Triumph TF450-X: Anaheim wird zum Prüfstein
Austin Forkner wird mit der Triumph TF450-X beim Auftakt der AMA Supercross Meisterschaft zum ersten Mal am Gatter stehen. / Foto: Triumph
Triumph macht ernst. Zum Auftakt der AMA Supercross-Saison 2026 betritt die britische Traditionsmarke Neuland und schickt erstmals ein Motorrad in der 450SX-Klasse an den Start. Schauplatz für dieses Debüt ist kein geringerer als Anaheim A1 – ein Ort, an dem sich schon viele große Namen beweisen mussten.
Im Mittelpunkt steht dabei Austin Forkner, der am Wochenende erstmals für Triumph Motorcycles auf der TF 450-X ans Gate rollt. Eigentlich war für Forkner die 250SX-East-Division eingeplant, doch die Winterpause brachte eine Wendung.
Forkner testete in der Off-Season die TF 450-X – eher als Option, nicht als konkreten Plan. Doch das Gefühl passte sofort. Parallel dazu fällt Jordon Smith, Triumphs eigentlicher 450SX-Fahrer, nach einer Schulter-OP noch aus. Die Entscheidung lag nahe: Forkner übernimmt – zumindest bis Smith im Laufe der Saison zurückkehrt.
Für den US-Amerikaner ist es ein besonderer Moment. Sein Wechsel in die Premier Class war lange Thema, kam aber nie wirklich zustande. Anaheim ist nun der Startschuss – ohne große Versprechen, aber mit viel Neugier, wo er und das Motorrad im Vergleich zum etablierten Feld stehen.
Entwicklungsarbeit statt Schnellschuss
Dass Triumph diesen Schritt jetzt geht, ist kein Zufall. In den vergangenen Monaten wurde im Hintergrund intensiv gearbeitet. Stilez Robertson hat die Rolle des Testfahrers übernommen und maßgeblich daran mitgewirkt, die TF 450-X auf die speziellen Anforderungen des Supercross abzustimmen. Enge Rhythm-Sektionen, harte Bremszonen, wenig Raum für Fehler – genau hier lag der Fokus.
Der erste Renneinsatz ist dabei weniger als Angriff zu verstehen, sondern als realistischer Standortcheck. Anaheim liefert schnell Antworten, egal ob man bereit ist oder nicht.
Mehr als nur ein Bike im Feld
Triumph wird in der 450SX-Klasse nicht allein durch das Werksteam vertreten. Auch der Brite Dylan Woodcock geht auf einer TF 450-X an den Start und vertritt das Dirt Store Triumph Racing Team. Damit stehen gleich mehrere Triumph-Motorräder beim Saisonauftakt im Gate – ein klares Signal, dass das Projekt breiter aufgestellt ist als nur ein einzelner Testlauf.
Der Blick über Anaheim hinaus
Während sich in Kalifornien alles um das 450SX-Debüt dreht, läuft die Saisonplanung im Hintergrund weiter. Ab Februar greift Jalek Swoll in der 250SX East an, inzwischen in seiner dritten Saison mit Triumph Factory Racing. Die Rückkehr von Jordon Smith wird ebenfalls für Februar erwartet. Später im Jahr komplettiert Mikkel Haarup das Aufgebot in der Pro-Motocross-Saison.
Triumph betritt mit der 450SX kein unbekanntes Terrain – aber eines, in dem es keine Schonfrist gibt. Anaheim wird keine Titel vergeben, aber es zeigt sehr schnell, wie belastbar ein neues Projekt wirklich ist. Für Triumph ist es weniger ein großer Auftritt als vielmehr der erste ehrliche Test. Und genau darum geht es beim Einstieg in die Königsklasse.
