SuperEnduro-WM in Bilbao: Emotionen, Comebacks und ein Favorit ohne Nachsicht
Billy Bolt dominiert die FIM SuperEnduro Weltmeisterschaft nach Belieben. / Foto: Future7Media
Die dritte Runde der FIM SuperEnduro World Championship in Bilbao lieferte genau das, was sich Fans von dieser Serie erwarten: enge Duelle, große Emotionen und ein Starterfeld, in dem sich niemand etwas schenkt. Von der Youth- über die Juniorenklasse bis hin zur Prestige-Kategorie war der Abend geprägt von persönlichen Wendepunkten – und von einem Fahrer, der weiterhin den Maßstab setzt.
Youth-Klasse: Connor Watson meldet sich zurück
In der Youth-Klasse stand Connor Watson im Mittelpunkt. Nach einem emotionalen Sieg sprach der Brite offen darüber, wie wichtig dieser Erfolg für ihn war. Ein starker Start ins Wochenende und das Wissen, im Titelkampf liefern zu müssen, gaben den Ausschlag. Mit dem Sieg hat Watson den Anschluss in der Gesamtwertung wiederhergestellt – und deutlich gemacht, dass im weiteren Saisonverlauf mit ihm zu rechnen ist. Maxi Eppelmann kam bei seinem WM-Debüt auf einen beachtlichen vierten Gesamtrang.
Junioren: Milan Schmüser überzeugt mit Reife
In der Juniorenklasse zeigte Milan Schmüser eine bemerkenswert abgeklärte Leistung. Besonders das dritte Rennen verlangte ihm alles ab: Nach einem schlechten Start kämpfte er sich von ganz hinten nach vorne und gewann. Schmüser bewies nicht nur Tempo, sondern auch emotionale Kontrolle – ein Faktor, der ihn aktuell von vielen Konkurrenten abhebt. Trotz harter Zweikämpfe blieb der Respekt auf und neben der Strecke spürbar.
„Es war heute unglaublich harte Arbeit. Ich war die ganze Woche komplett krank und mein einziges Ziel war eigentlich, diesen Tag irgendwie zu überstehen. Umso spezieller sind diese drei Siege – vor allem nach dem Startsturz im dritten Rennen“, so Schmüser nach dem Rennen.
Prestige: Comeback, Schmerzen und Selbstreflexion
Für Mitchell Brightmore war das Podium in Bilbao mehr als nur ein Ergebnis. Nach einem schwierigen Saisonstart und einem Sturz, der ihm die Schulter auskugelte, sprach Brightmore offen über den mentalen Druck, den er sich selbst auferlegt hatte. Erst als er diesen losließ, fand er zurück zu seinem Rhythmus – und damit auch nach vorne. Die medizinische Abklärung folgt, doch das Signal aus Bilbao ist klar: Er ist wieder konkurrenzfähig.
Walker gegen Bolt: Respekt auf höchstem Niveau
Johnny Walker lieferte sich in Bilbao intensive Duelle mit Billy Bolt. Walker verteidigte hart, clever und fair, wusste aber selbst, dass ihm an diesem Abend die letzte Geschwindigkeit fehlte, um ganz nach vorne zu kommen. Dennoch zeigte er Entschlossenheit und Kampfgeist – ein wichtiger Schritt nach den ersten Saisonrunden.
„Die dritte Runde in Bilbao war anspruchsvoll, aber ich bin froh, erneut als Zweiter ins Ziel gekommen zu sein. Die Strecke war hart und ich musste viel arbeiten, doch wir hatten ein paar starke Starts und gute Zweikämpfe über den ganzen Abend hinweg. Der Abstand nach hinten ist groß, was positiv ist. Mit etwas mehr Fitness und ein paar Feinabstimmungen können wir den Rückstand zur Spitze weiter verkleinern. Ich bin zuversichtlich für die nächste Runde und freue mich darauf, um den Sieg zu kämpfen. Vielen Dank für die Unterstützung – wir sehen uns in Budapest“, so der Triumph Racing Factory Pilot.
Bolt hingegen blieb sich treu. Auch wenn die Starts diesmal alles andere als optimal waren, arbeitete er sich ruhig und kontrolliert nach vorne. Geduld, Linienwahl und Fehlervermeidung waren die Schlüssel zu weiteren 63 Punkten – und zu einer weiter ausgebauten Führung in der Gesamtwertung. Besonders bemerkenswert: Bolt betonte, wie sehr sich sein Fahrstil verändert hat. Weniger Brechstange, mehr Kontrolle – und genau das macht ihn derzeit so schwer zu schlagen.
Trotz schwieriger Bedingungen fand Billy Bolt nach dem Rennen klare Worte: „Es war ein sehr guter Abend für mich. Die Strecke war extrem schwierig und ungewohnt, aber ich wusste, dass das Tempo da ist. Ich bin ruhig geblieben, habe mich auf meine Stärken konzentriert und gemeinsam mit dem Team die nötigen Anpassungen vorgenommen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden – die Stimmung in Bilbao war großartig.“
Blick nach Budapest
Bilbao hat gezeigt, wie eng und vielseitig die SuperEnduro-WM 2025 aufgestellt ist. Während in den Nachwuchsklassen die Karten neu gemischt werden, scheint an der Spitze der Prestige-Klasse ein Fahrer weiterhin den Ton anzugeben. Doch die Konkurrenz rückt näher, sammelt Selbstvertrauen – und reist mit klaren Aufgaben im Gepäck weiter nach Budapest.
Eines ist sicher: Langweilig wird diese SuperEnduro-Saison nicht.
