Steve Holcombe feuert mit Honda-Aus die Gerüchteküche an

Steve Holcombe verlässt Honda Redmoto Racing

Steve Holcombe verlässt Honda Redmoto Racing. / Foto: Davide Messora

2025 war für Steve Holcombe kein Jahr, das sich über Ergebnisse definieren lässt. Der Saisonstart endete abrupt mit einer Verletzung bereits in der ersten Runde. Es folgten eine Knieoperation und Monate der Rehabilitation. Für einen Fahrer, der es gewohnt ist, sich über Wettkämpfe, Trainingsfortschritte und Titelambitionen zu definieren, bedeutete das einen vollständigen Perspektivwechsel.

Statt Rennkalender bestimmten Reha-Pläne und Geduld den Alltag. Statt Positionskämpfen ging es um Belastungssteuerung, Vertrauen in den eigenen Körper und mentale Stabilität. Nach außen wirkte es wie ein verlorenes Jahr – intern war es eine Phase des Neuaufbaus, die weit über das Physische hinausging.

Reduktion auf das Wesentliche

In seinem letzten Instagra-Post des Jahres 2025 wählte Holcombe bewusst einen nüchternen Ton. Er spricht nicht von Frust oder Enttäuschung, sondern von Klarheit. Die Zwangspause habe vieles relativiert: sportliche Routinen, Abhängigkeiten, Erwartungen. Vor allem aber habe sie gezeigt, welche Menschen auch dann präsent sind, wenn es nichts zu gewinnen gibt.

Diese Reduktion auf das Wesentliche zieht sich wie ein roter Faden durch seine Aussagen. Keine Schuldzuweisungen, keine Rechtfertigungen. Vielmehr die Erkenntnis, dass Rückschläge im Profisport nicht nur Teil des Systems sind, sondern auch eine Möglichkeit, Strukturen zu hinterfragen und Prioritäten neu zu setzen.

Das Ende eines Kapitels: Honda Redmoto Racing

Parallel zur persönlichen Rückschau bestätigte Holcombe das Ende der Zusammenarbeit mit Honda Redmoto Racing. Auch hier bleibt der Ton sachlich. Er bedankt sich, wünscht dem Team alles Gute und verzichtet bewusst auf Details oder Hintergründe.

Sportlich war die Verbindung über Jahre erfolgreich, zuletzt jedoch von Verletzungen und Unterbrechungen geprägt. Die Trennung wirkt weniger wie ein Bruch, sondern eher wie eine logische Konsequenz eines Umbruchs, den Holcombe ohnehin vollzieht. Ein sauberer Abschluss, ohne öffentliche Reibung – ungewöhnlich, aber professionell.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Erst kürzlich hatte Holcombes Partnerin Francesca Nocera ihre Vertragsverlängerung bei Honda RedMoto bekannt gegeben. Während Nocera dem italienischen Team treu bleibt, schlägt Holcombe nun offenbar einen anderen Weg ein – ein Detail, das die Dynamik der Entscheidung zusätzlich unterstreicht.

Gerüchte und Optionen: Wohin führt der Weg?

Kaum ist die Trennung offiziell, rücken die Spekulationen in den Vordergrund. In der Szene wird seit einiger Zeit über einen möglichen Wechsel zu Sherco gesprochen. Offizielle Bestätigungen fehlen, doch Zeitpunkt und Gesamtkonstellation lassen Raum für Interpretationen.

Holcombe selbst äußert sich nicht zu konkreten Plänen. Stattdessen betont er den Neustart 2026. Das lässt bewusst alle Optionen offen – sportlich wie strategisch. In einer Phase, in der viele Fahrer frühzeitig langfristige Verträge kommunizieren, wirkt diese Zurückhaltung fast altmodisch.

Blick nach vorn: 2026 als Neuanfang

Unmissverständlich ist hingegen die Zielrichtung. Holcombe sieht sich nicht am Ende eines Weges, sondern vor einem neuen Abschnitt. „2026 ist anders“ ist keine Kampfansage, sondern eine Feststellung. Nach einem Jahr der Rekonstruktion will er bewusst neu ansetzen – mit derselben Zielsetzung, aber veränderten Voraussetzungen.

Was genau dieser Neuanfang beinhaltet, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Klar ist nur: Steve Holcombe ist zurück im Gespräch. Nicht wegen Resultaten, sondern wegen einer Entscheidung, die zeigt, dass auch im Hochleistungssport manchmal ein Schritt zurück nötig ist, um wieder nach vorne zu kommen.