Licht und Schatten zum Auftakt: Kawasaki sammelt Daten statt Podium

Chase Sexton beim Supercross Auftakt auf der Kawasaki

Chase Sexton auf der Kawasaki beim Supercross Auftakt in Anaheim

Der Saisonauftakt der Monster Energy AMA Supercross Championship 2026 in Anaheim hatte für Monster Energy Kawasaki zwei Seiten. Auf der einen Seite rohe Geschwindigkeit, auf der anderen Seite die Realität eines neuen Setups, eines neuen Teams – und eines Abends, der mehr Fragen als Antworten lieferte.

Im Fokus stand dabei Chase Sexton, der in Anaheim sein mit Spannung erwartetes Renndebüt auf der Kawasaki gab. Schon früh zeigte sich, warum die Erwartungen hoch waren: In der Qualifikation setzte Sexton ein Ausrufezeichen und war der schnellste Mann im Feld – mit deutlichem Vorsprung. Geschwindigkeit war da. Vertrauen ins Bike ebenfalls.

Doch Supercross wird nicht in der Qualifikation entschieden.

Starker Speed, schwankende Umsetzung

Im Heat-Race erwischte Sexton zunächst einen perfekten Start und führte das Feld souverän an. Dann der Rückschlag: ein Sturz auf der Anfahrt zum Over-Under. Statt Kontrolle plötzlich Schadensbegrenzung. Zwar kämpfte sich Sexton zurück und qualifizierte sich solide für das Main Event, doch der Rhythmus war dahin.

Im Finale selbst zeigte sich das bekannte Anaheim-Problem: enge Startposition, wenig Raum, viele Variablen. Sexton kam beim Start nicht ideal weg, arbeitete sich aber Stück für Stück nach vorne. Der Abbruch durch die rote Flagge auf der ersten Runde brachte eine zweite Chance – und gleichzeitig neue Unruhe.

Nach dem Restart fuhr Sexton phasenweise die schnellsten Sektorzeiten im Feld, machte sich aber durch eigene Fehler immer wieder das Leben schwer. Am Ende blieb ein achter Platz. Kein Desaster, aber auch kein Ergebnis, das dem gezeigten Potenzial gerecht wurde.

Ehrlicher O-Ton statt Durchhalteparolen

Sexton selbst fand nach dem Rennen klare, nüchterne Worte – ohne Ausreden: „Ich hatte die Geschwindigkeit, keine Frage. Aber ich habe mir den Abend selbst schwer gemacht. Das ist ärgerlich, gerade wenn man weiß, was möglich gewesen wäre. Trotzdem ist es erst Runde eins. Wir wissen jetzt, wo wir ansetzen müssen.“

Ein Satz, der gut zur Gesamtlage passt. Anaheim war kein Fehlstart, aber auch kein Statement. Kawasaki verlässt den Saisonauftakt mit vielen Daten, viel Erkenntnis – und dem Wissen, dass reiner Speed allein im Supercross nicht reicht.

San Diego wird zeigen, wie schnell aus Potenzial Resultate werden