Doppelpodium in der Wüste: Gallas und Paulin auf Treppchen bei Carta Rallye
Kevin Gallas steht zusammen mit Teamkollege Gautier Paulin in Marokko auf dem Podium. / Foto: Yamaha
Bei der Carta Rallye in Marokko liefert das Ténéré Yamaha Rally Team genau das ab, was sich über die Woche bereits angedeutet hatte: Kontrolle, Konstanz – und am Ende ein geschlossen starkes Ergebnis. Kevin Gallas und Gautier Paulin beenden die Rallye auf den Plätzen zwei und drei der Gesamtwertung, entscheidend ist dabei aber vor allem ein anderer Punkt.
Beide dominieren die Über-450ccm-Klasse.
Mit der Ténéré 700 Rally unterwegs, also einem Zweizylinder-Bike außerhalb der klassischen 450ccm-Prototypenstruktur, setzt sich das Team über sieben Etappen hinweg klar durch. Die Kategorie wird nicht nur gewonnen, sondern über die gesamte Woche kontrolliert – inklusive Podiumsplatzierungen auf jeder einzelnen Etappe.
Gallas mit klarem Plan
Kevin Gallas legt die Basis für seinen zweiten Gesamtrang früh in der Rallye. Der Sieg auf Etappe drei bringt ihn in eine gute Position, die er im weiteren Verlauf konsequent absichert. Dabei fällt auf, dass er zunehmend strukturiert vorgeht – weniger Risiko, mehr Fokus auf das Gesamtbild.
Gerade auf der letzten Etappe zeigt sich das deutlich. Statt noch einmal anzugreifen, verwaltet er seinen Vorsprung kontrolliert bis ins Ziel.
„Ich hatte neun Minuten Vorsprung nach hinten und keine echte Chance mehr nach vorne. Also ging es darum, es sauber ins Ziel zu bringen.“
Ein Ansatz, der am Ende aufgeht. Auch wenn er auf der Schlussprüfung noch etwas Zeit verliert, bleibt das ohne Auswirkungen auf das Gesamtergebnis. Rang zwei ist das Resultat einer insgesamt stabilen Woche.
Paulin direkt dahinter
Gautier Paulin folgt auf Rang drei – mit einem Rückstand von etwas mehr als einer Minute auf Gallas. Über die Distanz der Rallye ist das ein enger Abstand, der zeigt, wie nah beide leistungsmäßig beieinander liegen.
Auch Paulin sammelt im Verlauf der Woche wichtige Ergebnisse. Zwei Etappensiege und ein weiteres Podium belegen, dass er das Tempo mitgehen kann. Gleichzeitig wird deutlich, dass er sich im Rally-Raid weiter einarbeitet – vor allem in den Bereichen Navigation und Rhythmus.
„Ich habe viel über das Roadbook gelernt und darüber, mich in diesen offenen Landschaften zu orientieren. Für meine vierte Rallye ist das ein großer Schritt.“
Trotz einer zwischenzeitlichen Strafe bleibt er im Gesamtklassement stabil und bringt die Rallye auf dem Podium zu Ende.
Konstante Leistung über die Woche
Im Gesamtbild ist es vor allem die Konstanz, die dieses Ergebnis trägt. Beide Fahrer vermeiden größere Fehler, bleiben über die gesamte Woche konkurrenzfähig und nutzen ihre Möglichkeiten.
Dass die Ténéré 700 Rally dabei regelmäßig gegen die spezialisierten 450ccm-Bikes mithalten kann, ist ein zusätzlicher Faktor, der das Resultat einordnet. Gleichzeitig zeigt sich, dass das Paket über mehrere Tage hinweg funktioniert – nicht nur punktuell.
Das Doppelpodium ist damit kein Zufall, sondern das Ergebnis einer sauberen Woche. Wie viel sich daraus für die kommenden Rallyes ableiten lässt, wird sich zeigen. Klar ist aber: Gallas und Paulin haben in Marokko einen stabilen Eindruck hinterlassen.
