Beta RX250 4T: Die lange erwartete 250er ist da

Die Beta RX250 beim Internazionali d’Italia MX in Mantova

Die Beta RX250 beim Internazionali d’Italia MX in Mantova

Mantova, zweite Runde der Internazionali d’Italia. Zwischen all den bekannten Bikes im Fahrerlager steht plötzlich etwas, worüber seit Jahren gesprochen wird – aber das man nie wirklich gesehen hat: die neue Beta RX250. Und diesmal ist es nicht nur ein Gerücht. Sondern ein Motorrad, das laut Werk praktisch seriennah ist.

Acht Jahre Warten – jetzt wird geliefert

Wer Beta kennt, weiß: Die Italiener haben sich im Offroad-Bereich vor allem mit ihren eigenen Viertakt-Motoren einen Namen gemacht – 350, 390, 430, 480. Ein echter, komplett eigenentwickelter 250er Crosser fehlte jedoch bislang im Portfolio. Zwar gab es in der Vergangenheit eine 250er bei Beta, doch damals basierte der Motor noch auf KTM-Technik. Danach wurde es still.

Jetzt ist klar: Der neue 250er-Motor ist eine komplette Eigenentwicklung. Neues Kurbelgehäuse, neues Konzept, komplett von Grund auf konstruiert. Und genau das macht diese RX250 so spannend.

Kein klassischer Prototyp mehr

Was in Mantova unter dem Teamzelt stand, war laut Beta keine frühe Testmaschine mehr. Vielmehr sprach man von einer Vorserien-Version mit serienreifem Motor und finalem Rahmenkonzept. Das Bike basiert in Teilen auf der bekannten RX-Plattform der großen Modelle – Schwinge mit Umlenkung, Heckrahmen und Verkleidung orientieren sich an der 450er. Doch Motor und Teile der Rahmenstruktur wurden speziell für den 250er entwickelt.

Auffällig ist vor allem die kompakte Bauweise des Aggregats. Das Triebwerk wirkt klein, eng gepackt, mit sichtbarer Steuerkette und eigenständiger Gehäusekonstruktion. Genau das, was man von einem modernen 250F erwartet: leicht, zentralisiert, drehfreudig.

Produktion? Sommer ist realistisch

Einen fixen Termin nennt Beta noch nicht. Doch intern wird von einem Produktionsstart rund um Juli oder August gesprochen – abhängig von letzten Zulieferteilen. Die Basis ist laut Werk fertig, kleinere Details wie spezifische Abstimmungen sollen noch finalisiert werden.

Im Rennbetrieb wurde die RX250 zunächst bei den Internazionali d’Italia und anschließend in wenigen Wochen in der italienischen Prestige-Meisterschaft eingesetzt. Ziel ist es, unter Rennbedingungen weiter Feinarbeit zu leisten.

Erste Eindrücke: Kompakt, drehfreudig, vielversprechend

Francesco Bassi, der die RX250 in Mantova pilotiert, zeigte sich nach dem ersten Einsatz zufrieden. Gerade auf dem schweren, vom Regen gezeichneten Boden überzeugte die Maschine mit guter Traktion und sauberem Antritt aus den Kurven. Sein Fazit: Die Basis stimmt. Besonders das Drehmoment im unteren Bereich überraschte positiv. Gleichzeitig arbeitet das Team noch an der Abstimmung im oberen Drehzahlbereich – typisch für eine 250er, die bekanntlich über Drehzahl definiert wird.

Mehr als nur ein neues Modell

Mit der RX250 erweitert Beta nicht einfach nur die Modellpalette. Die Marke setzt damit ein klares Signal im Motocross-Segment. Ein italienischer Hersteller mit komplett eigenständigem 250F-Motor – das ist mehr als nur ein Lückenschluss im Katalog.

Wie konkurrenzfähig die RX250 im internationalen Vergleich sein wird, muss sich zeigen. Doch eines ist klar: Beta hat das Projekt nicht halbherzig angegangen. Der 250er ist kein Nebenprodukt, sondern ein ernst gemeinter Einstieg in eine der wichtigsten Klassen des Sports.

Jetzt bleibt nur noch eine Frage offen: Wann dürfen wir sie fahren?