Mattia Guadagnini – zurück zu KTM, zurück zu sich selbst

Mattia Guadagnini beim Grand Prix Sieg in Maggiora im Jahr 2021

Mattia Guadagnini beim Grand Prix Sieg in Maggiora im Jahr 2021. / Foto: Ray Archer

Gerüchte sind manchmal nichts anderes als frühe Wahrheiten. Wochenlang wurde spekuliert, jetzt ist es offiziell: Mattia Guadagnini hat sein neues Team für die MXGP-Saison 2026 bekanntgegeben. Der Italiener wird für das Van Venrooy KTM Racing Team an den Start gehen – und kehrt damit zu KTM zurück.

Es ist kein spektakulärer Transfer. Aber ein sehr logischer.

Guadagnini ist erst 23 Jahre alt und hat trotzdem schon einiges gesehen. Frühe Erfolge, große Erwartungen, schwierige Phasen. Genau deshalb wirkt dieser Schritt wie eine bewusste Entscheidung gegen Unruhe und für Substanz. Van Venrooy steht nicht für große Schlagzeilen, sondern für saubere Arbeit, klare Strukturen und Geduld – Dinge, die im modernen MXGP-Zirkus nicht selbstverständlich sind.

KTM als Bezugspunkt

Dass Guadagnini nun wieder auf orangefarbenem Material sitzt, ist kein Zufall. Mit KTM verbindet ihn der bislang wichtigste Abschnitt seiner Karriere. 2021 gelang ihm dort der Durchbruch – inklusive seiner beiden Grand-Prix-Gesamtsiege in der MX2 Motocross-Weltmeisterschaft.

Einer davon bleibt besonders in Erinnerung: der Grand Prix von Maggiora. Vor heimischem Publikum, auf italienischem Boden, ließ Guadagnini die Konkurrenz hinter sich und gewann seinen ersten Grand Prix. Kein Zufall, kein Ausreißer, sondern ein Moment, in dem alles zusammenpasste. Geschwindigkeit, Selbstvertrauen, Umfeld.

Bis heute ist Maggiora der Maßstab, an dem man Guadagninis Potenzial misst.

Kein Neustart, sondern eine Rückbesinnung

Der Wechsel zu Van Venrooy KTM Racing ist weniger ein Neustart als eine Rückbesinnung. Weg vom ständigen Wechsel, hin zu einem Paket, das funktioniert. KTM kennt Guadagnini. Guadagnini kennt KTM. Das ist im Motocross mehr wert, als es auf dem Papier aussieht.

Das niederländische Team hat sich in den vergangenen Jahren als zuverlässige MXGP-Adresse etabliert. Keine Experimente, kein Aktionismus – dafür Konstanz. Für einen Fahrer, der sein Talent bereits bewiesen hat, aber wieder regelmäßig liefern will, könnte genau das der entscheidende Faktor sein.

Erwartung statt Versprechen

Große Ankündigungen gibt es keine. Und das ist gut so. Guadagnini muss nichts beweisen – aber er muss wieder zeigen, was in ihm steckt. Mit 23 Jahren ist dafür mehr als genug Zeit. Entscheidend ist, dass Umfeld und Technik stimmen.

Mit dieser Verpflichtung fügt sich ein weiteres wichtiges Puzzleteil für 2026 zusammen. Die MXGP sortiert sich neu. Die großen Namen sind verteilt, die Karten liegen auf dem Tisch.

Für Mattia Guadagnini bedeutet das vor allem eines: eine echte Chance, dort anzuknüpfen, wo es sich richtig angefühlt hat. Manchmal ist der beste Schritt nach vorne eben ein Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln.