Ken Roczen in Anaheim 2: Viel Arbeit, wenig Ertrag

Ken Roczen beim Anaheim 2 Supercross

Ken Roczen beim Anaheim 2 Supercross. / Foto: Chase Lennemann

Anaheim 2 hatte für das HEP Suzuki-Team alles im Gepäck: Führungsrunden, Aufholjagden – und einen dieser Abende, an denen einfach nichts zusammenpasst. Während Jason Anderson vorne das Tempo bestimmte, lief Ken Roczens Rennen von Beginn an hinterher. Am Ende stand Platz acht. Die entscheidende Frage danach: Was war los mit Kenny?

Früher Kontakt, früher Sturz – und alles neu sortiert

Roczens Abend kippte extrem früh. Schon direkt nach dem Start kam es zu einer Berührung, in Runde zwei folgte dann der Sturz. Damit war das Rennen praktisch neu geschrieben. Statt vorne mitzufahren, fand sich Roczen plötzlich ganz am Ende des Feldes wieder – mit nur noch einer Option: Schadensbegrenzung.

Und genau das machte er. Von ganz hinten begann er, sich durchs Feld zu arbeiten. Ohne Hektik, aber mit konstant starkem Tempo. Fahrer um Fahrer wurde eingesammelt, bis am Ende Rang acht auf der Tafel stand.

Kein Speed-Problem – sondern ein Start-Problem

Wichtig dabei: Roczen war nicht langsam. Ganz im Gegenteil. Seine Rundenzeiten während der Aufholjagd waren absolut konkurrenzfähig. Das Problem lag nicht im Rhythmus, nicht im Bike, sondern schlicht in der Ausgangslage. In einem Feld, das vorne extrem dicht ist, sind frühe Fehler brutal schwer zu korrigieren.

Roczen selbst sprach offen von fehlenden Starts und einem eigenen Fehler. Kein Drama, keine Ausreden – sondern eine realistische Einordnung. Mehr als Platz acht war an diesem Abend unter diesen Umständen einfach nicht drin.

Der Kontrast: Anderson vorne, Roczen im Verkehr

Der direkte Vergleich im Team zeigt, wie entscheidend der Start war. Jason Anderson holte sich den Holeshot, führte mehrere Runden und konnte sein Rennen kontrollieren. Genau diese Freiheit fehlte Roczen komplett. Zwei Fahrer, gleiches Material – aber völlig unterschiedliche Rennverläufe.

Während Anderson sein Tempo vorne fahren konnte, musste Roczen permanent reagieren, überholen, Risiken eingehen. Dass dabei noch ein Top-8-Resultat herauskam, spricht eher für ihn als gegen ihn.

Punkte gerettet, Frust vermieden

Entsprechend nüchtern fiel Roczens Fazit aus. Klar, es war nicht der Abend, den man sich wünscht. Aber: Der Punktschaden hielt sich in Grenzen. Und das ist in einer langen Saison entscheidend. Schlechte Abende wird es geben – wichtig ist, sie ohne Totalschaden zu überstehen.

Dass Roczen trotz Sturz und letzter Position bis zum Ziel pushte, zeigt, dass Einsatz und Wille stimmen. Was aktuell fehlt, ist ein sauberer Start, um das eigene Potenzial auch wirklich nutzen zu können.

Houston als Reset-Button

Supercross hat einen Vorteil: Nächste Woche ist wieder alles offen. In Houston wartet die nächste Chance – und der Fokus ist klar. Bessere Starts, weniger Chaos, mehr freie Fahrt.

Anaheim 2 war für Ken Roczen ein Abend zum Abhaken. Kein Formproblem, kein Grund zur Sorge – sondern ein frühes Missgeschick, das ein besseres Ergebnis unmöglich machte. Oder anders gesagt: Nicht der Speed hat gefehlt, sondern die Gelegenheit, ihn auszuspielen.

Ergebnis des Anaheim 2 Supercross 2026

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