Supercross San Diego: Tomac setzt ein Zeichen, Deegan übernimmt die Kontrolle

Das Supercross San Diego bot jede Menge Action

Das Supercross San Diego bot jede Menge Action. / Foto: Feld Entertainment

Es war einer dieser Abende, an denen Supercross genau das zeigt, was es so besonders macht: volle Ränge, enge Duelle und Entscheidungen, die bis in die letzten Minuten offenbleiben. Beim zweiten Lauf der Monster Energy AMA Supercross Championship 2026 in San Diego lieferten die Fahrer genau das – und mittendrin stand einmal mehr Eli Tomac.

Tomac blieb ruhig, als es eng wurde

Tomac ging als Sieger von Anaheim an den Start und bestätigte in San Diego, warum er 2026 als Maßstab gilt. Der Start gehörte zunächst Hunter Lawrence, dicht gefolgt von Ken Roczen und Tomac. Schnell kristallisierte sich heraus, dass diese drei den Sieg unter sich ausmachen würden.

Lawrence verteidigte sich lange gegen Roczen, während Tomac geduldig wartete – und genau darin lag seine Stärke. Als er sich schließlich in den Kampf einmischte, wechselte die Führung mehrfach. Roczen führte lange, Tomac blieb dran. Sechs Minuten vor Schluss setzte der KTM-Pilot entscheidend nach, übernahm die Spitze – und ließ sich diese nicht mehr nehmen. Dass Lawrence am Ende noch einmal gefährlich nahekam, bekam Tomac erst auf der letzten Runde mit. Es reichte trotzdem: Sieg Nummer zwei in Folge, der 55. Supercross-Erfolg seiner Karriere.

Roczen und Lawrence: nah dran, aber nicht ganz

Für Roczen war es erneut ein Podium – und ein weiterer Beweis, dass er im Titelkampf voll dabei ist. Kleine Schwankungen im Rhythmus kosteten ihn am Ende die entscheidenden Sekunden. Lawrence wiederum zeigte vielleicht sein bislang stärkstes Supercross-Rennen. Platz zwei bedeutete sein bestes Ergebnis in der Königsklasse – und ein klares Signal, dass sein erster Sieg nur eine Frage der Zeit sein könnte.

Hinter dem Trio fuhr sich Chase Sexton nach einem mehr als schlechten Start noch auf Rang vier nach vorne. Zuvor gewann der 26-Jährige sein Heat-Race gegen Jorge Prado, der das Main Event auf Position 13 beendete.

Deegan vs. Anstie: ein Duell mit Folgen

Nicht weniger intensiv ging es in der Western Division der 250SMX-Klasse zu. Haiden Deegan und Max Anstie lieferten sich ein teaminternes Duell, das bereits im Vorlauf begann und im Finale eskalierte.

Anstie führte zunächst, Deegan machte Druck. Als der junge Amerikaner schließlich attackierte, kam es zur Berührung – Anstie ging zu Boden, Deegan setzte sich ab. Der Rest des Rennens war Formsache: Deegan fuhr kontrolliert zum Sieg, während Anstie sich nur noch auf Rang fünf zurückkämpfen konnte. Hinter Deegan komplettierten Cameron McAdoo und Michael Mosiman das Podium.

Mit dem Sieg übernahm Deegan auch die Führung in der Meisterschaft – hauchdünn, aber verdient.

Ein früher Fingerzeig

San Diego war mehr als nur der zweite Lauf der Saison. Tomac hat früh klargemacht, dass er nicht vorhat, Punkte zu verschenken. Gleichzeitig zeigt die Dichte im Feld, dass jeder kleine Fehler sofort bestraft wird. In der 250er-Klasse ist die Lage ohnehin offen – schnell, emotional und manchmal auch kontrovers.

Am kommenden Wochenende geht es zurück nach Anaheim. Und nach diesen Rennen ist klar: Diese Supercross-Saison wird keine, die man nebenbei verfolgt.