Supercross Glendale – „Woran hat et jelegen?“

Dominique Thury verpasste beim Supercross Glendale den Einzug in das Main Event

Dominique Thury verpasste beim Supercross Glendale den Einzug in das Main Event. / Foto: Feld Entertainment

Woran hat et jelegen?“ – nach dem Supercross von Glendale trifft diese Frage den Kern. Dominique Thury fand nach dem Wochenende klare Worte: „Die Strecke war definitiv speziell.“ Vor allem die hohe Grundgeschwindigkeit stellte viele Fahrer vor Probleme. „Sie war sauschnell“, so Thury – ein Charakter, der ihm nicht vollständig entgegenkam. Auf Strecken mit etwas geringerem Tempo fühle er sich wohler, erklärte er rückblickend.

Schnell – aber nicht einfach

Gleichzeitig relativierte Thury den ersten Eindruck. Einfach sei der Track keineswegs gewesen. „Ich will nicht sagen, dass sie einfach gebaut war“, betonte er. Gerade die Sprungkombinationen seien hoch und spitz gewesen – ein Element, das ihm grundsätzlich gefiel. Das eigentliche Problem lag jedoch woanders: „Man konnte nie wirklich Boden gutmachen. Egal, wie man die Sprünge gefahren ist, am Ende kam man zeitlich trotzdem fast gleich raus.“

Startposition als Schlüssel

Damit rückte ein Faktor unweigerlich in den Mittelpunkt: der Start. „Dementsprechend war ein guter Start wichtig – und den hatte ich das ganze Wochenende nicht“, so Thury offen. Ohne Trackposition blieb kaum Spielraum, um Positionen gutzumachen. Zwar konnte er sich mehrfach von weiter hinten nach vorne arbeiten, doch der Aufwand stand am Ende nicht im Verhältnis zum Ergebnis.

Hoffnungslauf und Rückschlag

Im Hoffnungslauf schien der Einzug ins Main Event zwischenzeitlich greifbar. „Ich war in Schlagposition“, erklärte Thury. Dann jedoch der entscheidende Moment: ein Sturz im Sand. Danach fiel er weit zurück, kämpfte sich aber nochmals nach vorne. „Ich bin dann noch auf Platz acht vorgefahren“, berichtete er – zu wenig, um das Blatt noch zu wenden.

Fahrerisch zufrieden, Ergebnis nicht

Trotz des verpassten Main Events zog Thury ein differenziertes Fazit. „Fahrerisch finde ich, bin ich gut gefahren“, sagte er. Mit seinem Tempo und seinem Gefühl auf dem Bike sei er zufrieden. Das Resultat entsprach jedoch nicht den eigenen Erwartungen. „Resultatmäßig war es nicht ganz so gut wie erhofft und wie erwartet“, räumte er ein.

Blick nach vorn

Am Ende blieb ein nüchterner Schlussstrich unter ein schwieriges Wochenende. „Manchmal verliert man – und manchmal gewinnen die anderen“, so Thury mit einem Lachen. Trotz allem überwiegt für ihn das Positive: „Alles in allem bin ich mit meinem Fahren definitiv zufrieden.“

Was uns am Wahl-Amerikaner 2026 auffällt: Er schein selbst aus weniger guten Resultaten positive Aspekte mitzunehmen – und hat zudem offenbar die Freude am Fahren wiedergefunden.

Nico Koch: Zentimeter und Technik

Für Nico Koch entschied sich das Wochenende bereits früh. Der direkte Einzug ins Main Event wurde um eine einzige Position verpasst – klassisches Supercross-Pech. Noch bitterer: Eine gerissene Bremsleitung machte den Start im LCQ unmöglich. Ein technischer Defekt zur Unzeit, der jede zweite Chance zunichtemachte.

Paul Bloy: Sturz im LCQ

Auch Paul Bloy konnte Glendale nicht wie erhofft nutzen. Im LCQ kam es zu einem schweren Sturz. Nach Informationen aus Teamkreisen zog er sich glücklicherweise keine schwerwiegenden Verletzungen zu, sportlich war das Wochenende jedoch beendet – ein weiterer Beleg dafür, wie schmal der Grat im Supercross ist.

Kleinigkeiten mit großer Wirkung

Glendale war kein Wochenende fehlenden Könnens, sondern eines der verpassten Details. Eine schnelle Strecke ohne Spielraum, schlechte Starts, technische Defekte und ein Sturz zur falschen Zeit reichten aus, um alle drei deutschen Fahrer vom Main Event fernzuhalten. Oder anders gesagt: Manchmal verliert man – und manchmal gewinnen die anderen. Fahrerisch gibt es dennoch genug Ansatzpunkte, um darauf aufzubauen.