Savatgy bekommt noch einmal die Chance, sich auf einem Werksmotorrad zu beweisen. Der US-Amerikaner hat einen Mehrjahresvertrag bei Troy Lee Designs Red Bull Ducati Factory Racing unterschrieben und wird 2027 gemeinsam mit RJ Hampshire für den italienischen Hersteller antreten. Beide Fahrer sind langfristig gebunden und sollen das komplette Programm aus AMA Supercross, Pro Motocross und SuperMotocross bestreiten.

Für Ducati ist die Verpflichtung eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung. Savatgy gehört zwar nicht zu den Fahrern, die regelmäßig um Siege kämpfen, hat 2026 aber gezeigt, dass er in einem starken 450er-Feld noch immer konkurrenzfähig ist. Fünf Top-Fünf-Platzierungen und insgesamt zwölf Ergebnisse innerhalb der ersten Zehn sprechen eine deutliche Sprache. Sein bestes Saisonresultat erzielte er mit Rang vier beim Supercross in Philadelphia.

Gerade diese Konstanz macht ihn für ein Team wertvoll, das sich mit seiner 450er noch in der Entwicklung befindet. Savatgy bringt reichlich Erfahrung mit, kennt die Anforderungen einer kompletten US-Saison und weiß, worauf es bei der Abstimmung eines Motorrads unter Rennbedingungen ankommt.

Ein zweiter Anlauf mit Werksmaterial

Savatgys Karriere verlief nicht immer so, wie es seine frühen Erfolge vermuten ließen. Seit seinem Profidebüt 2013 gehörte er zunächst zu den stärkeren Fahrern der 250er-Klasse. Besonders knapp wurde es 2016, als er den Titel in der 250SX East nur knapp verpasste und Vizemeister wurde.

2019 folgte der Wechsel in die 450SX. Gleich in seiner ersten Saison wurde er zum Rookie of the Year gewählt und fuhr mehrfach unter die besten Fünf. Danach gelang es ihm allerdings nicht, sich dauerhaft in der Spitzengruppe festzusetzen.

Die vergangenen Jahre waren sportlich nicht immer einfach. Umso mehr bedeutet ihm die Rückkehr in ein Werksteam, zumal die Initiative für den Wechsel offenbar von Ducati ausging.

„Ich hatte ein gutes Jahr. Dass sich daraufhin ein Werksteam bei mir meldet, ist eine schöne Bestätigung“, erklärt Savatgy. „Die letzten Jahre waren für mich nicht gerade die besten. Aber ich denke, wir haben in dieser Saison einiges gezeigt und bewiesen, dass wir mit den richtigen Leuten um uns herum gute Ergebnisse erzielen können.“

Man merkt seinen Aussagen an, dass er diese Gelegenheit nicht als selbstverständlich betrachtet. Nach mehreren schwierigen Jahren bekommt er noch einmal die Möglichkeit, mit den Ressourcen eines Werksteams zu arbeiten.

Was kann Savatgy für Ducati leisten?

Die Frage ist weniger, ob Savatgy plötzlich zum regelmäßigen Siegfahrer wird. Vielmehr dürfte Ducati jemanden gesucht haben, der auf der 450er zuverlässig Ergebnisse liefert und gleichzeitig bei der Weiterentwicklung des Motorrads helfen kann.

Denn eine schnelle Einzelrunde ist das eine. Ein Motorrad so abzustimmen, dass es auf den unterschiedlichsten Strecken über eine komplette Saison funktioniert, ist eine andere Geschichte. Genau hier kann ein Fahrer mit Savatgys Erfahrung wertvoll sein.

Er selbst sieht in den technischen Möglichkeiten seines neuen Arbeitgebers einen wesentlichen Vorteil.

„Wieder in einem Werksteam zu sein, ist aufregend. Die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, sind ein riesiger Vorteil. Wir können viele Dinge ausprobieren und herausfinden, was am besten funktioniert“, sagt Savatgy.

Besonders freut er sich auf eine vollständige Saisonvorbereitung mit seiner neuen Mannschaft. Er möchte früh mit den Tests beginnen, das Team kennenlernen und genügend Zeit haben, um sich auf die Ducati einzustellen.

Dass Savatgy und Hampshire gleich mit Mehrjahresverträgen ausgestattet wurden, passt zu diesem Ansatz. Ducati setzt damit nicht auf ständig wechselnde Fahrer, sondern schafft die Möglichkeit, über mehrere Saisons mit denselben Piloten an der Entwicklung zu arbeiten.

Zwei erfahrene Fahrer, ein gemeinsames Ziel

Mit Hampshire und Savatgy verfügt Troy Lee Designs Red Bull Ducati Factory Racing künftig über zwei Fahrer, die bereits zahlreiche Jahre im amerikanischen Profisport verbracht haben. Beide bringen unterschiedliche Erfahrungen mit, was bei der Arbeit an einem noch jungen Rennprogramm durchaus hilfreich sein kann.

Auch die Teamführung verweist auf Savatgys Leistungen aus der vergangenen Saison. Vor allem seine Geschwindigkeit und die regelmäßigen Top-Ergebnisse hätten gezeigt, dass er weiterhin auf hohem Niveau mithalten könne.

Für Savatgy beginnt nun die Arbeit auf einem neuen Motorrad. Dabei wird sich zeigen müssen, wie schnell er sich auf die Ducati einstellen kann und ob sich seine Ergebnisse aus 2026 mit dem Werksmaterial noch steigern lassen.

Sein vierter Platz in Philadelphia und die insgesamt fünf Top-Fünf-Ergebnisse liefern jedenfalls eine brauchbare Ausgangsbasis. Ducati bekommt keinen unerfahrenen Hoffnungsträger, sondern einen Fahrer, der ziemlich genau weiß, was ihn in der 450SX erwartet. Und Savatgy bekommt die Gelegenheit, noch einmal zu zeigen, wie weit er mit einem Werksteam im Rücken kommen kann.