Manuel Lettenbichler ist zum fünften Mal Hard-Enduro-Weltmeister

Manuel Lettenbichler ist zum fünften Mal Hard Enduro Weltmeister

Manuel Lettenbichler ist zum fünften Mal Hard Enduro Weltmeister. / Foto: Future7Media

Manuel Lettenbichler hat es erneut geschafft. Der KTM-Werksfahrer sicherte sich am Freitagabend beim 24MX Hixpania Hard Enduro im spanischen Aguilar de Campoo vorzeitig den Titel in der FIM Hard Enduro World Championship 2026. Es ist sein fünfter WM-Triumph in Folge. Und das Bemerkenswerte daran: Lettenbichler musste beim Saisonfinale nicht einmal Punkte holen, um als Weltmeister festzustehen.

Mit 32 Punkten Vorsprung auf seinen letzten verbliebenen Titelkonkurrenten Mitch Brightmore war der Deutsche nach Spanien gereist. Insgesamt waren beim Finale noch 33 Zähler zu vergeben. Rein rechnerisch konnte Brightmore den Titelkampf also noch einmal spannend machen.

Dazu hätte der Brite allerdings bereits beim SuperEncierro am Freitagabend wichtige Punkte aufholen müssen. Genau das gelang ihm nicht.

Ein fünfter Platz reicht zum Titel

Den Auftakt des Hixpania-Wochenendes bildete das SuperEncierro, ein kurzes Rennen über mehrere Runden im Hixpania Village. Die Besonderheit: Nur die ersten drei Fahrer erhalten WM-Punkte.

Billy Bolt gewann das Finale vor Ashton Brightmore und Teodor Kabakchiev. Mitch Brightmore kam als Vierter ins Ziel, Lettenbichler unmittelbar dahinter auf Rang fünf.

Damit gingen beide Titelkontrahenten leer aus. Bei unverändert 32 Punkten Vorsprung und nur noch 30 zu vergebenden Zählern war die Entscheidung gefallen.

„Wir haben die Ergebnisse bekommen, die wir gebraucht haben. Eigentlich haben wir überhaupt keine Punkte geholt und sind nur Fünfter geworden. Ich hatte aber ehrlich gesagt ein ziemlich gutes Rennen. Und das hat gereicht, um den Titel heute klarzumachen“, erklärte Lettenbichler anschließend.

Dass seine Mannschaft bereits eine kleine Meisterfeier vorbereitet hatte, überraschte ihn offenbar selbst.

„Die Leute haben mich im Ziel zurückgehalten, weil sie ein bisschen feiern wollten. Zuerst war ich ziemlich verwirrt. Aber ich bin überglücklich. Was für ein Jahr, was für eine Leistung. Anfang des Jahres hätte ich selbst nicht daran geglaubt.“

Fünf Siege aus sieben WM-Läufen

Dass Lettenbichler schon vor dem eigentlichen Hauptrennen in Spanien als Weltmeister feststeht, liegt an seiner starken Saison.

Sieben WM-Veranstaltungen waren vor dem Finale absolviert, fünf davon hatte der 28-Jährige gewonnen. Bei den beiden übrigen Rennen stand er ebenfalls auf dem Podium.

Zum Auftakt in Frankreich setzte er sich beim Alestrem Hard Enduro durch, ehe er beim Extreme XL Lagares in Portugal die maximale Punktzahl holte. Dort schlug er Mitch Brightmore nach mehr als zwei Stunden Fahrzeit um lediglich 7,9 Sekunden.

Beim Silver Kings Hard Enduro in den USA musste sich Lettenbichler erstmals geschlagen geben. Brightmore feierte seinen ersten WM-Laufsieg, während der Deutsche als Dritter ins Ziel kam. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung schrumpfte zwischenzeitlich auf 13 Punkte.

Danach übernahm Lettenbichler wieder das Kommando. Er gewann die Premiere des Forza Orza in Schweden und setzte sich beim Abestone Hard Enduro in Italien mit mehr als sechs Minuten Vorsprung durch.

Bei der Roof of Africa in Lesotho musste er sich lediglich Teodor Kabakchiev geschlagen geben.

Besonders eindrucksvoll verlief anschließend das Sea to Sky in der Türkei. Eine Zehn-Minuten-Strafe im Forest Race zwang Lettenbichler dazu, das entscheidende Mountain Race lediglich von Startplatz 15 aus in Angriff zu nehmen.

Davon ließ er sich allerdings nicht aufhalten. Er arbeitete sich durch das Feld und gewann schließlich mit mehr als vier Minuten Vorsprung. Es war bereits sein dritter Sea-to-Sky-Sieg in Folge.

Die Konkurrenz rückt näher

Trotz seiner fünf Saisonsiege war Lettenbichler 2026 keineswegs ohne ernsthafte Gegner unterwegs.

Vor allem Mitch Brightmore konnte den Deutschen mehrfach unter Druck setzen. Der Fahrer des X-GRIP Racing Teams gewann in den USA, stand bei vier der ersten fünf Veranstaltungen auf dem Podium und hielt sich seit dem dritten WM-Lauf auf Rang zwei der Gesamtwertung.

Neben Brightmore gelang lediglich Teodor Kabakchiev ein weiterer Tagessieg bei einem WM-Lauf. Alle anderen Veranstaltungen gingen an Lettenbichler.

Der KTM-Pilot weiß allerdings, dass die jüngere Konkurrenz zunehmend stärker wird.

„Die jungen Jungs kommen. Jeder versucht, mich zu schlagen“, sagte er nach seinem vorzeitigen Titelgewinn. Für das restliche Wochenende wolle er deshalb vor allem Spaß haben. Eine ordentliche Feier am Sonntagabend sei ebenfalls geplant.

Fünf WM-Titel und fünf Erzberg-Siege in Folge

Mit seinem erneuten Titelgewinn setzt Lettenbichler eine beeindruckende Serie fort. Seit 2022 hat er jede Hard-Enduro-Weltmeisterschaft gewonnen. Auch beim Red Bull Erzbergrodeo ist er seit fünf Ausgaben ungeschlagen und feierte dort im Juni seinen fünften Erfolg hintereinander.

Seinen jüngsten WM-Titel holte er auf der KTM 300 EXC des Red Bull KTM Factory Racing Teams.

Teammanager Fabio Farioli hob nach der Entscheidung vor allem die Arbeit hinter den Kulissen hervor. Der erneute Titel sei nicht nur ein Erfolg für Lettenbichler, sondern auch für sämtliche Mitarbeiter, die während der Saison und in den Wintermonaten an der Vorbereitung der Motorräder arbeiten.

Für Lettenbichler selbst ist die Arbeit in Spanien allerdings noch nicht beendet. Am Samstag steht der Campoo-Xtreme-Sprint auf dem Programm, bevor am Sonntag mit „The Lost Road“ das Hauptrennen folgt.

Während der Weltmeister bereits feststeht, geht es für die übrigen Fahrer noch um die abschließenden Positionen in der Gesamtwertung. Auch die Junioren-Weltmeisterschaft ist weiterhin offen. James Moore und Ashton Brightmore trennten vor dem Wochenende lediglich drei Punkte.

Lettenbichler kann die letzten beiden Renntage dagegen ohne Titelrechnerei angehen. Den wichtigsten Pokal des Wochenendes hat er bereits sicher.