Herlings legt sich beim MXoN fest: So würde sein TeamNL aussehen

Kay de Wolf gehört laut Herlings in die Auswahl des MXoN TeamNL

Kay de Wolf gehört laut Herlings in die Auswahl des MXoN TeamNL

Wer fährt beim Motocross of Nations 2026 für die Niederlande? Offiziell ist diese Frage noch nicht beantwortet. Nach dem MXGP of the Netherlands in Arnhem hat Jeffrey Herlings allerdings ziemlich klar gesagt, welche drei Fahrer er am 4. Oktober in Ernée hinter das Startgatter stellen würde.

Herlings selbst und Kay de Wolf gehören nach dem vergangenen Wochenende kaum überraschend zu seiner Auswahl. Interessanter wird es beim dritten Platz: Der aktuelle WM-Leader würde Glenn Coldenhoff auf eine 250er setzen.

„Wenn ich Teammanager wäre, würde ich mich und Kay nehmen. Ob einer MXGP und der andere Open fährt, spielt keine Rolle. Glenn Coldenhoff würde ich auf eine Werks-250er von Yamaha setzen“, erklärte Herlings in der Pressekonferenz.

Herlings und de Wolf auf den 450ern?

Herlings‘ Überlegung hat einen klaren Hintergrund. In Arnhem waren er und de Wolf die beiden stärksten Niederländer. Herlings gewann, während der MXGP-Rookie als Zweiter über weite Strecken als Einziger dessen Tempo mitgehen konnte.

De Wolf hat längst bewiesen, dass er beim Nations funktioniert. 2024 und 2025 gewann er jeweils die MX2-Einzelwertung beim MXoN. 2024 erreichten die Niederlande mit ihm den dritten Gesamtrang. (Wikipedia)

2026 ist die Situation allerdings eine andere. De Wolf fährt inzwischen in der MXGP-Klasse und müsste für einen Start in MX2 wieder auf eine 250er wechseln. Genau das scheint Herlings vermeiden zu wollen.

Seine Idee: Die beiden derzeit schnellsten Niederländer bleiben auf ihren 450ern und teilen MXGP und Open untereinander auf. Coldenhoff übernimmt MX2.

Coldenhoff zurück auf die 250er?

Genau an diesem Punkt wird Herlings‘ Vorschlag interessant. Coldenhoff gehört mit seiner Erfahrung zu den Fahrern, die man bei einem Motocross of Nations nur ungern zu Hause lässt. Er war bereits Teil jener niederländischen Mannschaft, die 2019 in Assen erstmals das MXoN gewann.

Eine 250er wäre für den inzwischen langjährigen MXGP-Piloten allerdings eine deutliche Umstellung. Gerade in Ernée stellt sich deshalb die Frage, ob ein Coldenhoff auf der kleineren Maschine tatsächlich die bessere Lösung wäre als de Wolf, der die MX2-Kategorie über Jahre kannte und zweimal hintereinander die Einzelwertung beim Nations gewann.

Herlings scheint das anders zu sehen. Nach dem direkten Duell mit de Wolf in Arnhem ist nachvollziehbar, warum er dessen Speed auf der 450er nicht freiwillig verschenken möchte.

„Ich glaube, wir können gewinnen“

Noch deutlicher wurde Herlings bei der Frage nach den Chancen der Niederlande. Mit ihm und de Wolf in der aktuellen Form sowie einem guten Ergebnis des dritten Fahrers hält er den Gesamtsieg für möglich.

„Ist es einfach? Nein. Aber ich glaube, wir können gewinnen“, sagte der Honda-Pilot. Frankreich zählt er zu den stärksten Gegnern. Auch Spanien sieht er weit vorne, sollte Jorge Prado in Ernée antreten. Das Ziel wäre nicht klein gewählt. Australien gewann das Motocross of Nations sowohl 2024 in Matterley Basin als auch 2025 am Ironman Raceway und reist damit 2026 als zweimaliger Titelverteidiger nach Frankreich.

Ernée selbst dürfte den Franzosen entgegenkommen. Frankreich gewann dort bereits 2023 mit Romain Febvre, Tom Vialle und Maxime Renaux.

De Wolf will bei der Entscheidung mitreden

Kay de Wolf wollte sich nach dem Rennen ebenfalls nicht auf eine konkrete Aufstellung festlegen. Er verwies darauf, dass weder Herlings noch er Teammanager seien und in den kommenden Tagen Gespräche anstehen.

Ganz heraushalten wollen sich die beiden offenbar trotzdem nicht. „Wir haben beide etwas dazu zu sagen, denke ich“, erklärte de Wolf. Sollte er nominiert werden, wolle er für die Niederlande alles geben.

Die Entscheidung liegt am Ende beim niederländischen Verband. Eine offizielle Fahrerauswahl für Ernée wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

Herlings hat seine Wunschaufstellung trotzdem schon öffentlich auf den Tisch gelegt: Herlings und de Wolf auf der 450er, Coldenhoff auf der 250er. Nach dem niederländischen Doppelerfolg von Arnhem dürfte diese Variante bei den anstehenden Gesprächen zumindest schwer zu ignorieren sein.