Neue Tuff Blocks im AMA Supercross: Ende einer Ära

Tuff Blocks dienen beim AMA Supercross auch als Werbeplattform Hier zum Beispiel Rocky Mountain und Monster

Tuff Blocks dienen beim AMA Supercross auch als Werbeplattform Hier zum Beispiel Rocky Mountain und Monster. / Foto: Feld Entertainment

In der Monster Energy AMA Supercross Championship 2026 rückt ein Thema in den Fokus. Es wurde seit der Saison 2025 unter Fahrern, Experten und der Öffentlichkeit diskutiert: die allgegenwärtigen Tuff Blocks. Die rechteckigen, schaumstoffgepolsterten Streckenbegrenzungen sind schon seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Supercross-Layouts. Doch Kritik und Bedenken über ihre Sicherheit wuchsen in den letzten Jahren kontinuierlich.

Kritik wird lauter – sowohl im Fahrerlager als auch in der Szene

Bereits zur Saison 2025 wurde der Unmut vieler Fahrer über die klassischen Tuff Blocks offensichtlich. Rennfahrer wie Josh Hill äußerten sich öffentlich gegen die quaderförmigen Schaumstoffblöcke. Denn sie sorgten in engen Kurven oder bei Landungen immer wieder für Probleme und führten zu Stürzen. Insbesondere das sogenannte “clipping the Tuff Blocks” – also das Hängenbleiben mit Fußrasten, Gabel oder Schwinge – war ein wiederkehrender Kritikpunkt. Wenn ein Rad oder anderer Teil der Maschine diese Blöcke streifte, folgten oft unkontrollierte Richtungswechsel oder Stürze. Diese fühlten sich vermeidbar an.

Die Kritik kam nicht nur von Fahrern selbst: Auch in der Fachpresse und in einschlägigen Podcasts war das Thema präsent. Im Rahmen des Racer X Podcast äußerten Experten wie Jason Weigandt, Steve Matthes und Jason Thomas wiederholt Bedenken gegenüber der bisherigen Gestaltung der Tuff Blocks. Sie sprachen offen über mögliche Alternativen.

Rechtliche Herausforderungen und Druck auf die AMA

Die AMA und Promoter Feld Entertainment sahen sich in den letzten Monaten zudem mit juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Nach der bereits öffentlich diskutierten Klage von Brian Moreau droht nun auch ein weiterer Rechtsstreit mit Aiden Zingg. In diesem sollen sicherheitsbezogene Faktoren der Rennstreckenführung und speziell der Tuff Blocks thematisiert werden. Gerade in einem Sport, der trotz aller Schutzmaßnahmen ein hohes Verletzungsrisiko birgt, ist jeder potentielle Risikofaktor im Fokus. Vor diesem Hintergrund haben AMA und der Supercross-Veranstalter ihre Haltung überdacht. Sie haben begonnen, konkrete Änderungen umzusetzen.

2026: Neue Tuff Blocks für mehr Sicherheit

Zum Saisonstart 2026 werden die bisher verwendeten, rechteckigen Schaumstoffblöcke durch flachere und rund geformte Begrenzungen ersetzt. Diese sollen – so die Verantwortlichen – die Gefahr des “Hängenbleibens” in Kurven oder bei Landungen deutlich reduzieren. Gleichzeitig soll dies die Streckenoptik modernisieren. Die neuen Tuff Blocks werden nicht nur optisch anders, sondern auch funktional überarbeitet sein. So können sie Schläge und Einschläge noch besser abfangen, ohne Fahrerinstabilität zu begünstigen.

Über konkrete Maße oder offizielle Höhenangaben zu den Tuff Blocks lieferte AMA bislang keine gesonderten, öffentlich zugänglichen Daten im offiziellen Regelwerk. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Änderungen auf Basis umfangreicher Rückmeldungen aus dem Fahrerlager sowie interner Sicherheitsanalysen realisiert wurden.

Mehr als nur eine optische Überarbeitung.

Die neue Form der Tuff Blocks wird von vielen in der Szene als Schritt in die richtige Richtung bewertet. Die Blöcke dienten zwar über Jahrzehnte zuverlässig als Streckenbegrenzung und verhinderten bei hohen Einschlägen auch schlimmere Folgen. Doch die bisherige rechteckige Ausführung zeigte im engen Supercross-Renngeschehen immer wieder Schwächen. Nun soll das Update sowohl die Funktion als auch die Sicherheit verbessern – ein notwendiger Kompromiss zwischen Tradition und moderner Risikoprävention.

Die AMA steht mit der Einführung der überarbeiteten Tuff Blocks im engen Dialog mit Fahrern und Teams. Sie hat signalisiert, dass weitere Anpassungen folgen könnten, wenn die neue Generation der Blocks nicht die gewünschten Effekte erzielt.