Saisonstart im Stillstand: Beta USA Racing plötzlich ohne Fahrer
Das Beta USA Racing Team steht nach zwei AMA Supercross. Runden ohne Fahrer da. / Foto: Beta
Für Beta USA Racing hätte der Auftakt in die AMA SuperMotocross Meisterschaft 2026 kaum ungünstiger verlaufen können. Nach gerade einmal zwei Rennen – bei insgesamt 31 geplanten Veranstaltungen – steht das Team ohne einsatzfähigen Fahrer da. Zwei Verletzungen innerhalb kürzester Zeit haben die ursprüngliche Saisonplanung vollständig ausgehebelt.
Der erste Rückschlag kam vor dem ersten Gate-Drop
Der Anfang vom Schlamassel passierte bereits am Pressetag des Saisonauftakts in Anaheim. Benny Bloss verletzte sich früh. In einer der ersten freigegebenen Rhythmussektionen sprang er eine Kombination aus Doppel- und Dreifachsprüngen minimal zu weit, das Vorderrad setzte ungünstig auf, der Abflug ließ sich nicht mehr vermeiden.
Der eigentliche Sturz blieb kontrollierbar, doch im Anschluss traf ihn das Motorrad. Beim Abfangen zog sich Bloss einen Bruch des linken Handgelenks zu. Die Diagnose bestätigte sich schnell, eine Operation folgte nur wenige Tage später in Vail, Colorado. Der Saisonstart war für ihn beendet, noch bevor er überhaupt ein Rennen gefahren hatte.
San Diego verschärft die Lage
Eine Woche später folgte der nächste Rückschlag. Mitchell Oldenburg stürzte im Qualifying des Supercross in San Diego während der zweiten 450SX-Session. Oldenburg, der regungslos am Boden liegen blieb, befand sich kurze Zeit später in stabilem Zustand und wurde medizinisch untersucht. Neben einer möglichen Gehirnerschütterung steht auch eine Armverletzung im Raum. In Fahrerlagerkreisen ist von einem möglichen Bruch die Rede. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, würde auch Oldenburg länger ausfallen.
Ersatzfahrer rücken früh in den Fokus
Genau hier beginnt für Beta USA Racing die eigentliche Arbeit abseits der Strecke. Bestätigt sich ein längerer Ausfall beider Stammfahrer, dürfte das Team gezwungen sein, sich nach einem – möglicherweise sogar zwei – Ersatzfahrern umzusehen.
Der frühe Zeitpunkt in der Saison spielt Beta dabei sogar in die Karten. Der Markt ist offen, viele erfahrene Fahrer ohne Factory-Vertrag stehen bereit. Die verschiedensten Namen kursieren bereits als Optionen. Nicht als Versprechen, sondern als Ausdruck dessen, wie breit das verfügbare Feld aktuell noch ist.
Ein früher Einschnitt – mit Handlungsspielraum
Während andere Teams noch an Starts, Setups und ersten Punkten feilen, muss Beta Factory Racing grundlegende Entscheidungen treffen. Abwarten oder reagieren? Übergangslösungen oder klare Neuausrichtung?
Der Saisonbeginn 2026 zeigt einmal mehr, wie brutal dieser Sport sein kann. Innerhalb weniger Tage ist aus einer durch und durch geplanten Saison ein Improvisationsmodus geworden. Für Beta ist das ein harter Einschnitt – aber immerhin einer, der früh genug kommt, um noch Optionen zu haben.
