KTM-Duo mit unterschiedlichen Vorzeichen in Riesa
Die KTM Piloten Josep Garcia undnManuel Lettenbichler beim Auftakt der SuperEnduro WM 2026 in Gliwice. / Foto: Future7Media
Wenn heute Abend die zweite Runde der FIM SuperEnduro World Championship in Riesa über die Bühne geht, stehen zwei KTM-Fahrer im Fokus, die unterschiedlicher kaum unterwegs sein könnten – und doch dasselbe Ziel verfolgen: besser werden, Erfahrungen sammeln und sich auf der großen Indoor-Bühne beweisen.
Manuel Lettenbichler: Zurück im Rhythmus – mit neuer Perspektive
Für Manuel Lettenbichler fühlt sich diese SuperEnduro-Saison ein bisschen wie ein Neustart an. Nach seiner verletzungsbedingten Pause im vergangenen Winter merkt er schnell: Stillstand gibt es hier nicht. „Man verpasst eine Runde – und es fühlt sich an, als hätte man zehn Jahre Pause gemacht“, sagt der KTM-Pilot in der gestrigen Pressekonferenz.
Viel Zeit zum Durchatmen blieb ohnehin nicht. Direkt aus der Hard-Enduro-Saison zurück in die Halle, wenig Testzeit, ein Bike, das noch Feinschliff braucht. Dazu kommt eine private Situation, die aktuell ganz bewusst Priorität hat: In wenigen Wochen wird Lettenbichler Vater. Der Fokus liegt also nicht ausschließlich auf Ergebnissen – sondern darauf, Schritt für Schritt wieder reinzufinden.
Das Rennen in Polen verlief nicht nach Plan, ein technischer Defekt kostete wertvolle Positionen. Trotzdem nimmt er Positives mit: gute Starts, ordentliche Einzelläufe, ein Gefühl dafür, wo er steht. Und jetzt Riesa – Heimspiel. Volle Halle, laute Fans, kurze Wege. „Die deutschen Fans lieben den Sport“, sagt Lettenbichler. Genau das macht diesen Abend für ihn besonders.
Josep Garcia: Lernen, genießen, weitermachen
Ganz am Anfang seiner SuperEnduro-Geschichte steht Josep Garcia. Der Spanier ist eigentlich draußen zu Hause – klassisches Enduro, lange Tage, Natur. SuperEnduro? Erst einmal als Ausflug gedacht. Doch nach seinem ersten Einsatz in Gliwice war klar: Ein Rennen reicht nicht.
„Ich hatte richtig Spaß“, sagt Garcia. Und genau deshalb entschied er sich, auch in Riesa und Bilbao an den Start zu gehen. Nicht, um sofort Ergebnisse zu erzwingen, sondern um zu lernen. Strecke, Rhythmus, Starts, Zweikämpfe – alles neu, alles intensiv.
Was ihn besonders beeindruckt hat: die Atmosphäre. „In der Halle spürt man die Fans viel mehr“, sagt er. Platz sechs bei seinem Debüt sieht Garcia weniger als Resultat, sondern als Bestätigung. Wenn man Spaß hat, fällt vieles leichter – auch das Lernen in einer neuen Disziplin.
Während Lettenbichler geduldig an seinem Comeback arbeitet, sammelt Garcia neugierig Eindrücke für die Zukunft. Zwei Wege, ein Team, eine Bühne. Riesa liefert dafür den passenden Rahmen – laut, eng, intensiv. Genau so, wie SuperEnduro sein soll.
