Honda trennt sich von Roczen – was nun? 

Ken Roczen siegt in Salt Lake City Rd.15

Ken Roczen siegt in Salt Lake City Rd.15 / Foto: Feld Entertainment

Ken Roczen gab gestern am späten Abend bekannt, dass er und das Honda Werksteam getrennte Wege gehen und steht damit erstmals ohne Ride da!

Der deutsche Superstar hatte im Podcast vom einst schnellsten Mann der Welt, James Stewart, ziemlich ausführlich verkündet, dass er und HRC getrennte Wege gehen. Ein interessanter Move von Roczen, denn in der Regel werden solch prestigeträchtigen Trennungen per Pressemitteilungen und schönen Danksagungen bekannt gegeben. Kenny kommt dem zuvor.

HRC zog Angebot zurück

Roczen sorgte schon mit einem Post vor wenigen Tagen für Verwunderung, als er Fotos von seiner Werks-Honda postete, an der die Kettenführung abgerissen war. So etwas gibt es bei Werksfahrern quasi nie, denn es wirft ein schlechtes Licht aufs Material. Heute könnte man vermuten, dass es mit seinem Aus und die Art und Weise der Trennung zusammen hängt.

Kenny erzählte im besagten Podcast, dass er eigentlich einen USSX only Vertrag für 2023 von Honda vorliegen hatte. Honda wollte aber nicht, dass er die neue Supercross Weltmeisterschaft fährt und als Ken genau darauf bestand, zog Honda das Angebot zurück: „Normalerweise ist meine Zukunft monatelang, wenn nicht sogar jahrelang vorgeplant. Das ist nun nicht mehr so und schon ein komisches Gefühl! Ich bin nun frei verfügbar für jeden Hersteller,“ schilderte Ken.

WSX-Team scheint klar zu sein

Wie geht’s nun weiter für Ken? In drei Wochen ist der WSX-Auftakt in Cardiff. Ken postete ebenfalls gestern ein Bild vom Testen mit seinem neuen Bike, ohne Sponsorenlogos oder ähnlichem.

Zu erkennen ist aber die ecuadorianische 250er Supercross-Legende Martin Davalos, der für das Honda Genuine Team von Yarrive Konsky arbeitet. Das Team geht unter anderem auch mit Max Anstie bei der WSX an den Start und hat seine finalen Fahrer noch nicht bekannt gegeben.

Übrigens wird die WSX nicht wie angekündigt aus drei Events bestehen, sondern nur noch aus zwei. Die Runde in Indonesien wurde abgesagt und man beschränkt sich auf Cardiff und Australien. 

Wo fährt Roczen 2023?

Und 2023? Was fährt Roczen da? Die Frage stellt sich schon länger und ist mit den starken Partnern an Roczens Seite auch nicht einfach. Red Bull ist ein sehr großer Sponsor, daher kann man eigentlich alle Teams mit anderem Energy-Sponsor ausschließen. Meine Quellen sagen zudem, dass er nicht auf einem Bike aus Österreich an den Start geht.

Dahingehend gab es bereits seit längerem Gerüchte. Ein weiteres Problem dürfte auch sein, dass alle Top-Fahrer für 2023 Verträge haben und nirgends etwas frei ist. Erst ab 2024 wird es vermutlich zum großen Stühle Rücken kommen. 

Nun werden bei vielen Fans alte Gefühle wach, als Chad Reed einst von der Industrie ausgespuckt und ohne Werksride sich selbst überlassen wurde. Der Australier gründete damals mit TwoTwo Motorsports selbst ein Team und kam wie ein Phönix aus der Asche wieder erfolgreich zurück. Fun Fact: Reeds damaliger Mechaniker war ein Schwede namens Lars Lindstrom, der heute Teammanager bei HRC ist und Roczen nun hinaus beförderte. 

Text: Martin Anderson
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