Fahrerstimmen aus Almonte – Zwischen Durchbruch, Schmerzen und klaren Ansagen

Auch Camden McLellan findet sich in den Fahrerstimmen aus Almonte.

Auch Camden McLellan findet sich in den Fahrerstimmen aus Almonte. / Foto: Ray Archer

Der MXGP of Andalucía in Almonte hat geliefert – sportlich, physisch und emotional. Tiefer Sand, zerfurchte Linien und Bedingungen, die keine Ausreden zulassen. Genau das spiegelt sich auch in den Stimmen aus dem Fahrerlager wider: klare Worte, ehrliche Einschätzungen und erste Duftmarken im Titelkampf.

Coenen setzt das Statement – Herlings bleibt der Jäger

Lucas Coenen verlässt Spanien mit maximaler Ausbeute – und entsprechend klar fällt seine Einordnung aus: „Meine erste Red Plate! Ich bin im Moment total begeistert, aber wir wissen alle, dass die Saison noch lang ist. Gute Starts und schnelle Überholmanöver waren der Schlüssel. Drei Siege an einem Wochenende – besser geht es nicht.“

Dahinter positioniert sich Jeffrey Herlings als erster Verfolger, ohne dabei die Realität auszublenden: „Das Ziel sind Podiumsplätze, und das habe ich in Argentinien und jetzt auch hier geschafft. Ich muss mich samstags verbessern, weil ich dort viele Punkte verloren habe.“

Gajser stabilisiert sich – Renaux sieht mehr Potenzial

Tim Gajser arbeitet sich sichtbar in die Saison hinein: „Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Es gibt noch Verbesserungspotenzial, aber der Fortschritt ist klar erkennbar.“

Auch Maxime Renaux schlägt in eine ähnliche Kerbe, allerdings mit einem klaren Blick nach vorne: „Ich habe das Gefühl, dass noch mehr möglich ist. Jetzt geht es darum, schnell Fortschritte zu machen.“

Und auch Andrea Adamo ordnet sein Wochenende realistisch ein: „Ein sehr schwieriger GP mit einer harten Strecke und vielen Unebenheiten, aber ich habe mein Bestes gegeben. Die Geschwindigkeit ist gut, aber mir fehlt noch etwas körperliche Stärke.“

Kampfzone MXGP – zwischen Aufholjagd und Schadensbegrenzung

Im Mittelfeld zeigt sich, wie gnadenlos dieses Niveau ist. Ruben Fernandez bringt es auf den Punkt: „Ich habe alles gegeben für die Fans. Nach dem Startcrash habe ich mich auf Platz zwölf zurückgekämpft.“

Auch Brent Van Doninck erlebte das typische Almonte-Wechselbad: „Mit jeder Session habe ich mich besser gefühlt… aber nach dem Crash im zweiten Lauf war Schluss.“

Pauls Jonass bleibt selbstkritisch: „Ich habe mich gut gefühlt, aber bin nicht gut gefahren. Das ist nicht das Niveau, das wir wollen.“

Und Alberto Forato ordnet nüchtern ein: „Zehnter insgesamt – die Geschwindigkeit ist da, aber es ist noch nicht das Ziel.“

MX2: Triumph schreibt Geschichte – Konkurrenz erkennt die Realität

In der MX2-Klasse stand alles im Zeichen von Camden McLellan und Triumph. Der Südafrikaner ordnet den Moment selbst ein: „Mein erster Gesamtsieg überhaupt und gleichzeitig der erste für Triumph. Das ist ein ganz besonderes Gefühl.“

Dass an diesem Wochenende kein Weg an ihm vorbeiführte, bestätigt auch Simon Längenfelder ohne Umschweife: „Camden zu schlagen? Heute gab es keine Chance.“

Sacha Coenen ergänzt aus eigener Perspektive: „Ich hatte viel Armpump und keinen Flow… Platz zwei ist trotzdem ein positives Ergebnis.“

Junge Garde meldet sich – aber mit Lernaufgaben

Valerio Lata zeigt, wie schnell sich ein Wochenende drehen kann: „Ich wusste, dass ich eine Schippe drauflegen muss… der zweite Lauf war genau das Niveau, das ich zeigen will.“

Mathis Valin erkennt, wo es noch fehlt: „Die Geschwindigkeit ist da, aber ich muss beim Überholen effizienter werden.“

Zwischen Durchbruch und Entwicklungsschritt

Für einige Fahrer ist Almonte vor allem ein Schritt nach vorne. Kay Karssemakers spricht von seinem bislang besten GP: „Ich bin zufrieden und will mich im Laufe der Saison weiter steigern.“

Janis Reisulis hebt die mentale Entwicklung hervor: „Ich konnte meinen Rhythmus bis zum Ende halten… das ist ein großer Fortschritt.“

Währenddessen beschreibt Karlis Reisulis ein Problem, das viele betrifft: „Sobald der Armpump kommt, fällt es mir schwer, locker zu bleiben.“

Almonte trennt sauber – Leistung von Anspruch

Dieses Wochenende hat keine Grauzonen zugelassen.
Wer liefern konnte, war vorne.
Wer Fehler machte, fiel sofort zurück.

Oder, wie Tom Vialle es treffend formuliert: „Ich bin nicht komplett zufrieden… aber insgesamt in einer guten Position.“