Tomac dominiert den Auftakt der AMA Supercross Saison 2026
Eli Tomac gewinnt den AMA Supercross Auftakt 2026 in Anaheim. / Foto: Feld Entertainment
Ein volles Haus im Angel Stadium, gespannte Erwartung auf den Rängen und ein Rennabend, der sofort Richtung vorgibt: Der Start in die Saison 2026 der Monster Energy AMA Supercross Championship hatte alles, was ein Auftakt braucht – allen voran einen Fahrer, der direkt ein Ausrufezeichen setzte.
450SMX: Eli Tomac zeigt sofort, wo es langgeht
Eli Tomac hat keine Anlaufzeit gebraucht. Bei seinem ersten US-Rennen für Red Bull KTM Factory Racing fuhr der 33-Jährige einen souveränen Sieg beim Anaheim-Opener ein und holte damit den 54. Erfolg seiner Karriere. Ein klarer Start-Ziel-Auftritt, der Eindruck hinterließ.
Nach einem Rennabbruch in der Anfangsphase ordnete sich Tomac beim Restart zunächst hinter Teamkollege Jorge Prado ein, übernahm aber noch in der ersten Runde die Führung. Von da an bestimmte er das Geschehen, setzte sich kontrolliert ab und ließ über die gesamte Distanz keinen Zweifel am Paket Tomac und KTM aufkommen.
Hinter ihm arbeitete sich Ken Roczen nach vorne. Nach einem ungünstigen Start machte der Suzuki-Pilot Position um Position gut und rückte Tomac in der zweiten Rennhälfte zeitweise bis auf Sichtweite auf die Pelle. Für einen Angriff reichte es jedoch nicht – Rang zwei war der verdiente Lohn.
Für ein echtes Ausrufezeichen sorgte Jorge Prado. Der Spanier nutzte den Holeshot und behauptete sich über weite Strecken in der Spitzengruppe. Platz drei bedeutete sein erstes Supercross-Podium in den USA – trotz einer späteren Drei-Punkte-Strafe wegen einer Geräuschüberschreitung. Damit dürften die Zweifel an Prados Können verstummen.
Dahinter folgten Hunter Lawrence als Vierter und Jason Anderson auf Rang fünf. Titelverteidiger Cooper Webb hatte einen schwierigen Abend und kam als Siebter ins Ziel. Chase Sexton beendete sein erstes Rennen für Kawasaki nach mehreren Ausrutschern auf Platz acht.
Nach dem Auftakt führt Tomac die Meisterschaft mit drei Punkten Vorsprung vor Roczen an, Prado liegt auf Rang drei.
Für einen Schreckmoment sorgte ein Crash von Justin Barcia und Malcolm Stewart in der Startphase des Main Events. Am Ende einer Rhythmsektion verpasste Stewart den letzten Sprung, woraufhin Barcia auf ihm landete. Beide Fahrer gingen hart zu Boden, sodass das Rennen abgebrochen werden musste. Wie Jason Weigand am heutigen Morgen berichtete, kann Barcia alle Gliedmaßen bewegen und ist ansprechbar. Zu Stewart liegen derzeit noch keine gesicherten Informationen vor.
Western 250SMX: Max Anstie erlebt seinen Moment
In der Western Divisional 250SMX-Klasse schrieb Max Anstie Geschichte. Mit 32 Jahren wurde der Brite zum ältesten Sieger, den diese Klasse je gesehen hat – und das in überzeugender Manier.
Anstie brachte Schwung aus dem Heat Race mit und arbeitete sich im Main Event ruhig, aber konsequent nach vorne. Zunächst ging es an Chance Hymas vorbei, anschließend geriet Ryder DiFrancesco unter Druck. Rund sieben Minuten vor Rennende übernahm Anstie die Führung und zog danach deutlich davon. Am Ende stand ein Sieg mit komfortablem Vorsprung.
Hymas feierte mit Rang zwei ein starkes Comeback nach langer Verletzungspause, während DiFrancesco als Dritter erstmals auf einem Supercross-Podium stand. Titelverteidiger Haiden Deegan verpasste nach einem schlechten Start das Podium knapp und wurde Vierter.
In der Meisterschaft liegt Anstie nach dem ersten Rennen drei Punkte vor Hymas, DiFrancesco und Deegan bleiben in Schlagdistanz.
Ein Auftakt, der hängen bleibt
Anaheim 1 hat früh gezeigt, wohin die Reise gehen kann. Tomac meldet sich mit Nachdruck zurück, Anstie nutzt seine Chance, und hinter den Siegern formiert sich bereits die Konkurrenz. Der Ton für die Saison ist gesetzt – leise wird es 2026 ganz sicher nicht.
