Korruptionsverdacht rund um MXGP-Strecke in Indonesien
Start der MX2 Klasse beim MXGP von IOndonesien 2022. / Foto: Ray Archer
Die MXGP-Strecke von Samota auf der indonesischen Insel Sumbawa sollte einmal ein fester Baustein im internationalen Motocross-Kalender werden. 2022 war der Kurs zuletzt Austragungsort eines MXGP-Rennens, danach verschwand der Standort wieder aus dem Rampenlicht. Heute sorgt Samota erneut für Schlagzeilen – allerdings nicht wegen sportlicher Highlights, sondern wegen eines laufenden Korruptionsverfahrens rund um den Grundstückskauf für die Strecke.
Sportlich nie ein Selbstläufer
Schon unabhängig von den aktuellen Ermittlungen galt Indonesien im MXGP-Zirkus als schwieriges Pflaster. Die Rennen markierten regelmäßig den Tiefpunkt bei den Starterzahlen einer Saison. Besonders deutlich wurde das 2022: Gerade einmal 14 Fahrer standen am Start der MX2-Klassse, darunter vier lokale Piloten aus Indonesien und ein Fahrer aus Malaysia. Ein Teilnehmerfeld, das international für Stirnrunzeln sorgte und die sportliche Relevanz des Rennens infrage stellte. Der Aufwand für Teams und Fahrer stand für viele in keinem Verhältnis zum sportlichen Ertrag.
Der Kern der Ermittlungen
Jetzt rückt ein ganz anderer Aspekt in den Fokus. Die Staatsanwaltschaft von West Nusa Tenggara untersucht den Ankauf eines rund 70 Hektar großen Grundstücks für den Bau der Strecke. Der Kaufpreis lag bei umgerechnet rund 3,1 Millionen US-Dollar. Laut Ermittlern soll dieser Betrag jedoch durch eine überhöhte Bewertung zustande gekommen sein, wodurch dem Staat ein messbarer finanzieller Schaden entstand.
Der Ablauf wirkt auf den ersten Blick unscheinbar: Eine erste Bewertung setzte den Grundstückswert deutlich niedriger an, eine spätere Einschätzung korrigierte ihn spürbar nach oben. Eine staatliche Prüfung kam anschließend zu dem Ergebnis, dass diese Differenz nicht erklärbar sei.
Wer im Mittelpunkt steht
Im Fokus der Ermittlungen stehen zwei Personen: ein leitender Beamter der Landbehörde, der gleichzeitig im Ankaufsgremium saß, sowie ein externer Gutachter, der an der zweiten Bewertung beteiligt gewesen sein soll. Der Vorwurf lautet, dass zwischen 2022 und 2023 gezielt an der Bewertung geschraubt wurde.
Viele Aussagen, wenig Klarheit
Der Fall zieht weite Kreise. Mehr als 40 Zeugen wurden bereits angehört, darunter auch der frühere Bezirkschef, der das Grundstück an den Staat verkauft hatte. Grundlage der Ermittlungen ist das neue indonesische Strafrecht, das Korruptionsdelikte deutlich strenger verfolgt als frühere Regelungen.
Ein Standort unter doppeltem Druck
Für Samota kommt damit vieles zusammen. Sportlich war der MXGP hier schon zuvor umstritten, vor allem wegen schwacher Starterfelder und hoher logistischer Hürden. Nun kommen rechtliche Fragen hinzu, die das Projekt zusätzlich belasten. Ob Indonesien künftig noch eine Rolle im MXGP-Kalender spielen wird, bleibt offen. Sicher ist nur: Der Standort steht derzeit weniger für Racing – sondern für Probleme, die weit vor dem Startgatter beginnen.
