Ernecker triumphiert beim EMX125-Auftakt in Almonte
Moritz Ernecker gewinnt seinen ersten EMX125 Grand Prix. / Foto: Infront
Der Auftakt der EMX125-Meisterschaft im Rahmen des MXGP of Andalucía in Almonte hatte genau das, was man sich von einem Saisonstart erhofft – und vielleicht sogar ein bisschen mehr. Chaos in der ersten Kurve, Tempo an der Spitze und ein Fahrer, der im richtigen Moment den Überblick behält.
Am Ende steht ein Name ganz oben: Moritz Ernecker. Der Österreicher sichert sich nicht nur seinen ersten EMX125-Gesamtsieg, sondern setzt direkt ein erstes Ausrufezeichen im Titelkampf – inklusive Red Plate für den Weg zurück nach Österreich.
Startcrash ebnet den Weg
Die Grundlage für diesen Erfolg wird schon in den ersten Sekunden gelegt. Noch bevor sich das Feld sortieren kann, eskaliert die Situation in der ersten Kurve. Mehrere Fahrer gehen zu Boden, das Feld wird auseinandergerissen.
Ernecker bleibt stehen. Und genau das ist der Unterschied.
Während andere reagieren müssen, übernimmt er sofort die Kontrolle. Der KTM-Pilot nutzt die Lücke, positioniert sich vorne und zieht sein Rennen konsequent durch. Kein unnötiges Risiko, keine Fehler – einfach saubere, schnelle Runden.
Im Ziel beschreibt er es selbst so: „Es war ein richtig gutes Rennen. Ich hatte einen guten Start, war glaube ich Dritter, habe dann in der ersten Runde die Führung übernommen und versucht, das Rennen zu kontrollieren.“
Und genau das gelingt ihm. Von der ersten Runde an diktiert er das Tempo und baut seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Am Ende stehen rund sieben Sekunden Vorsprung – ein klarer, souveräner Laufsieg.
Finale mit Kante: Zweiter Lauf liefert Drama pur
Was im ersten Lauf noch nach Kontrolle aussieht, entwickelt sich im zweiten Durchgang in eine komplett andere Richtung. Jetzt geht es nicht mehr nur um Tempo – sondern um Position, Timing und Nerven.
Riccardo Pini kommt am besten aus dem Start, doch die Führung wechselt schnell. Bertram Thorius übernimmt und setzt sich an die Spitze. Dahinter formiert sich eine kompakte Verfolgergruppe – eng, aggressiv, jederzeit bereit für den nächsten Angriff.
Mitten drin: Ernecker.
Der Österreicher arbeitet sich nach vorne, schließt die Lücke und bringt sich in Schlagdistanz. Die Situation spitzt sich zu – und genau hier passiert der Moment, der das Rennen verändert.
Ernecker geht ins Risiko. Zu viel Risiko.
Im direkten Duell kommt es zur Berührung mit Thorius, das Hinterrad wird getroffen – und Ernecker geht zu Boden. Ein Augenblick, der alles dreht.
Goyer greift an – Thorius hält stand
Während Ernecker zurückfällt, öffnet sich die Tür für Sleny Goyer. Der Franzose hat sich zuvor bereits stark nach vorne gearbeitet und findet sich plötzlich in einer perfekten Ausgangsposition wieder.
Was folgt, ist eines der intensivsten Duelle des Wochenendes. Goyer schließt die Lücke zu Thorius, setzt ihn Runde für Runde unter Druck. Angriff folgt auf Angriff. Doch Thorius bleibt stabil, verteidigt jede Linie, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.
Der Abstand bleibt minimal. Oft weniger als zehn Meter. Ein Fehler hätte gereicht – doch er kommt nicht. Am Ende bringt Thorius den Sieg ins Ziel. Knapp, hart erkämpft und absolut verdient.
Ernecker bleibt ruhig – und gewinnt trotzdem
Während vorne um den Laufsieg gekämpft wird, zeigt sich im Hintergrund die vielleicht wichtigste Qualität von Moritz Ernecker. Er bleibt ruhig. Kein hektisches Zurückstürmen, kein unnötiges Risiko. Stattdessen arbeitet er sich kontrolliert zurück, sammelt Position um Position und sichert sich am Ende Platz drei.
Genug für den Gesamtsieg.
Dass dieser Weg nicht ohne Probleme verlief, spricht er offen an: „Es war ein gutes Rennen, aber ich bin gestürzt.“ Trotzdem steht am Ende ein klares Gefühl im Vordergrund: „Ich bin wirklich glücklich über den Gesamtsieg.“
Ein Sieg mit Bedeutung
Der erste Gesamtsieg in der EMX125 ist mehr als nur ein Ergebnis. Er ist ein Signal. Ernecker zeigt, dass er nicht nur schnell ist, sondern auch in der Lage, ein Wochenende komplett zu managen. Einen Lauf dominieren, im anderen Schaden begrenzen – genau diese Kombination entscheidet Meisterschaften.
Und auch persönlich hat dieser Moment Gewicht: „Ich möchte mich bei meinem Trainer bedanken. Ich weiß, dass er zuschaut, und ich bin ihm sehr dankbar – er hat mich den ganzen Winter vorbereitet.“
Der Maßstab zum Saisonstart
Moritz Ernecker verlässt Almonte nicht einfach als Sieger. Er verlässt Spanien als Referenz. Ein dominanter erster Lauf, ein kontrolliertes Comeback im zweiten und die Fähigkeit, auch nach einem Fehler den Fokus zu behalten.
Die Botschaft ist klar: Die EMX125 hat ihren ersten Maßstab gesetzt.
