Herlings setzt das erste Ausrufezeichen der Saison

Jeffrey Herlings (#84) legte mit guten Starts den Grundbaustein für seinen ersten Grand Prix Sieg auf einer Honda

Jeffrey Herlings (#84) legte mit guten Starts den Grundbaustein für seinen ersten Grand Prix Sieg auf einer Honda. / Foto: Ray Archer

Der Auftakt der MXGP-Saison 2026 hat sofort eine klare Botschaft geliefert: Jeffrey Herlings ist zurück – und zwar ganz vorne. Beim MXGP of Argentina in Bariloche gewann der Niederländer den ersten Grand Prix des Jahres und feierte damit nicht nur seinen 113. GP-Sieg, sondern zugleich auch seinen ersten Erfolg für Honda.

Es war ein Sieg, der mehr aussagt als nur die nackten Zahlen. Herlings wirkte über das gesamte Wochenende hinweg kontrolliert, schnell und vor allem selbstbewusst – ein Fahrer, der genau weiß, wann er attackieren muss und wann Geduld gefragt ist.

Comeback-Qualitäten im zweiten Lauf

Ein perfekter Tag war es allerdings nicht von Beginn an. Besonders im zweiten Lauf musste der fünffache Weltmeister arbeiten. Nach einer Kollision in der Anfangsphase fiel Herlings zunächst weit zurück und fand sich plötzlich nur noch im Bereich der Top Ten wieder. Doch genau in solchen Momenten zeigt sich die Klasse eines Ausnahmefahrers.

Der Honda-Pilot arbeitete sich Position um Position nach vorne, überholte mehrere Topfahrer und fand schließlich wieder Anschluss an die Spitzengruppe. Am Ende wurde aus einer schwierigen Ausgangslage doch noch der Laufsieg – und damit ein perfektes 1-1 Ergebnis.

„Der erste Lauf war einfacher als der zweite“, erklärte Herlings später. „Aber das Team hat unglaublich hart gearbeitet. Dieser Sieg gehört uns allen.“

Honda-Projekt zahlt sich aus

Der Erfolg ist auch für Honda HRC und Teammanager Giacomo Gariboldi ein wichtiger Meilenstein. Die Zusammenarbeit mit Herlings ist eines der spannendsten Projekte im aktuellen MXGP-Paddock – und der Saisonstart zeigt, dass dieses Paket sofort funktioniert.

Dass Herlings dabei nicht nur schnell, sondern auch strategisch klug unterwegs war, unterstreicht die Form, in der sich der Niederländer aktuell befindet. Kurz gesagt: Herlings wirkt hungrig.

Febvre und Vialle auf dem Podium

Hinter dem Niederländer komplettierten zwei Franzosen das Podium. Romain Febvre sicherte sich mit konstant starken Ergebnissen Rang zwei im Gesamtklassement. Ganz zufrieden war der Kawasaki-Pilot jedoch nicht.

Er erklärte nach dem Rennen, dass er sich auf dem Motorrad noch nicht vollständig wohlfühle. Das Set-up müsse noch verbessert werden, auch wenn das Team über das Wochenende bereits Fortschritte gemacht habe.

Für Tom Vialle verlief das Wochenende dagegen fast wie ein kleines Ausrufezeichen. Der MX2-Doppelweltmeister zeigte bei seinem Einstieg in die MXGP-Klasse sofort starke Performance. Zwischenzeitlich führte er sogar ein Rennen an, verlor jedoch durch einen abgewürgten Motor wertvolle Zeit. Am Ende stand dennoch Platz drei im Gesamtklassement – ein Ergebnis, mit dem der HRC-Pilot vor dem Wochenende kaum gerechnet hatte.

WM-Stand: Sofort Spannung im Titelrennen

Der Saisonauftakt hat auch in der WM-Tabelle sofort für Spannung gesorgt. Nach dem ersten Grand Prix liegen Jeffrey Herlings und Tom Vialle punktgleich mit jeweils 50 Punkten an der Spitze. Dahinter folgen Romain Febvre (48 Punkte), Lucas Coenen (42) und Tim Gajser (36).

Damit zeigt sich schon nach dem ersten Rennen, wie eng die Kräfteverhältnisse in dieser Saison sein könnten.

Der Blick geht nach Spanien

Der Kalender gönnt dem MXGP-Feld kaum eine Pause. Bereits beim nächsten Grand Prix in Spanien wird sich zeigen, ob Herlings seine Form bestätigen kann – oder ob sich die Konkurrenz schnell zurückmeldet.

Doch eines steht nach Argentinien bereits fest: Wenn Jeffrey Herlings gesund bleibt, wird der Weg zum Titel auch 2026 über ihn führen.