Luciano Benavides gewinnt die Dakar 2026 mit 2 Sekunden Vorsprung
Luciano Benavides (Mitte) feiert mit Teamkollegen den Gewinn der Dakar 2026. / Foto: Edo Bauer
Die Dakar Rally 2026 hat eines dieser Enden geliefert, bei denen man gern zweimal auf die Uhr schaut. Luciano Benavides gewinnt die härteste Rallye der Welt mit zwei Sekunden Vorsprung. Zwei. Sekunden. Näher war ein Motorrad-Finale bei der Dakar noch nie – und dramatischer lässt es sich kaum schreiben.
Der Argentinier aus dem Team Red Bull KTM Factory Racing tat das, was man in so einer Situation tun muss: Er ließ nicht locker. Angriff bis zum letzten Kilometer, Nerven aus Stahl, Blick nach vorne. Rückschläge? Gab es. Druck? Enorm. Zweifel? Sicher. Aber Benavides blieb bei seinem Plan – und zog ihn bis zur Zielrampe durch.
Sieg mit Kopf, Tempo und kühlem Herzen
Was diesen Dakar-Erfolg besonders macht, ist weniger der einzelne Moment als das Gesamtbild. Benavides fuhr die Rallye mit einer Mischung aus Speed, Konstanz und erstaunlicher Ruhe. Drei Etappensiege, darunter ein wichtiger Erfolg auf der ersten Marathon-Etappe, legten das Fundament. Während andere im Verlauf der Rallye Zeit liegen ließen oder ganz aus dem Rennen fielen, blieb Benavides präsent – auch dann, wenn die Strecken härter, die Fehler teurer und die Nächte kürzer wurden.
Am letzten Tag wurde es dann noch einmal richtig eng. Zeitverlust, Druck von hinten, ein Finale, das nichts verzieh. Doch statt hektisch zu werden, hielt Benavides Kurs. Und genau dafür wurde er belohnt – buchstäblich auf den letzten Metern.
Familiengeschichte mit Fortsetzung
Dieser Sieg ist mehr als ein persönlicher Triumph. Er ist auch ein Kapitel Motorsportgeschichte. Denn bereits Bruder Kevin Benavides hatte die Dakar 2021 und 2023 gewonnen. Jetzt stehen erstmals zwei Brüder als Dakar-Gesamtsieger in den Büchern. Keine Randnotiz, sondern eine echte Besonderheit im Rallye-Raid.
Für KTM ist es obendrein der 21. Dakar-Gesamtsieg – eine Zahl, die zeigt, wie tief die Marke in dieser Rallye verwurzelt ist.
„Nie aufgehört zu glauben“
Nach dem Zieleinlauf wirkte Luciano Benavides fast selbst überrascht von dem, was er gerade geschafft hatte. Seine Worte klangen weniger nach Kalkül als nach Erleichterung – und nach einem langen Weg, der sich endlich ausgezahlt hat. Er sprach davon, nie aufgehört zu träumen, an sich geglaubt zu haben und bis zum letzten Kilometer gekämpft zu haben. Dass ein Sieg mit zwei Sekunden Vorsprung dabei herauskam, machte die Sache für ihn selbst kaum fassbar. Und dann, ganz argentinisch: Vamos Argentina.
Ein Finale, das bleibt
Die Dakar 2026 wird in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der zwei Sekunden, sondern wegen der Geschichten dahinter. Auch Teamkollegen wie Daniel Sanders und Edgar Canet erreichten das Ziel und rundeten eine intensive Rallye für KTM ab.
Doch im Mittelpunkt steht ein Fahrer, der bis zum Schluss an sich geglaubt hat. Luciano Benavides hat die Dakar 2026 nicht einfach gewonnen. Er hat sie sich erarbeitet – Meter für Meter, Sekunde für Sekunde. Und manchmal reicht genau das, um Geschichte zu schreiben.
Gesamtwertung der Dakar 2026 – 17. Januar 2026 (Top 20)
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